Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 51 (17.12.1846)
- Date
- 1846-12-17
- Page
- Spalte 815-816 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/8555529-9897631-9820507--4782-3532801- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Isaiah 1× ep/1005097
OCR text
815 Ankündigungen. t. die übrigen Merkmale messianischer Zeiten nicht, wie der allgemeine Friede der Völker zur Begründung des gemeinsamen Glückes aller Menschen. So in c. 2, 4 und dem Schluß dieser Weissagung in c. 4. Hier findet sich die Prophezeihung zukünftigen Wohlstandes und Glückes, eines ungestörten Lebens und Friedens durch die Entfernung aller sittlichen Verderbniß und materiellen Noth. Bemerkt sei noch, daß durch n noa (4, 2) der ganze spätere Aufwuchs des Menschengeschlechts, zunächst in engerer Bedeutung auf Israel bezogen, ausgedrückt wird. Wir treten hiermit der Ansicht entgegen, die in dieser und ähnlichen Stellen den Ausdruck eines persönlichen Messias finden und nD£J, wenn auch mit der Nebenbedeutung seiner zukünftigen Entstehung, doch mehr als individuelle Bezeichnung für ihn nehmen. Wir führen hier bloß zum Beweise Ies. 60, 21 an, in welcher Stelle ebenfalls eine messianische Prophezeihung auf das Volk enthalten ist, welches ausdrücklich ^genannt (-py) .-unb' gleichfalls als eine Pflanzung Gottes ‘■'iso) bezeichnet wird. Die betreffenden übrigen Stellen werden wir später einer weiteren Betrachtung unterziehen. Auch Ibn Esra bemerkt, unserer Ansicht beipflichtend, zu *n rim : D'bü'ny 'p'12 nnty \S’jn pjru Nicht minder beweist die Vorstellung des Jesaja an 26, 19, wo er die in der Erde schlummernden Todten durch einen befruchtenden Thau lebendig werden und aus der Erde auferstehen läßt, wie beliebt hierfür die aus dev Pflanzenwelt entnommenen Bilder waren. 818 Jedoch ist, wie wir schon bemerkt haben, die allgemeinideale Seite der Messiasidee, welche in dem Gedanken der universalen Ausbreitung des Judenthums dargestellt wird, nicht die einzige, welche Jesaja daran hervorhebt, sondern er erkennt ebenso sehr auch die andern, politisch-nationale Seite derselben an und macht sie als einen integrirendenTheil und die den Messiasglauben ergänzende Bedeutung geltend. Oie verschiedenen Zeitumstände haben, wie überhaupt auf die besondere Hervordrängung der schon in dm Offenbarungsdüchern enthaltenen Messiasideen, so auch auf die vorzügliche Hervorhebung ihrer einen oder anderen Seite eingewirkt. Dies finden wir auch bei Jesaias bestätigt, und es erklärt sich aus dieser Rücksichtsnahme auf die jedesmaligen Zustände und Begebenheiten der Zeit, welche den betreffenden Prophezeiungen zu Grunde liegen, sowohl der charakteristische Unterschied zwischen den messianischen Weissagungen des Jesaja und denen der späteren Propheten, als die öffenbare Verschiedenheit des ersten und zweiten Theiles der jesajanischen Prophezeihungen selber, indem in dem ersteren dem Propheten keine volle Auflösung und Zerstörung des Reiches, sondern nur die Bekriegung der Völker und die damit zusammenhängenden Umstände vor Augen schwebten, dem letzteren aber der Untergang des Volkes und das babylonische Exil, im Geiste vorausgesehen und gedacht, zu Grunde liegen. (Fortsetzung folgt.) Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen ^.Mer Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur bttreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [216] Vorrathig bei C«,Ä. Fritzsche m, Leipzig: Den verehrten Subscribenten des Talmud in 8. in AA Bänden diene hiermit zur Nachricht, daß der Schluß dieses Werkes an dieselben versendet wurde, und es wird solchen Subscribenteil, lvelche nur eine Anzahl der zuerst erschienenen Bände genommen, auch jetzt noch eine kurze Frist gestellt, um sich die fehlenden Bände noch zum Pränumerationspreis anzuschaffm. Mit Neujahr 1847 hört jedoch diese Begünstigimg auf, und werden dann nur noch komplette Exemplare geliefert. Da nun die Unterzeichnete Verlagshandlnug die erste ist, welche dieses große Nationatwerk in diesem bequemen Format und in so würdiger Ausstattung zur Vollendung gebracht , so darf sie wohl um so mehr auf eine lohnende Teilnahme des israelitischen Publikums Verlag von C. L. Fritz sch e. hoffen, als es ihr bisher bei diesem Unternehmen mehr um die Ehre, es zur Vollendung zu bringen als um Gewinn zn thun war, wie wohl Jeder der den großen Umfang des Werkes'mit dem geringen Preise vergleicht, leicht ein sehen wird. Prag, im November 1846. M. I. Landau'sche Buchdruckerei. [216] Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu beziehen:- Kusari ('ins). oder jüdische ReligionsPhilosophie von R. Jehnda Ha-Lewi. Kommentirr von Dr. G. Brecher, gr. 8. Brosch. Um den Wunsch mehrer Theologen' zu erfüllen, ist das unsterbliche Werk des kastilischen Gelehrten nebst dem anerkannt trefflichen Kommentar von Herrn Dr. Brecher blos für 1-^ Thlr. zu beziehen. Druck von I. H. Nagel. Redakteur: Dr. Jul. Fürst.