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Der Orient · 1847-05-21 · 21 (21.5.1847) · p. Spalte 323-324

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
21 (21.5.1847)
Date
1847-05-21
Page
Spalte 323-324 (sequence 2)
Language
German
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323 Studien. Geschichte der jüdischen Literatüc i» Babylonieru 324 Ehefraur, '.Lea' Häkok^HünW^mrsen^ aus' Bomr durch den dortigen LandrabLmer, den gedachten Israel Lüpschütz geschieden; wobei zu bemerken ist, daß gedachter Jakob Neuburg schon in den.ersten Tagen seiner ersten Ftittmvoche aus unbekannten Gründen auf einer Flucht nach England bereits begriffen war. — Nun wollte aber der Vater des gedachten Jakob Leiser bereits nach der Scheidung behaupten, daß dieser sein gedachter Sohn während der Scheidung geisteskrank gewesen, weshalb denn also die vollzogene Scheidung für null und nichtig zu erklären sei. Nachdem er das Mannheimer sN rr:i auf seine Seite bekam, korrespondirte letzteres mit dem von Frankfurt am Main , welchezusammen dann auch diese Scheidung anullirten und deren Nichtigkeit, mithin also die geschiedene Frau als sy'N n^.N.. öffentlich 3D"nn Iran erklärten. - Gedachter Rabbi Israel Lüpschütz aber machte auch seinerseits die Gründe seiner xmnh mnn bekannt, die sich einer Zustimmung fast aller damaligen lebenden jüdischen Autoritätm erfreute, und einer derselben, jjNPttDNp?f)D .irfN’Er?.. gab zu Gunsten des' gedachten Israel Lüp schütz eine zw diesem Zwecke lediglich , verfaßte Schrift , betitelt heraus. — So unfruchtbar für die Wissen-. schast überhaupt, ja für die jüdische Literatur selbst dieser in dem gedachten Buche *m geführte Federkrieg an und für sich auch ist, so interessant sind indessen andererseits die in demselben vorkommendeir Namen' jüdischer Celebritäten, die zu Anfänge des achtzchllteu. Jahrhunderts gelebt und ihr Gutachten in dieser Sache abgegeben haben , so wie-auch einige Bücher, die m demselben citirt werden, Beachtung verdienen. (Fortsetzung folgt.) , Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. Eine Skizze (von ' Dr. Julius Fürst. (Fortsetzung.) , - Neuntes Karrtet. t. Später als Neharde^a und Sora trat das dm frühesten von Juden kolonisirte und in Babylonien bewohnte, als Inbegriff der babylonischen Diaspora, betrachtete und hoch geachtete^^ und an der Mündung des sogenannten Badita-Ka-? 352) Die Stadt hatte schone und prachtvolle Gebäude (Horajet 12 a) und eine zahlreiche und große, sehr alte jüdische Bevölkerung (Erubin 60 a), was gar nicht Wunder nehmen kann, da sie uralt und die Stadt der babylonischen nals gelegene Pum - B a d i als Stadt einer Hochschule auf , aber in dieser Stadt überdauerte auch am längsten die Hochschule alle übrigen und sie verschwand erst dannals keine geistige Thätigkeit auf dem Gebrte der traditionalen Lehren die Juden am 'E«frät und Tigris mehr belebt^ I eh uda b. Jecheskel, mit dem Beinamen „ Schinr> ana" d. h. der ScharfsinnigeJ54, war der erste, welcher nach dem Tode Diaspora . nax iioxrjv benannr wurde (Sanhedrin 32 b. Rosch Ha-Schana 25b; Kidduschm 72 a) und lange vor dem Aufblühen der Schulen dort ein berühmter Gerichtshof war. Trotz dieses Altcrs jedoch, welches die Sage bis hinauf zur Zeit des zweiten Tempels rückte (Scherira, 35), und ungeachtet daß Pum- Badita als Marßstab, für eine unverfälschte Abstammung gegolten (Kidd. 72 a), so fehlte ihr doch alle Heiligkeit und Weihe, und in der Geschichte der Hochschulen tritt sie am Spatesten aus. Die Einwohner waren sehr betrügerisch, , die Gauner Pum- Badita's waren weit .und breit 'berüchtigt (Baba Batra 46 ») und es galt als Sprichwort: „Wenn dich ein Pum-? ad itäer begleitet, so vertausche nur dein Nachtquartier (C hüll in 157 a)", oder : „Verweile lieber auf dem Misthaufen Sora's als in den Palästen Pum- Badita's (Horajot 12 a)". Als später die dortige Hochschule blühete und berühmte Lehrer daselbst mit großem. Eifer lehrten, sprach man von den Scharfsinnigen Pum - Badita's (Sanhedrin 17 b; Kidd» 39a; M en ach ot 17 a); aber der berühmte Scharfsinn artete in spitzfindigen Scholasticismen aus, die Jrthümer und Verkehrtheiten zur Folge hatten. „Du bist Vielleicht aus Pum-Badita, ries man einem Spitzfindigen zu, der gern einen Elefanten durch rin Nadelöhr führen möchte (Baba Mazka 38 b)"♦ Vgl» Jak. Re i f m a an in seinem Pescher D a b a r S. 12 sg., wo einiges über diese Stadt zusammengetrageu ist. — 353) Vgl. oben Kap. 1 Anm. 4» — Was den Namen Pum-Badita anlcmgt, so bedeutet er: „Mündung des Badita", wie „Fum el Mdi" „Mündung des Schilhi", das wir.oben gehabt, und die Zusammensetzung der Stadrnamen auf dem Gebiete zwischen dem Eufrat und Tigris mit Nehar d. h. Kanal, oder Pum b. h. Mündung, ist natürlich und bei dem von Kanälen durchschnittenen Lande erklärlich. Bei Scherira ist auch der Name nach seiner Zusammensetzung getheilt, wodurch die Bedeutung deutlicher sich herausstellt. Was nun Badita.(Nn'"p) aulangt, so ist dies der Name eines Kanals (Mo*ed Katan H a u. Raschi das.), an dessen Mündung unsere Stadt gelegen (vgl. Raschi zu Alfasi Mo^ed Kat. 1. e. u. Nimmuke Josef das.). Nähere Nachweise über diesen Kanal spater. Aus dem Talmud erfahren wir noch, daß K o che genannt, aber fehlerhaft immer in unseren Ausgaben rra *>3) in dem Gebiete von Pum-Badita gelegen (Kidduschin 70 b; Ketubot lila), und da man die jüdische Bevölkerung.desselben als aus Sklaven entsprossen angesehen und der Ort als ohne Kunde des Gesetzes galt, so legte man jeden Uebersiedler aus Pum-Badita dahin in den Bann (ib. Id.). Die Entfernung von Koche nach Pum- Badita wurde sehr oft gleichsam als Entfernungsmaaß angegeben (Gittin 4 a) und die soll sechs Ferseng betragen haben (Sukka°26 b Raschi) und diesemnach können wir auch die Entfernung von Machusa ermessen. — - 354) Berachot 36 a; Sabbat 7a; ib. 152 a; 'Erubin j 28 b; ib. 54 a; Chagiga 15b; Rosch Ha-Schana 24 b; Baba? Kamma 14a; ib. 15b; ib. 36 b; Baba Batra 133b; "Aboda i Sara 43 b; Sanhedrin 80 d; Ketubot 12 b; ib. 14 a; ib.

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