Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1847)
- Date
- 1847-04-16
- Page
- Seite 121 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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! 1 % l! & I B i: I Berichte, Studien und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Manabonnirt bei allen löbk. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mit» gerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. L-ipjig, ic» 16!<(ml 1349. Inhalt. Deutschland. P o s e n. Die Emanckpation u. die Deputaten. Hanno, v. Münden. Gleichstellung der Judxn. Von einem Christen. Berlin. Harmlose Bemerkungen eines jüd. Zuschauers^ — Oesterreich. , Prag. Feier wegen der Aufhebung der Judensteuer. Was nicht geschehen ist. — Frankreich. Paris. Ein deutscher Korrespondent gegen die Juden. Paris. Die Reform. Rothschild. — Die Principien der Theologen-Versammlung. Von Rabb. Deutsch. Der Juveneid im Königreich Hannover. Von S. Maurer. — Personalchronik und Miscellen. Rom. Schwerin. Wien. Meklenburg. Berlin« Hamburg. - LB. bi Or. 1 Deutschland. 11 ' ' ■ ■ : ... , Posen, 3. April. Die D. A. Z. bringt eine Korr., worin die Emancipationsfrage auf dem vereinigten Landtage zu Berlin besprochen wird, insoweit unsere Stadt darin repräsmtirt wird. Ich stelle diese Besprechung hierher, so feindlich auch die ganze Abfassung desselben zu sein scheint, und zwar um so lieber, als sie die posensschen Deputirten gut charakteristri. ,,Eine zweite ' Petition betrifft die Emancipation der Juden, die an gewisse beschränkende Bedingungen geknüpft werden soll, weit man die allgemeine Verarmung uusers Gewerbs- B, standes besorgt, wenn den zahlreichen hiesigen Israeliten ganz plötzlich und ohne vvrgängige Bedingungen alle . Berechtigungen der Christen, zugestanden werden sollten. j Ob, eine solche Besorgniß wirklich Grund habe, lassen wir dahingestellt sein, hier wenigstens erregt das Judengespcnst allgemeine Furcht; überhaupt scheint die Sym- Pathie für die Juden, in unserm Stadtverordnetenkolle- - 7 gium, das noch unlängst so ritterlich für dieselben kämpfte, 'x\ etwas nachgelassen zu haben, wenigstens sollen in diesem Augenblick die Juden durchaus keine Aussicht haben, einen ihrer Glaubensgenossen zum Stadtrath gewählt zusehen, wie groß auch ihre diesfälligen Anstrengungen sein, mögen und wie billig es auch erscheint, daß die zehntausend jüdischen Einwohner unserer Stadt mindestens durch ein Mitglied in unserm Magistrate vertreten seien, zumal wir hier höchst achtungswcrthe jüdidische Bürger von unbedingter Befähigung besitzen, die ihren Platz, im Magistrate gewiß mit Ehren anSfüllen würden. Inzwischen scheint eine vollständige Gleichstellung der Juden mit den Christen noch keineswegs in den Absichten des Gouvernements zu liegen, indem, wie in der hiesigen deutschen Zeitung zu lesen, in der letzten Stadtverordnetenversammlung ein Ministerialreskript publicirt worden ist, wonach die Juden auch fernerhin von allen ständischen Wahlen und somit auch von der Theilnahmc an den Landtagsdeputirtenwahlm gänzlich ausgeschlossen bleiben. - Hannöv. Münden, im März. (G le ich st e llung der Juden und Christen, von einem Christen mitgctheilt. *) Jesus Christus, Gottes cingeborner Sohn, war ein Judel . Auch wollte unser Heiland nichts anders sein und keine neue Religionspartei stiften, da er ausdrücklich erklärte: Ich bin nicht gekommen, das Gesetz Mosis auszntösm, sondern zu erfüllen. Ebenso sahen daher auch die Apostett, die auch nur Juden waren, die Sache an, indem^ sie sich fortwährend und selbst lange nach Christi Tode als Juden betrachteten und sogar noch den jüdischen Gottesdienst mit verrichteten. Nom. 11, 1. Gal. 2, 14. 15. Ap. Gesch. 21, 26. •) Ich theile mit Vergnügen diese Gedanken eines christlichen ehrenwerthen Beamten mit, deren Verbreitung unter seinen Glaubensgenossen wir herzlich wünschen. - Red. 16