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Der Orient · 1846-12-24 · Heft 52 (24.12.1846) · p. Seite 408

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 52 (24.12.1846)
Date
1846-12-24
Page
Seite 408 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken für Siebenter jüdische Geschichte und Literatur. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Th!r. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. M S2. 184«. Leipzig, den 24. December Inhalt. An die Leser. — Deutschland. Krotoschin. Rabl'inatswirren. Der orthodoxe Landrath und jttd. Neologen. Schwee in. Holdheim's Abgang. Das vakante Rabbinat. — Oesterreick. Wien. Literatur. Mahren. Papa. Prag. Der Ausgang in dem. Francksconischen Prozeß. Prag. Politische und sociale Fortschritte. Aus Oesterreich. Oesterreichs Stellung zu den Luden. Politische Betrachtungen. — Die Theologen - Versammlung. Von R. D. Deutsch. —- Personalchronik und Miscellen. Göttingen. Oldenburg. Fürth. Köln. Prag. — LB. d. Or. An die Leser. /Der -„Orient" beschließt seinen siebenten Jahrgang. Von seinen ersten Anfängen bis ans die.Gegenwart hat er die Entwickelung der Kultur nnd Literatur unter den Juden verfolgt, an den Kämpfen über die sociale und politische Stellung der Inden sich bctbciligt und den religiösen Fragen seine Spalten geöffnet. Nicht von den Zinnen einer Partei aus hat er den Kampfplatz überblickt oder überblicken wollen, sondern Vermittelung tmd Paralysirung der Parteien war seine Aufgabe/ Mit unsäglichen Opfern von Seiten der Nedaktiön ist er iu's Leben getreten, nnd hat durch Ansdauer und Muth sich eine feste Stellung verschafft. Freund und Feind, Gegner und Bundesgenosse werden ihm das Zcugm'ß ausstellcn müssen, daß er ein mächtiger Sporn der modernen Kultur der Juden geworden. Durch pekuniäre Opfer hat er der jüdischen Wissenschaft Bahn gebrochen, den Sinn und die Empfänglichkeit für jüdische Forschung lind Kritik mußte er erst anregen und in die entlegensten Gegenden hat er den befruchtende» Samen der wissenschaftlichen Bildung nnd des wissenschaftlichen Interesses getragen. Eine Pflanzstätte der Wissenschaft, war er die Amme vieler junger Gelehrten, die gleich treulosen Kindern die Achsel vornehm jmfm nnd der Bildnngselcmcntc, die sic empfangen, nicht mehr gedenken. Die verschiedenartigsten Zweige der jüdischen Wissenschaft hat er angcbant: Poesie, Philosophie, Geschichte, E.rcgeseFMÜWüm8kunde, Biographik, Philologie n. s. w. Durch die Kritik hat er über die Erscheiunngcn der spccicll jüdischen Presse Buch geführt, und nicht nur den Leser mit dem Gange der Entwickelung vertraut gemacht, sondern auch dem küifftigen Literaturhistoriker Nandzeichnnngen zn einer Geschichte der Literatur geliefert; durch den Muth der Meinung, durch seine Offenheit nnd Unerschrockenheit, die dem Cliquenwesen fremd ist, hat er der Hierarchie, der Anmaßung, dem Egoismus einen Damm gesetzt: mit einem Worte, -er hat das Amt eines strengen Richters geübt, der von dem Ansehen der Person sich nicht bestechen läßt. Man hat, ohne Kcnntm'ß vom Gange der Journalistik nud den faulen Verhältnissen mancher Gemeinden, die Redaktion für jeden Buchstaben verantwortlich machen wollen, als wenn sic nach Empfang jeder Korrespondenz sich ,'n die verschiedenen Gemeinden begeben müßte, um dm Grad der Wahrheit zu konstatiren. Abgesehen davon, daß zur Kenntniß einer Zeitbewegnng die Ebbe und Fluth der Meinungen und Parteiungen betrachtet werden müssen. — Es 52

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