Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1847)
- Date
- 1847-04-02
- Page
- Seite 105 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Achter , Das Abonnement auf }\ ein Jahr ist 5 Thlr.;r Man abonnirt bei allen f!öbl. Postämtern und i' allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben " von ' Dr. Julius Fürst. Jahrgang;. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den % April 184V. Inhalt. . Deutschland. Posen. Emancipation. Leben eines Kandidaten. Fortsetzung der Revoe. Baiern. Monatsbericht. Leipzig. Heinrich Heine über die Juden. Posen. Vermischte Nachrichten. — Oesterreich. Prag. Ein jüdischer Student und das Benehmen des Rabbinatkollegiums. — Frankreich. Leipzig. Der „Univers Jaraelite^. Das Budget für dir Juden. Preußen. -7— Das kostbare Geschenk. Bon Dr. M. Letteris. (Schluß.) -— Der treue Glaube. Bon R. Pope. — LB. d. Or. I Deutschland. I: Posen/ Ende Februm. In Betreffder Beschwerde l unserer Stadtverordneten wegen der Landtagsdeputirten- | wähl (f. rmsern Art. in Nr. 2 d. Bl.) ist neulich von dem Minister des Innern ein Reskript eingegangen,! ‘ wonach derselbe ein diesfiilliges Gutachten von Seiten unseres Oberpräsidenten erwartet. — Nun wir wollen sehen. — Und was soll ich Ihnen noch von hier mittheiten? Etwa, daß unsere Stadtverordneten beschlossen J haben, beim nächsten Landtage zu beantragen, daß bei | Sr. Majestät dem Könige eine bedingte Emancipa- K ticn der Juden beantragt ^) werde? — Erstlich ist die- U scs welthistorische Faktum von einem andern Ihrer hießgen Korrespondenten bereits referirt worden (s. Nr. 6).; -— Zweitens fürchte ich, daß, wenn ich'es auch thun \ wollte, meine Feder ullbedingt an der Klippe: „bedingt straucheln und und den Hals brechen würde. — Drittens wollen mir dergleichen Fakta überhaupt gar nicht mehr des Mittheilens werth erscheinen.— Theoretisch K ist unsere Emancipation, und zwar unsere völlige, unf bedingte Emancipation, längst durchgekämpst. Das 1) Das ist kein Scherz! Hat man doch erst neulich aus Schlesien gehört, daß die dortigen Gemeindevorsteher beschlossen, bei dem Magistrat zu Breslau darauf anzutrae % Zen, an den nächsten Landtag den Antrag zu stellen, daß beim LandeSoberhaupte die E» d. I. beantragt werde. — weiß Deutschland, das weiß Europa, das weiß die ganze Welt.' Was macht ihr also viel Aufhebens davon, wenn die Stimme der reinen Menschlichkeit ein Echo findet in den Herzen unserer christlichen Mitbrüder? Meines Erachtens müßte man über euch eben so lachen, als man unlängst über diejenigen gelacht, die es der Mühe werih gehalten, auszuposaniren, daß der liberal sein sollende Pabst Pins IX. den Juden Rom's erlaubt habe, im Ghetto nicht zu ertrinken. — Sehen Sie, Herr Redakteur, wenn ich so glücklich wäre, am Hofe eines Regenten zu leben , und einmal ein Kammerherr oder sonst so Einer geschlichen käme und mir leis ins Ohr flüsterte, sein Fürst hätte so eben eine Ordre unterzeichnet, nach welcher den Juden seines Landes völlige Gleichstellung mit ihren christlichen Mitbürgern gewährt Ware: dann-- ja dann würde ich alles Andere stehen und liegen lassen, und Ihnen 8lu.nle xeäe berichten, was ich eben erfahren. Und wäre ich auch gerade damit be- . schästigt, eine gelehrte Abhandlung im ZW. oder in der Neuen RZ.^) zu lesen, ich würde (natürlich nicht ohne Überwindung) die köstliche Lektüre bei Seite schieben, und mich beeilen , für den Orient einen Artikel ohne olle und jede Reflexion und Randbemerkung niederzuschreiben. Doch.Ihnen zu berichten, daß die Stadt- 2) Warum haben Sie keinen Korrespondenten in Pr/ Oldendorf, daß er Ihnen über diese neue Erscheinung im Gebiete der Journalistik gehörigen Bericht erstatte? — 14