Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1847)
- Date
- 1847-03-05
- Page
- Seite 73 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studie« und Kritiken Achter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lh!r. ManabonnirL bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Heraüsgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich dasLiteraturblattmits gerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Jfä- JLO» ' . Leipzig, dm 5. März . 184I» , In h a l t. Deutschland. Breslau. Die Theologenversammlung. Stolp. Aufruf zu einer Witwenkasse. P ofen. Fortschritte in Kempen. Schulklopferfrage. Schulwesen. Wohlthatigkeit. Aus Vaiern. Statistik der kirchlichen u. Schulverhaltnisse in Baiern. Frankfurt a. M. Eine Syiragogenicene. Berlin. Harmlose Bemerkungen eines jüd. Beobachters. Frankfurt a. M. Noch einmal die Synagogenscene. Ermahnungen. Ermahnungen an Herrn Stein. Breslau. Die „Reform-Seitungf/'. Der Märtyrer und Apostat. Dr. Geiger. — O esterreich. Von der Theiß. Predigtwesen. Todtenfeier kn Szegedin. Rabbiner Pillitz. — LB. d. Or. ' Deutschland. Breslenr, 11. Fetr. Aus der sichersten Quelle l'in ich im Staude Jhn<n einige Nachrichten über die Theologen-Versammlung zu geben. So wie mehrere schlesische Rabbinen, so nehmen auch mehrere Rabbiner, und gelehrte Laien der Provinz Posen das wärmste Interesse an der Versammlung, hatten jedoch anfangs einige Bedenklichkeiten über deren wahrhaftes Ziel, weil sie in ihrer Naivität bcn lügenhaften Berichten des Zionswächters und einer andern Zeitung (Acher?), die eine entente cordiale zu haben schien, sie zu verdächtigten, Glauben schenkten. Da wandten sich mehre angesehene Männer aus Posen, Grätz und noch andern Gemeinden gemeinschaftlich an die Frankfurter Mitglieder, die hochgeachteten Fuld und Adler, taten diese inständigst um Belehrung, und versicherten, daß ihr Wort ihnen Hinlängliche Garantie geben und sie bestimmen würde, sich dieser Versammlung anzuschließen. Durch die lichtvolle und beruhigende Antwort dieser Ehrenmänner sind jetzt mehrere Gemeinden des Herzogthums Posen wahrhaft euthusiasmirl für dieses Institut, und der Nabb. Eg er unterhält diesen Enthusiasmus. Nur zwei Rabbiner der Provinz agiren dagegen — der zu S—1 und zu S—k, welcher letztere dadurch berühmt ist, daß er Hold heim, mit einem Rabbinatsdiplom unterstützt hat. Diese beiden Rabbiner stehen, wie ich aus derselben Quelle versichern kann, unter dem Einflüsse Etil in gers und deö Zionswächters, welche wiederum von Lehren in Amsterdam beeinflußt sind. Es ist besser, daß wir unsere Feinde kennen , um desto sicherer die Waffen gegen sie zu handhaben. Allein weder der treue Zionswächter noc^ bcr treulose Israelit, weder Ettlinger noch Holdheim, weder die kraffe.Mv-Orthodoxie noch die dennnciatorische Judenfeindtichkeit wird das Heilsame derTheologen-Versammlung hintertreiben. Die schlesischen Gemeinden, iu sofern sie nicht durch Jndifferentismns versteinert sind, sind sämmtlich bereit, dieselbe zu unterstützen und an der Spitze dieser Gemeinden wird, wie billig, Breslau sichen. G. Stolp, 21. Febr. Der israelitische Beamte muff mit kummervollem Blick in die Zukunft schauen, kann seines Lebens nie recht froh werden, wenn er an die Zukunft denkt, wo er von den Seinigen auf immer scheidet, seine Familie hilflos oder dem Mitleide fremder Menschen überlassend, zurncktassen muß. Ew. Wohlgeboren kennen die Stellung der jnd. Beamten zu genau, als daß ich diese hier zu schildern nöthig hätte. Ost mit geringem Gehalte placirt, ist es kaum möglich, die nötigsten Bedürfnisse, für sich und die Seinigen zu bestreiten. Was soll aber nach demTodedes jüdischenBeamten mit seiner Familie werden? Schätze konnte er nicht sammeln, Vermögen erhält er nur selten mit seiner Frau. Die Beamten anderer Konfession können ihre Franc,, in die Witwmkasse u. dgl. m. einkaufen; sie haben daher den süßen Trost, der ihnen ihre Lebenslage erheitert, ihre 10 "