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Der Orient · 1847-05-07 · Heft 19 (7.5.1847) · p. Seite 145

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 19 (7.5.1847)
Date
1847-05-07
Page
Seite 145 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. -Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Wem dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. AN» * Leipzig, dm 7. Mai _A8A: V» Inhalt. Deutschlan d. Posen. S. Eger Bedächtigkeit und Angst. Schwersenz. R. Joel. Krotosckin. Nabbinerwahl. Dr. ^irschfeld. Posen. Uebersichr der Zustände. Bruderverein Neformen-Hcffnungen. Rand egg. Der Theaterbrand in Karlsruhe. Konfessionelle Versöhnung im Tod. Karlsruhe. Bericht über die Leichenfeier. Frankfurt a. M. Der Frauen- Verein. Gesetzliche Bestätigung. Lissa. Religiöse Zustände. — Oesterreich. Eperies. Rabbiner. Vorsteher. Schulen. Die ungarischen Gemeinden. — Der Judeneid im Königreich Hannover. Von S. Maurer. — Juden xn Konstanz. Erster Artikel. — LB^ d. Or. Deutschland. .Posen, 26. April. Ich wundere mich, daß Ihr Posener Korrespondent W. den Lesern des Orients die hier in der lebten Zeit ans indischem Gebiete sich zugcttagcmn Ereignisse bis jetzt noch nicht berichtet hat, und ertaube ich mir, diese Lucke mit folgenden Zeilen ans- 511 füllen. Der hiesige Oberrabbiner Hr. S. Eg er hat den Genuß der Hülsenfrüchte für dieses Osterfest, da von .dem hiesigen Gcmeindevorstand wie von mehreren ans- .wartigen Fragen deshalb an ihn ergingen, für erlaubt erklärt. Liest man das von 'demselben in Form eines Rechtsgutachtens abgefaßte Schreiben, in welchem die Motive des Erlaubtseins näher auseinander gesetzt sind; bemerkt man die Acngstlichkeit, mit welcher die Hülsenftüchte sowohl vor als am Pesach behandelt werden müssen, um jeder Möglichkeit des Chamcz, die durch Beimischung anderer Getreidearten herbeigeführt werden könnte, zu beseitigen, so ist an ein ,,Abstreisen bcschwerlicher Ansätze" zu dem, nach einer Korresp. in Nr. 13 d. Bl. auch .unser Oberrabbiner beitrage, gar nicht zu denken. Die Noth der ärmern Klasse wurde von den Korporationsvorständen als so drückend geschildert, die Abhilfe durch die Erlaubnis) der Hnlsensrüchte so unbedingt vorausgesetzt, daß selbst der orthodoxeste Rabbiner diese Erleichterung mit so vielen Erschwerungen in der Art des Gebrauchs gestattet hätte. Gleichwohl fehlt es nicht an Zeloten, die ein Zetergeschrei über diese Kleinigkeit erheben, ganz außer Acht lassend, daß es auch wohl unserer Zeit gegönnt sei, wenigstens momentan eineil auf Talmud und seine Decisoren gegrülldetes Erlaub tsein einzuführen. Unsere frommen Eiferer zollen dein Oberrabbiner als einem ausgezeichneten Talinndisten die größte Achtung, sie bewundern bei seiner jedesmaligen Talmud-DiSputation (Challukj die scharfsinnigen und deimoch so richtigen Kombinationeu, und so er sich nur iin Geringsten über einen erschwerenden inriN cjnnNDE/ erhebt, furchten sie den Verfall der ganzen Religion. — Vielmehr sollten ste die Einrichtungen, von unserem greisen Rabbi getroffen, möglichst unterstützen und cs würden dadurch Unberufene, die ans Frivolität erleichtern, zuruckgcwiesen werden. Der würdige Rabbiner Joel in unserer Nachbarstadt S ch wersenz wird nächstens ein Werk über die Kabbala dem Druck übergeben. Von der gründlichen Bildung des Verfassers wie von seinem unerinndeten Fleiße dürfen wir für diesen Zweig des Wissens viel Ersprießliches erwarten. Der Bruder desselben, Dr. Joel hat, wie die Lesendes Orients wissen, vor einiger Zeit hier eine Predigt gehalten, die von dem Herrn W. in diesen: Blatte nicht von den: richtigen Standpunkte aus beurtheilt wurde. Ziehen wir in Betracht, daß der Redner in seinem Vortrage die Intelligenz seiner Zuhörer zu beachten Hai, so leuchtet es von selbst ein, daß hier die individuelle Ansicht als Maßstab für 19

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