Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 9 (26.2.1847)
- Date
- 1847-02-26
- Page
- Spalte 133-134 (sequence 3)
- Language
- German
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m die soramsche Hochschule, weil seine Kollegen an andern Hochschulen bedeutender waren» 249 Die 17 Jahre seines Lehramtes waren für Sora Jahre des Zerfallens, die Schüler flohen andern Hochschulen zu, und trotz mancher trefflichen Mitlehrer und Freunde, wie z. B. Hamnüna, der ihn nicht überlebte, sind in den Tal müden und Midraschim kaum einige Schüler mit halachischen oder haggadischen Sätzen aüfgetreten.^o qv mir seinem Freude Hamnüna zugleich um 319/2Si mehr wegen des Verfalles dieser großen und bedeutenden Hochschule und wegen seiner Ahnen betrauert,-" und sein Tod war der erste Riß, in der gerade hundert Jahre - (219—319) bestandenen s Hochschule zu Sora. Seine Leiche, mit der seines Freundes Hamnüna, 2^ wurde, wie die seines Vaters, nach dem heiligen Lande geleitet, und der palästinische Leichenredner introducirte seine Trauerrede mit den Worten^' (übersetzt): '>■■■- Ein Sprößlmg alter Ahnen Herauf aus Babel zieht; ' Das Buch der Kriegesbahnm2" Hinweg mit ihm es flieht. Der Wüsten Uhu's Doppelheer ' Um Babel's Fall es klagt, Von Schin^ar's Sturze spricht die Mahr, . _ Von tiefem Schmerz sie sagt. ' - " Der Menschen sündhaft Watten Des Schöpfers Zürnen fachte | Zur Sühne fest zu halten Der Frommen Seel' er dachte. E u. s. w. u. s. w. j , 6. Ein ganzes Geschlecht ging nach dem Tode Rabba's vorüber, nämlich eine Reihe von 35 Jahren (319—355)/.und Sora hatte kein Oberhaupt, keine die' Jugend herbeilockende j Lehrer,^ obgleich die Gemeinde und die Rausche Hochschule 248) Sabbat 10 a. — 249) Scherira 1. c. — , 250) Dies ist aus der Aufzählung'hei Juchasin und Seder ha-Dorot schon ersichtlich. — 251) Scherira!. e.; Mo^d Katan 25 ab. — # 252) Siehe Anm. 256—58. 253) Beide waren Schüler Chasda's und schon darum befreundet. Während, Nabba in Sora Rektor war, lebte Hammlna daselbst als Lehrer. — <1 254) Ueber dergleichen Trauerweism vergt. Fürst, Perlen-' schnüre S. 121— 22; Dukes, rabb. Blumenlese S. 247—63. — 255) Mo^-d Kätan l. e. — 256) Anspielend auf seine Familie der Erilarchen. — 257) 'rj mDnfe 'D ist symbolisch. das Gesetz, wie es durch Hinzutretung . der Traditionen in den Hochschulen behandelt ^wurdc. VergL. ^51 bw. nnCH^D. Es soll heißen mit ihm hat das Studium aufaehört. — . 258V Bezieht sich auf Jes. 34, 11. Schon der Prophet hat von Babel's Fall, von den Uhu's in seinen Ruinen gesagt, nun verdoppelt sich .dieses Heer, d. h. es verfällt noch mehr. — . ' 134 noch immer vorhanden waren. Die Jugend wandte sich nach Pum - Badita, wo sie bei den dortigen Rektoren R. Jo sef b. Ehijja, dem Blinden (319—322), A bb a j i (322—337), R a b a (337 - 351) und Nachm a n b. Isaak l LSI —355) Befriedigung gefunden, und erst aus der Hochschule zu Pum- Badita konnten sich jetzt tüchtige Lehrer für Sora herausbilden. Da aber von einer äußern gewaltsamen Hemnmiß während dieser Zeit nirgends berichtet wird, so ist diese Lücke von 35 Jahren im Gonge der soranifchen Hochschule offen- .bar durch innere Erschöpfung entstanden, wovon auch der Talmud hinlänglich Zeugmß giebt. — Der erste Lehrer, welcher endlich nach 35jähriger Unterbrechung in Sora, als Rektor aaftritt, ist Nab Papa (b. Chanan). Er stammte von ungebildeten Eltern, die eine Gastrvirthschaft (llospitium) gehabt, und diese, welche unter Rabba b. Hüna noch gelebt, muffen ihm schon frühzeitig gestorben sein, da Abbaji (322—337), sein Lehrer, ihn schon eine Waise nennt.259 Als er das Rektorat angetreten, mußte er, da er schon bei Abbaji gelernt und mit ihmdiskutirt, 2,i0 wahrscheinlicher Weise das fünfzigste Lebensjahr erreicht haben; aber, ungeachtet dieses Alters, in welchem man bei so langen Studien mit großen Kenntnissen geschmückt sein muß, ungeachtet er nach Abbaji's Tode (337) sein Studium bei Raba, dem größtem Lehrer an den Hochschulen Babyloniens zu seiner Zeit, eifrig fortsetzte und dessen Sekretär er geworden,2" so har er doch weder bei seinen Lehrern als tüchtiger Lehrer der Traditionen gegolten , noch ist er bei feinen Schülern und Hörern dafür angesehen worden,' und es kam nicht selten der Fall vor, daß seine eigenen Schüler ihn in Verlegenheit setzten)' zuweilen. sogar beschämten oder ihm die Achtung versagten.-'" Indessen war seine Wiederbelebung: Sora's für die Studien der Traditionen, und vielleicht auch für andere Studien, da er auch die Heilkunst geübt haben soll,2" nicht offne Segen, da nach ihm ein Aufschwung der Hochschule möglich wurde, wie er seit Rab nicht gewesen. Daß er seine Hochschule in dem Sora nahegelegenem Nerasch aufgeschlagm und nicht in dem von Nab zu . Sora angelegtem Gebäude fortgefahren, scheint theils in der Nachahmung den Grund zu haben, da auch sein Lehrer Naba seine Hochschule von Pum-Badita weg nach dem nahen Mechusa verlegt,-^ theils wohl auch durch die Baufälligkeit deS Gebäudes veranläßt worden, da sein Nachfolger es' ganz mederreißen und von Neuem aufbauen mußte. Nach 19jal)riger Verwaltung des Rektorats starb er im Jahre 374, nachdem 49 -" Schüler und Schülergenoffen 269) £a'amt 27lM Baba Mezi'a 28>,; Kctubot 17 b, — 260) Jebamot 106; s. Sed. ha-Dor. s. v. — 261) Baba Lotra 153 ». Wrlleicht war er Sekretär der Hochschule überhaupt, da solche zuweilen zu Rektoren, gewählt worden.— , 262) Sebachim 2 b; Nidda 33 b; Sa'anil 9 b; Kidd. 32 b, — ' 263) Siehe RGA. Sekan Ahcon c. 25. — 264) Scherira 1. c. — 265) Als feilt« Schüler und Schülergenossm kommen 9* * Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien.