Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1847)
- Date
- 1847-06-04
- Page
- Seite 184 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- 184 - Sagen wir der Regieruug zutraunsvoll, daß. der Mäßigkeitsverein unö vollends,den Todesstoß gab, und treue Unterthanen verlangen und verdienen Hülfe: ' Gestehen wir offen, daß - wir wucherten, schacherten, schwärzten, aber wer in solcher Hilflosigkeit, solcher Entwürdigung, wo nur das Geld noch einiges Ansehen, einigen Schutz gibt, würde Anders handeln; wer in solcher Lage würde nicht. Alles auszubeuten suchen? — Nein eine humane, huldreiche Regierung kann nicht treue Unterthanen blos darum, weil sie Juden sind, verderben wollen.' Nicht. Aemter, nicht hohe Staatswürden sind's, was wir verlangen, nur das was die ersten Menschen gleich hatten, die Letzten noch.haben werden und die Wilden auch haben: Grundstücke verlangen wir besitzen zu dürfen und das kann und wird österreichische Loyalität uns gewiß nicht versagen: nur noch statt der milden Gaben, die, wie königlich sie auch gespendet werden, bei der.Menge der Armen doch nur wenig helfen mögen, das Fürwort unserer mit Recht hochgeachteter'Brüder Wien's und man kann sich in gerechter Erwartung gewissen Erfolgs der neidenswerthen Freude hingebm, der Freude nämlich: Einen großen Theil der Unserigen von verzweifelter durch bittere Armuth allein entstandener Schacherwuth zur tobenswerthesten Lebensart zurückgeführt: Einen andern LH eil von maßlosem Elend — bei Ungebildeten fast allemal der Fall — dem Aberglauben, hier eigentlich den Chasidim, zugetrieben — einer unseligen Brüderschaft, die früher, bei der zu Zeiten des Obskurantismus immer prädöminirenden geistlicher, Macht, alle Berufe dünkelhaftst traktirend,Lalmudisten, Rabbis adelend, baromsirend, Professiomsten, Feldbearbeiter zu Bauern stempelnd, abschließend, sich mit ihnen nicht verschwägernd und dadurch der wenn auch erschwerten doch nicht ganz unmöglich gewesenen Ausübung der Gewerbe, wie auch dem von unserem unvergeßlichem Kaiser Zoseph 11. erlaubten Ankauf von Kolonien abwendig machte; noch jetzt nach den unläugbar sehr bittern "Früchten ihrer Regentschaft sich nicht entblödend gegen unerlässliche Reform zu eifern, — durch materielle Verbesserung, durch Uebersiedlung aufs Land aus dieser allesverderbenden Sekte gehoben: Die Meisten endlich einer gediegener» Gesundheit, die durch Noth und enges Zusammeriwohnen offenbar bedroht ist, zugeführt zu sehen. H. Wahr mann. Frieds. Es wird wohnen der Wolf mit dem Ziklein, und lagern der Tiger mit dem Lamme. Jesaja. Ich fühle, daß ein Träumen Um meine Seele schwebt, Das mir die dunkeln Nachte Mit hoher Lust belebt. Vertag von C. L. Fritzsche. -Ich sch hoch aufgerichtet Den schönsten Maienbaum, llm ihn der Tänzer Schaaren Im freien Gartenraum. Vom Baume flattern nieder, Nicht schwarz - roth - gold allein, Mel tausendfarb'ge Bänder' Wie Regenbogenschein. Am selben Zweige prangen Der Frucht und Blüthe Glanz, Der fernsten Zonen Blumen .; Umwinden ihn als Kranz. Aus selbem- Zweige nisten Die Drossel und der.Aar, Es scherzet dort der Falke Mit einem Taubenpaar. Und munt're Kinder tummeln Sich um des Baumes Fuß, Es lachen ihre Augen Wie lichter Sternengruß. Der Schild ward hier zur Wiege Zur Sichel ward das Schwerd, Der starke Schaft der Lanze Ward, hier zum Steckenpferd. Und schwarz' und weiße Menschen, Und braun' im weiten. Rund, Sie feiern freudig alle Den heil'gen Bruderbund. Durch ihrer Rede Klänge Ward' ich von Lust berauscht, Wie wenn zu Lerchenliedern Die nahe Welle rauscht. Wie wenn durch Rosenbüsche Des Zephyrs Lispeln tönt, Wie.wenn durch hohe Dome Die Andachtsglocke dröhnt» Nicht auf dem Erdenrunde Ist solcher Sprache Klang; . So jubeln sel'ge Geister, So klingt Cherubimsang. Ich fühlte meine Wange Benetzt vom Thränenstrom. Ich kniete brünstig betend Hin unterm Himmelsdom. Aus meinem schönsten Traume Bin ich nun ausgemacht Und um mich her und in mir ' Noch immer finstre Nacht! Entschwunden meine Wonne, Verloren all' mein Glück, Mir blieb vom lichten Traume ' Die Thräne nur zurück! 1 David Mend l. Druck von-I. H. Nagel.