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Der Orient · 1847-05-21 · Heft 21 (21.5.1847) · p. Seite 161

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 21 (21.5.1847)
Date
1847-05-21
Page
Seite 161 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Manabonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahrfür jüdische Geschichte und Literatur Herausgegeben von vr. Julius Fürst- Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Dich Leipzig, dm 21, Mai 184V. Inhalt. Deutschland. Preußen. Die Ansprüche der Juden und die königl. Propoft'ti.onen. Die Abgeordneten. Sendschreiben an den Landtag. Weimar. Der Landtag. Jede Verbesserung abgelehnt. Antidiluvkanische Vorwürfe. Berlin. .Eine Schriftfür die Landende. V a d e n< Statistisches. Königsberg. Ehepro.zeß des Dr. Falkson. — Oesterreich. Eperies., Schilderung der Zustände in mehren ungarischen Gemeinden. Aus Ungarn. Ueber mehre Gemeinden. — Großbritannien. Birmingham. Die 34. Jahresfeier der Liverpool Hebrew Philantropic Society. Begeisterte Rede des Dr. Rafatt. -— Juden in Conftanz von Rabb. Schott. 11. Artikel. .— LB. d. Or. > Deutschland. Preußen, 13.Mai. Ein mächtiger großer Kampf steht den jüdischen Preußen bevor, einKampf, wie er seit dem 11. März 1812 nicht geführt worde, ein mächtiger Kampf des Wortes und der Ueberzeugung mit der principloscn Gesetzgebung, ein Kampf gegen die von Abneigung gegen das nichtchristliche Element der Gesellschaft eingenommene Legislatur. Bekannt sind die Propositionen der Regierung in Bezug auf die Umgestaltung der jüdischen Verhältnisse; alle politischen Blätter Deutschlands brachten sie in größerer oder geringerer Ausdehnung, obgleich sie blos. als Manuskript gedruckt und vertheilt worden, und es hat auch in manchem bessern derselben an Verurtheilungen nicht gefehlt. Und in der That ist die jüdische Rechtsfrage der Juden in Preußen seit 35 Jahren eine so wichtige bedeutsame Frage des preußischen Staates geworden, die Verschiebung deren Lösung bis jetzt hat so unzählige Verwickelungen und trostlose Zustande herbeigeführt, daß diese Verzögerung ohne Annahme eines verkehrten Princips von Seiten der Regierung gar nicht erklärlich wäre. Endlich nach 33 Jahren , nachdem ein Geschlecht hingegangeu und ein neues muthigstrebendes auf die Bühne getreten, erscheint ein Gesetz in diesen traurigen, mittelalterlichen Propositionen. Und dieses Mißgeschick trifft die, Israeliten Preußens, deren, sociale Bildung und Intelligenz, deren Rechtlichkeit und bürgerliche Betätigung längst so allgemein und über die Grenzen Deutschlands hinaus anerkannt ist! Wir hören, daß außer den Propositionen dem Landtag noch viele Petitionen ia Betreff dieser Angelegenheit übergeben werden sollen z der Abgeordnete v. Gottberg hat den „Antrag, betreffend! die bürgerliche Gleichstellung der Juden im preußischen Staate" und der Abg. Wern er den „Antrag auf Gleichstellung der Juden mit ihren christlichen Mitbürgern in bürgerlichen und politischen Rechten" dem Landtag übergeben, und mit ähn-! lichen Anträgen sind auch andere Abgeordnete ausgerüstet, aber dis jetzt sind nur wenige-Aussichten, daß ein günstiges Ziel erreicht werden wird. Aber es ist gut, daß auch die Israeliten nicht muffig zusehen, daß sie ihr Recht durch kräftige Worte an den Landtag gerichtet wahren, und der Anfang zu dieser Wahrung ist bereits gemacht. In diesem Augenblicke ist mir ein „Sendschreiben israelitischer Preußen an die Mitglieder des vereinigten Landtags", das als Manuskript gedruckt wurde, zugekommen, und ich beeile mich , da cs um die größtmöglichste Verbreitung und Anregung zu thun ist, dasselbe hier mitzutheilen. Es lautet: . Hochgeehrtester Herr!' Die hohe Standeversammlung, der Sie.angehören, hat unter andern für' das Wohl des Vaterlandes hochwichtigen Arbeiten über einen Gesetzentwurf sich zu äußern, der das bürgerliche-Wohl und die bürgerliche Ehre von. 200,000 sich zum jüdischen Glauben bekennenden Preußen, angehr. ' Ueber- ' 21

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