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Der Orient · 1847-01-29 · Heft 5 (29.1.1847) · p. Seite 33

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 5 (29.1.1847)
Date
1847-01-29
Page
Seite 33 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und LMer s»- Kritiken MrKMZ. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abomurt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zweiBogm, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. '&• Leipzig, den 29. Januar j.84% Inhalt. Deutschland. Berlin. Ueber die Misssonen zur Bekehrung der Juden. Emden. Die Stimmung dev Julien und Christen. Uneigennutzigkeit. Hirsch's Biographie. Berlin. Eine neue Monatsschrift. Das Wort des Propheten — Oeste rreich. Prag. Die Wohnungen. Prag. Berhaltniß zivischen Juden und Christen. Hr. Direktor Air dl. Eine Ttuszeichnuirg. Papa. Di« Verbreitung des Magyarismus unter den ungarischen Juden. — Polen und Rußland. Mit au. NeLenschaftsberichl über das Schulwesen für das Jahr 1846. — Ueber den poetischen Werth der Pistutim, hauptsächlich der deutschen und polnischen. Von M. Mendelssohn in Hamburg. — LB. d. Or. Deutschland. Berlin, im Jan. Die „Vossische Zeitung" bringt folgende Erörterung über. das Missionswesen: „Die Stellung der verschiedenen kirchlichen Parteien, deren Hervorbildung sowohl den kritischen Forschungen im Gebiete theologischer Wissenschaft als einem geläuterten Rctigionsbegriffe zu danken ist, hat in der neuesten Zeit, so sehr an Festigkeit gewonnen, daß der Staat, wollte er diesen Richtungen seine Aufmerksamkeit gänzlich entziehen, leicht einen gerechten Vorwurf auf sich laden würde. Und in der That haben die neuesten Verhandlungen in den Kammern und Ständen der meisten, deutschen Staaten' es klar herausgestellt, daß man den religiösen Fragen einen fast größeren Raum als den politischen einzuräumcn für nothwcndig hielt. So dürfte denn auch bei uns, die wir der baldigen Einbernflmg der Prövinzial-Landstände entgegensehen, die Rechtmässigkeit und Anerkennung der einzelnen Neligjonsgesellschaften von Seiten des Staates in besondere Erwägung gezogen werden, wenn nicht schon früher, wie verlautet, die Emaninmg eines E otera n z- Ed ikte s diese Frage einer befriedigenden Lösung entgegensieht. Wie lange aber die Selbstständigkeit einer Religion bestritten werden kann, davon liefert das Judenthum ein glanzendes Beispiel und selbst bis in die neuesten Zeiten hinein wurde seine Ausübung nur unter beständiger Bekämpfrulg vom christlichen Standpunkte gestattet. Zeitgemäß muß es daher erscheinen, die Aufmerksamkeit der Negierung auf ein Institut zu lenken, das seit den ältesten Zeitenim Dienste der christlichen Kirche zwar ihrer Ausbreitung förderlich war, dessen Ansehen aber so sehr geschwächt, dessen Thätigkeit, wenn auch äußerst beschränkt, so gefährlich ist, daß seine Existenz fernerhin durchaus in Frage gestellt werden muß. Es sind dies die Missions-Gesellschaften zur Bekehrung der Juden. Die ursprüngliche, leitende Idee, der die Mission ihre Entstehung verdankt, war offenbar, heidnische Völker, deren Naturzustand nur die rohesten religiösen Vorstellungen erlaubte, für eine höhere und .sittliche Gottcsverehrung heran zu bilden. Diesem so schweren Berufe, der die Völkererziehung sich zur Aufgabe stellte, durften in den Zeiten des Glaub euseisers nur die ausgezeichnetsten Männer sich widmen, nur sie konnten es wagen, rohen Völkerstämmen gegenüber, sich den größten Gefahren auszusetzen, ohne eine andere Waffe mit sich zu führen, als das göttliche Wort. Nur wenige Namen sind cs, die uns die Geschichte jener Zeit cmsbewahrt und Jahrhunderte vergingen,- bis endlich die Engländer unter den protestantischen Völkern zuerst sich um das Misstonswerk besondere Verdienste erwarbcn. Ihnen mußte vor allen, ihrer umfangreichen Besitzungen halber, daran gelegen sein, auf ein wirksames Mittel zu sinnen, die Civilisation in den Kolonien zu befördern. In der Verbreitung des Ch r i stc n t hu m s erkannten sie dasselbe und so kam die britische Staatskunft dem '* 5

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