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Der Orient · 1847-05-21 · Heft 21 (21.5.1847) · p. Seite 168

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 21 (21.5.1847)
Date
1847-05-21
Page
Seite 168 (sequence 15)
Language
German
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und wie vil guldin er gibt, so vil tag und nächt soll er des turris gefrigt sin Zum andern söllend von hiut hin die bürgere und inwonei« zuo Costanz von den Juden nichtait weder nmbsuiist (motu p r o p r i o) noch tif gsuoch üfnemen, entleclmen, noch al nicken handel mit inen triben, derdurcli si inen etwas schuldig plibint. Darzuo sich umb nichtsit gegen inen versehriben, oüch inen nichtsit weder li^ende noch fahrende häb versetzen oder verpfänden. Alles bi vermidung obgeschribner straf. Danni vvelher hierin ungehorsam waere, der soll von jedem übertreten ain mönät (30 tag für den mönät geaalt)! m turn ligen. Doch so mag er ouch jeden tag und nacht, das ist 24 stund, die er im tura ligen solt, mit 1 guldin der statt ab tragen.; Und ob er zuo der zit, als er in sÖlhe straf kumt, dem Juden noch schuldig waere, so soll er nach abtrag diser straf in aiher zit, buch bei ain er straf, wie im der täglich rät näch gstait der Sachen bestimmen wärt, den Juden bezalen. Zum driten soll kainern Juden gestattet werden gen Costanz sinen wandel ze haben, noch in die statt ze kummen, .er w olle dann den gestrakten w£g durchziehen 3 oder zuo siner notturft umb bar gelt etwas koufen oder verkoufen. Doch ob etwan ain Jud also durchziehen oder spis, trank3 klaider oder anders zn koufen oder etwas zu verkaufen harkaeme , so soll er, zuvor und eh im ain gesworner knecht zuogeordnet werde, in die statt nit kommen, sunder er soll bim tor verziehen und etwärn zum burgermaister schiken, der im sage, das er durch ze ziehen, oder aber was und bi wem er ze koufen oder ze verkoufen, begere. Alsdann soll im der burgeriniaister (wo nicht ursacJien dar wider vorhanden sind) einen ges'wornen Knecht schiken , der ine durch die statt fiire, oder mit ime an die ort, du er ze koufeh oder ze verkoufen bat, gange; ouch darbt sin und sehe und haere, was er kaufe , verkoufe oder handle. So bald ouch er sin ndttdurft kouft oder verkouft hat, so soll der knecht mit im hiss unter das tor gun, und er von der statt wiederumb hinweg ziehen. Und so er liie ze essen begerte, so mag er*s toun; doch das er nit über nacht hie plib; desglich das der knecht nit von im gang, biss er (der J u d für das tor kumt. Und der Jud soll drin knecht von jeder stund, die. er. mit im gut, 3 pfenning ze Ion geben. Und ob er nichts koufte oder verkoufte , sondern nur den gestrakten vig durch g’fürfc wurde, soll er dannocht dem kriecht 3 pfenning löns schuldig sin. v Dise Ordnung ist durch klain und gross rät am ® Verlag von C. K. Fritz s ch e. letsten tag ^pillis anno 1537 beschlossen und morndes den 1. tag Maji in zunften verkündet worden. Wiewol in diser Ordnung allain die Juden genennt und eimeldet werdent, so ist doch nächmäls am 16 tag Junii gemelfcen -1537 järs «erlütert: dass der saz die Jüäinen' oder J u d fr o vve n glich wie die man oder Juden selbs binden und betreffen solle. Nächmäls hat ain ersamer rät verordnet, das obgeschribner saz , die J u den betreffende, fürohin alle jär so man dem burgermaister swert, öffentlich der gm ain d fürgelesen werden soll. *) Wann otich etwan ain zunft kouft oder ei'niuwert, soll im der zunftmaister der selbigen zunft den saz ouch für lesen; Actum 2 Maji 1547. III Yögeli Walt 496—497. A.. h. c. Saz die Juden betreffende. Als ain di'sanief klainer und grösser rät im verschine (elapso) 1537 jar Christi, am letsten tag Aprilis ain saz gemachet hat, was gstait die Juden gen Constanz wandeln, ouch wie die burger mit inen handlang haben mogent, weihe unter anderm des ver« mögens ist, das kainern J u d e n gestattet w erden soll, gen Constanz sinen wandel ze haben, noch in die statt ze kummen, er welle dann den gestrakten weg durchziehen, oder zuo siner notturft umb bar gelt etwas koufen oder verkoufen', und das all wegen ain gesw orner knecht bi dem Juden sige, der sehe und haere, was er koufe, verkaufe oder handle. Und aber sich nachmals befunden hat, 'das solliche Zuordnung oder bis in des knecht wenig er schiesslich ist, dar umb haben klain und gross raet zuo fiirkumung des Schadens, der den bürgern uss dem zuo w andel der J u d eu begegnen mag, verordnet und gsezt, das hin* für kainern Juden gestattet werden soll, in die statt Costanz und deren gricht und oberkait ze kummen, es sige dann das er zuvor ain gnuogsame Verschiebung gehe , dass er weder zuo Costanz, noch anderswo mit der statt Costanz bürgern, imvonern und verwandten weder in lihens, koufens, tüschens noch sonst ainerlai wis handeln welle, dass im der burger, inw orier oder verwandter der statt Costanz etwas schuldig plibe. *) (Fortsetzung folgt.)?)' Hiernach scheint, daß die JLonstanzer Bürger Mt streng auf die judenfeindlichen Verordnungen hielten. Ein gutes Zeugrnß für die Juden! . Zlnm. d. Eins. Der ersanie rat hat demnach der Verschiebung des Juden mehr getraut als dem geschwornen Knecht der Stadt Coplmz. Gutes Zeugniß für die Juden! Anm. d. Eins. Druck von I. H. N a g e l.

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