Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1847
- Issue
- 1 (1.1.1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Spalte 1-2 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MeraLrrrblatt -es Orients. Berichte, Studie» und Kritiken für Wische Geschichte und Literatur. m 1. Leipzig, den 1. Januar 1§49. Inhalt. Studien. Ueber 1>ie Spracke der Mischna. Von Prof. S. D. Lu;zatto. — Geschichte der jüdifcherr Literatur irr Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst Drittes Kapitel. — Kritiken. Kurze Anzeigen. Pinner über dieOdessaer Handschriften. Angez. von S. Deutsch iu Wien. Jmre Bina od. Spruchbuch von Horwitz u. Steinschneider. Sendschreiben über die Person Jesu Groß mann über den alex. Pharisäismus. Angez. von Or. I. Fürst. — Ankündigungen. Ueber die Sprache der.Mischna von Sam. Dav. Luzzatto. (Fortsetzung v. Nr. 52 d. I. 1846.') 79. Der Hebräismus des zweiten Tempels ist an nicht biblischen Ausdrücken reich, von denen aber sehr viele nicht fremde, sondern ungeachtet ihres Nlchtvorhandenseins in der heiligen Schrift hebräische Wörter sind. Es gibt deren drei Arten: a) Wörter, die der Sprache Mosis und der Propheten angehören, und nur'aus Mangel an Gelegenheit in ihren Büchern nicht gebraucht wurden, aber mündlich unter dem Botte sich erhalten haben, so z. B. ist das Wort Dil der * kleinste Finger (von NM die kleinste), welches in der Schrift blos in der Bedeutung „Spanne" vorkommt, unstreitig eine Nebenbedeutung, die sich davon herleitet, daß eine Spanne, die Länge der geöffneten Hand vom äußersten Ende des Daumens bis zu dem des kleinsten Fingers ist-* *); und dergleichen ist das Substantivum „bas Leere, der leere Raum", welches zwar nicht biblisch ist, von welchem aber die abgeleitetsn Wörter ji^ri Fenster, b'bn Trompete, flbny Höhle uni) durchbohrt, erschlagen, in der Bidet Vorkommen. b) Wörter, die nicht der NnZuae der Pro¬ 4) Diese Etymologie ist übrigens nicht unverdächtig*). *) Ich gab diese Etymologie schon in meiner Concordanz, wo ich noch Beispiele der Elision des y zusammenstellte. Ich hatte dort diese Etymologie begründet und noch auf VrU hin gewiesen. Red. 5) Der große Dichter Dante in seinem Werker Oe valgaTi Eloqu., betegt mie diesem Namen diejeriige Sprache, m welcher die Gelehrten schreiben und die Gebildetem der Nation sprechen, die von der Volkssprache ganz verschieden. pheten angehören, sondern der Vulgärfprache, die nicht jünger als die Imgua illustris ist. c) Wörter), die vom jüdischen Volke erst in den nachbiblischen Zeiten ausgenommen wurden (§. 84). 80. Dieser Hebräismus ist einigermaßen aramaisirend, indem er enthält: a) Aramäische Ausdrücke z. B. 12tt Blei, anstatt des hebräischen .niÖJJ }. Baum, statt yy; HO-IOIN Knie, für 7]13;?)£>•} umarmen, für pOH > liljl lahrr^ für nse; D® Platte, fite HS oder mb; D? mauerte Stadt, für > ldtb nicht, für ttb Z sljdb geschlagen werden, für per) > Njhbn schlagen sür N2N; d>010 blind für 1^; Schwert für 31,1 3 1D0 Grenze für; 1ED Barbier, für 3v>3 j 1HD einreißen für 0*1(1 oder 3 ^11, ^pru straucheln für b) Aramäische Redeweisen, z. B. die Verbindung des Partizips mit dem Pronomen zu einem Worte, wie \3lfl3, statt Ott IM 3 ^ItzD statt ^1D-10Z ebenso N'lttLNIY und dergl. wo ein Ales oder'eigentlich ein '{ftp hinzugefügt ist, welches letztere im Aramäischen das Zeichen des Plur. fnn. ist. <-) Neue., aus der Verschmelzung hebräischer und aramäischer Wörter, entstandene Ausdrücke, z. B. 11iH sieh da, von ID und ijivr; rfiOD wie, von- .102 und y SüW damit nicht,' wahrscheinlich für Außerdem enthält sie auch viele griechische und lateinische Wörter 6). 6) Sieh,e A. L. Hartrnann's Ibesauri tinAnae bedraraae e AllisD-na au^anür (Rostock 1825, 1826) welche in wenigen Bogen eine Grammatik und ein Wörterbuch der Mischnasprciche enthalten. Der Verfasser zählt in der Mischna 1