Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1847)
- Date
- 1847-04-23
- Page
- Seite 129 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2360092-2360472-2360490--5884-3533117- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Berichte, Studien und Kritiken Achter fÄt Jahrgang. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt -ei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Heraus gegeben' von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. IV»r-ipzig, d->, rz. 1847. Inhalt. Deutschland. Baiern» Hoffnungen. Lehrer- und Rabbinerwesen. Berlin. Harmlose Bemerkungen eines jöb. Zuschauers. Breslau Neformzustande. O b e r sch l e si e n. Das Zweckessen in Breslau. Zur Reformgeschichte. Eine Denunciationsgeschichte. Wvhlthätigkeit. — Oesterreich. Prag. Vorsteherwohl. Hoffnungen und Wünsche. — Der Juvenerd im Königreich Hannover. Bon S. Maurer. — An die Kunstjünger jüdischer Nation. Gedicht von David Mendl. — Personalchronik und Miscellen. Breslau. Berlin. Brüssel. Worms. — LB. d. Or. Deutschland. Bniei^n, Ende März. Die eingetretenen Veränderungen m den allerhöchsten Aemtern und die damit erfolgte Abweisung des bisherigen Systems, findet in der Presse wie nicht minder in dem Herzen aller Bessergesinnten jüdischer Konfession den freudigsten Wiederhall. Auch wir baier'scheu Israeliten sind freudig davon ergriffen. Jeder Fortschritt auf der Bahn des Guten ist unsrer Sache förderlich. So hoffen wir nicht nur, es werde nunmehr der reaktionäre Geist, der sich bezüglich unsrer kirchlichen Verhältnisse seit einem Jahrzehn kund thut, einem bessern, besonnenen, aus den wahren Volks¬ und Zeitbedücfnissen hcrvorgegangenen weichen, wir geben uns besonders der sichern Hoffnung hin, es werde unsre politische Stellung eine erleichterte werden. Unsre Gedrücktheit ist längst in zahlreichen Petitionen dargethan, von den Volksvertretern anerkannt und die Abhilfe erbeten worden und oft genug ist es schon verheißen worden, es solle das Edikt vom 10. Juli 1813 einer Revision unterworfen werden. Dafür birgt uns neben der Gerechtigkeit unsrer Sache der hohe ritterliche Sinn unsres Königs, der auf die Länge über die wahre Lage seiner Unterthanen nicht zu täuschen war und die Persönlichkeit der Männer, welchen er fein Vertrauen geschenkt hat. Alle öffentlichen Blätter sind des. Ruhmes voll von der versöhnlichen Gesinnung unsres Ministers des Innern, des Hrn. von Zenetti, von der Selbstständigkeit und dem besonnenen Freimuth unsres Kultus-Ministers von Zu-Rhein, von dem hohen Sinn der Gerechtigkeit gegen Alle unseres Justizministers von Maurer rc., und darum gehen auch wir freudig einer schönen Zukunft entgegen. Seien wir aber auch nicht müssig. Erneuern wir unsre Bitten und Beschwerden, aus daß endlich einmal einer der Gesetzentwürfe, die nach dem Worte eines der abgetretenen Staatsmänner längst im Portefeuille des Ministers des Innern liegen, hervorgehe und zeitgemäß verbessert den im nächsten Jahre zirsammentretenden Kammern vorgelegt werde. — Von neuen Maßregeln, nach der erwarteten Richtung hin, kann nn Allgemeinen, am allerwenigsten aber bezüglich unserer Verhältnisse etwas gesagt werden. Dazu war die Zeit noch zu kurz. Warten wir mit allen Baiern und allen dem Fortschritt Zugethanenen, was uns die nächste Zukunft bringen wird. Ein Wort unseres Kultusministers an die Vertreter der Universität in München gerichtet, mit aller Unparteilichkeit das Recht und die öffentliche Sittlichkeit zu schützen und den konftssioncllen Frieden zu wahren, wollen wir vorläufig hier deponiren. Die Reihen unserer Volksvertreter sind leider um ein ausgezeichnetes Mitglied gelichtet worden, was wir Israeliten doppelt zu beklagen haben. Es starb nämlich dieser Tage auf seinem Lamdgule Wallenburg, Freiherr Wilhelm von Gumpperi berg im kräftigen Marmcsalter. Er war einer der begabtesten Redner, ausgezeichnet durch Freimuth und Loyalität , und/jeder Israelit 17 -