Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1846)
- Date
- 1846-12-17
- Page
- Seite 397 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2360092-2360418-2360470--5715-3532786- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I Berichte, Studien u»- Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lob!. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von JDr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Wogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 51» Leipzig, den 17. December 1846» Inhalt. A n die Leser. — Deutschland. Frankfurt a. M. Die Gesetzgebung über die Ehen. Berlin. Seminar. Z Posen. Kolonisation. Armenpflege. Gemeindezustande.— Oe sterreich. Prag. Die Pachter der Judensteuer. Arm und Reich. £)' Aus Mähren. Der Wirkungskreis des Landrabbiners. Hirsch. Proßnitz. Fassel's Stellung zu Hirsch. Gemisch. Nickolsll bürg. — Groß b ri t annien. Londo n. Schluß der Korrespondenz zwischen Dr. Adler, und Goldsmid. — Die Gesetzgebung A Würtembergs über die Verhältnisse der Israeliten. — Statistische Notizen. Warschau. Dalmatien. Lombardei. Breslau. Baiern. Hilkß desheim. Würtemberg. Hannover. Baden. Pesth. Pleschen. Antwerpen. Holland. Frankreich. Trier. Posen. Berlin. Schleswig-HoL- 8? stein. Rußland. Krakau. — LB. d. Or. . fl -; -V : _ __:__ .,.___- ■ __ _ -_ - ■" ■ An die Leser. S . .. Der „Orient" beschließt seinen siebenten Jahrgang. Von seinen ersten Anfängen bis auf D die Gegenwart hat er die Entwickelung der Kultur und Literatur unter dm Juden verfolgt, an den H Kämpfen über die sociale und politische Stellung der Juden sich bcthciligt und den religiösen Fragen I seine Spalten geöffnet. Nicht von den Zinnen einer Partei aus hat er den Kampfplatz überblickt oder überblkckm wollen, sondern Vermittelung und Paratysirung der Parteien war seine Aufgabe. Mit unsäglichen Opfern D von Sekten der Redaktion ist er in's Leben getreten, und hat durch Ansdauer und Muth sich eine feste Stellung verschafft. Freund und Feind, Gegner und Bundesgenosse werden ihm das Zeugniß jD ausstellcn müssen, daß er ein mächtiger Sporn der modernen Kultur der Juden geworden. Durch ff pekuniäre Opfer hat er der jüdischen Wissenschaft Bahn gebrochen, den Sinn und die Empfänglichkeit || für jüdische Forschung und Kritik mußte er erst anrcgen und in die entlegensten Gegenden hat er den jst befruchtenden Samen der wissenschaftlichen Bildung und des wissenschaftlichen Interesses getragen. j'U Eine Pflanzstätte der Wissenschaft, war er die Amme vieler junger Gelehrten, die gleich treulosen fh Kindern die Achsel vornehm zucken und der Bildnngsclemcnte, die sie empfangen, nicht mehr gedenken, ff Die verschiedenartigsten Zweige der jüdischen Wissenschaft hat er angcbant: Poesie, Philosophie, |./ Geschichte, Exegese, Alterthnmskundc, Biographik, Philologie u. s. w. Durch die Kritik hat er über % die Erscheinungen der specicll jüdischen Presse Buch geführt, und nicht nur dm Leser mit dem Gange |§ der Entwickelung vertraut gemacht, sondern auch dem künftige» Literaturhistoriker Raudzeichnungm zu |<* einer Geschichte der Literatur geliefert; durch dm Muth der Meinung, durch seine Offenheit und ijfj Unerschrockenheit, die dem Cliquenwesen fremd ist, hat er der Hierarchie, der Anmaßung, dem Egoismus einen Damm gesetzt: mit einen: Worte, er hat das Amt eines strengen Richters geübt, der von dem Ansehen der Person sich nicht bestechen läßt. Man hat, ohne Kenntniß vom Gange der Journalistik A nnd dm faulen Verhältnissen mancher Gemeinden, die Redaktion für jeden Buchstaben verantwortlich V machen wollen, als wenn sic nach Empfang jeder Korrespondenz sich in die verschiedenen Gemeinden tj begeben müßte, um dm Grad der Wahrheit z« konstatirm. Abgesehen davon, daß zur Kenntniß einer 8 Zeitbewegnng die Ebbe nnd Fluth der Meinungen und Parteiungen betrachtet werden müssen. — Es “ ' 51