Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1847)
- Date
- 1847-05-14
- Page
- Seite 160 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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160 che im Laufe des zu Ende gehenden Jahrs das vierzehnte Lebensjahr zurückgelegt haben. ' - Die erste Aufnahme geschieht auf den 3!. December 1828, aus welchen Tag alle im Jahr 1814 gebornen und noch am Leben befindlichen Juden-Söhne in die Liste einzutragen sind. §. 25. Nach geschehenem Eintrag der betreffenden Israeliten hat der Ortsvorsteher die Väter und Pfleger derselben vorzufordern, und sie zu befragen: ob und welchem ordentlichen Gewerbe (Landwirthschast, Handwerk, Handlung, wissenschaftlicher Erwerb re.) sie ihre Söhne und Pflegsöhne bestimmt hätten? Hierauf wird bei denjenigen, welche bereits einem ordentlichen Gewerbe bestimmt sind, der Name des gewählten Gewerbs, die zu Erlernung desselben getroffene Vorkehrung, beziehungsweise der Name des Lehrmeisters und die Dauer der Lehrzeit, eingetragen. Im zweiten, dritten und vierten nächstfolgenden Jahr ist jedesmal unter der betreffenden Rubrik in. der Liste anzugehen, ob' der junge Israelit dem gewählten Berufe treu gebliebem sei, ob er die Lehre noch fortsetze, oder ob und aus welchem Grunde er von der Erlerung eines ordentlichen Gewerbes wieder abgekommen sei? §. 26. Bei denjenigen Juden-Söhnen, deren Väter oder Pfleger sich. für die Bestimmung zu einem ordentliches Gewerbe noch nicht entschieden haben, ist dieses in der Liste unter Angabe der Gründe oder Hindernisse, welche einer solchen Bestimmung entgegenstehen, so wie der Vermögens- und Nahrungs-Verhältnisse des Vaters oder des Pflegsohnes zu bemerken. Auch hat derÖrts-Vorsieher seine gutachtliche Aeußerung darüber beizufügen, welchem Gewerbe der junge Israelit nach Maaßgabe der vorwaltenden örtlichen und persönlichen Verhältnisse bestimmt werden könnte? Im nächstfolgenden zweiten, dritten und vierten Jahr ist jedesmal unter der geeigneten Rubrik anzugeben, ob und welchem Gewerbe der betreffende Israelit indessen bestimmt worden, oder aus welchem Grunde dieses noch nicht geschehen sei? (Fortsetzung folgt.) Die war so. schmal und mg und klein, Daß er unmöglich könnt hinein. — - Was fangt der gute Fuchs nun an, Daß er das Ziel erreichen kann? Da ist bald Rath geschafft herbei: Er fastet fort der Tage drei, Und zehrte ab, und schwächte sich, Bis er sich durch die Oeffnung schlich. -~ Und als er war im Weinberg drin — O welch Genuß! o welch Gewinn! Wie hat die Traube ihn entzückt! Wie hac sich da sein Herz erquickt! So viel er auch genossen, hat, Er aß und aß, und warb nicht satt — Wohl aber dick, beleibt rmd feist — Gar selig er sein Schicksal preist. Doch als er endlich will hinaus, War's bald mit seiner Freude aus, Das Hochentzücken sich verlor —: So schmal die Oeffnung nach wie vor, Und er so fett — es wird ihm bang, Und wieder ach! drei Tage lang Entzieht der Fuchs die Nahrung sich, Bis abgezehrt hinaus er schlich! — Dann aber dreht' er sich zurück, Und dachte an sein Mißgeschick, Und rief dem guten Weinberg zu: „Wohl bist gar lieb undherrlich du! Die Früchte süß, die Lrlruben schön, Und Alles köstlich anzuseh'n- Allein was beutst du sin Genuß? So wie man kommt — man geben muß Man nimmt, ist's erst zum Abschied Zeit, Nichts mit von all der Herrlichkeit!" — Die Deutung ist bekannt zumal: Es ist der Mensch im Erdenthal! Betritt gar schwach den schönen Ort, Und geht auch schwach von dannen fort; Genießer kurze Zeit das Glück, Und läßt es dann nach sich zurück, „Kommt nackt aus Mutterleib heraus, Kehrt nackt auch heim m's sinst're Haus!" — (Koh. rabb. Kap. 5. V. 14.) Hermann Hamburger. Der Mensch und die Welt. Der Fuchs einst einen Weinberg fand, Der voll mit schönen Trauben stand, Und der, o Unglück! ganz und gar Von einem Zaun umgeben war. —- Nach langem Suchen hin und her Entdeckt wohl eine Oeffnung er, Umsonst war aber sein Gelüst, Die Spalte gar zu winzig ist; Verlag von C. L. Fritzsche. Personalchronik und Miseellen. Oppeln (in OS.). Nach langer Wahl ist hier endlich ein gewisser Sal. Cohn zu dem Rabbinate gekommen. Ueber sein Wirken ist noch nichts bekannt. Druck von I. H. Nagel.