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Der Orient · 1847-02-05 · 6 (5.2.1847) · p. Spalte 95-96

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Journal
Der Orient
Volume
1847
Issue
6 (5.2.1847)
Date
1847-02-05
Page
Spalte 95-96 (sequence 8)
Language
German
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95 Babel (A schürsoll gestürzt werden, und durch dessen Sturz Israel sich erheben , durch dessen Demüthigung Israel erlöst werden (13, 14 5. oft). Denn Israels Existenz war nicht wie bei anderen Völkern eine auf menschlichem Grunde beruhende, die also auch, wie alles Irdische ihrer endlichen Vollendung entgegen ging; sie war keine rein politische auf die Realisirung irgend einer menschlichen Idee gegründet, mit deren Vollführuag sie zu Ende, weil ihr Lebensmoment zu Grunde ging; sondern Israels Dasein und Erhaltung hat eine innerliche, nothwendige Bedeutung, ihre national-politische Existenz ruhte auf ewigem, göttlichem Grunde. Deshalb war ihre Auflösung und ihr scheinbarer Untergang auch kein rein politisch-nationaler, sondern hatte eine geistig-religiöse Bedeutung. Es ist. darum der stehende Ruf der Propheten, das Israel um. seiner Sünden willen bestraft (50, 1) und nur darum in die Verbannung geschickt worden, weil es im Heimathlande den Boden der Religion nicht mehr bauen wollte, Lehre und Erkenntnis; nicht mehr pflegte, ausgehört hatte, Gott zu fürchten und seiner Allmacht und Güte zu vertrauen, um dessen willen allein er ihnen ihr Land gegeben harte, wodurch allein ihre gesonderte Existenz begründet und bedingt war (4.8, 18). Wie überhaupt die Existenz Israels nur als eine religiöse gedacht wird, so wird auch die Geschichte dieses Volkes überall als eine solche begriffen. Und wie also Israel zu religiösen Zwecken in das Land Kanaan eingeführt wurde, so mußte auch seine Verbreitung aus demselben einen solchen Grund haben , die Begründung nämlich und respektive die 96 Wiederherstellung eines gerechten und stttlichen Lebens.. Das wollen die Propheten damit Ausdrücken: ,, Israel mußte um seiner Sünden willen in die Verbannung wandern, um da durch Züchtigung geläutert und gebessert zu werden." Denn die Noth ist bekanntlich die beste Lehrmeisterin der Befehle Gottes, welche die Menschen zum Altäre treibt, sie da ihr Herz ausschütten und den Anker' ihrer Hoffnung nach dem Himmel auswerfen lehrt./ Von demselben Gesichtspunkte aus mußte aber auch das Verhältniß der heidnischen..Völker zu Israel, und namentlich Aschurs und. Egyptens, die in näherer Beziehung zu Israel standen. (52, 4), als ein religiöses aufgefaßt und dargestellt werden. Aschür, wie. früher Egypten, sollte nur die Juchtruthe in der Hand Gottes sein. Dies mußten sie um Israels und ihrer selbst willen begreifen, und dazu mußte ihnen das Gottesbewußtsein gegenwärtig sein. Aber da ihnen dies als Heidenvölkern fehlte/ so mußte ihre Bestrafuug vom religiösen Gesichtspunkte aus eben so nothwendig erscheinen, als Israels Errettung, auf deren Untergang es.ja nicht abgesehen sein konnte, deren Erhaltung, respektive Erlösung vielmehr aus innerlichen Gründen nothwendig schien. Wie die Knechtschaft Israels , daher mit seiner Abhängigkeit von den Völkern begonnen hatte, so fing seine Erlösung mit deren Bestrafung an , die ihrerseits in dem mangelnden Gottesbewußtftin und in der Verkennung der Absichten Gottes ihren Grund hatten (K. 47 und 52). (Fortsetzung folgt.); Ankündigungen Ankündigungen. 'In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1| Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [161 Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen: - M. Elkcrn, Leitfaden beim Unterricht in der Geschichte der Israeliten von den frühesten Zeiten bis auf unsere Tage, nebst . kurzem Abriß der ' Geographie Palästinas, für israelitische Schulen. ... Zweite, verbesserte und stark vermehrte Allst. 10 Sgr. M inden , 1847. - F Eßmann- [17] Von C. L. Fritzsche in Leipzig ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: 2 )' N t Hioh. Pr a kt ifch c P hilo sp h ie oder klare Darstellung der irn B uch Hiob obwaltenden Ideen; nebst wortgetreuer, rhythmisch gegliederter t Uebersetzung und fortlaufendem Kommentar. Allgemein faßlich bearbeitet von Dr. Moritz Löwenthal. Dieses Buch enthält neben-der von nahmhaften Gelehrten gerühmten Uebersetzung, einen sehr korrekten hebräischen 'Text, und bürfte demnach auch jedem christlichen Theologen, zu empfehlen sein. Der Preis für ein broschirtes Exemplar ist 1 Thlr. 16 Ngr oder 2 fl. 42 X. auf Druckp. und 2 Thlr. oder 3 fl. 30 X. auf feines Maschienenpapier. Die zehrr Gebote, auf einer Tabelle lithographitt. Preis 10 Ngr. Zum ersten Male sind hier die Zehn Gebote in hebräischer Sprache ausgezeichnet lithographirt, und eignet sich diese Tabelle besonders zum Anhängen an die Wand. Bei der Abnahme von zehn Exemplaren ist der Preis'auf 8 Ngr. festgesetzt. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel. Verlag von C. L. Fritzsche.

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