Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1846)
- Date
- 1846-11-12
- Page
- Seite 364 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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364 eines der schönsten Gebäude in Berlin werden. Mit der neuen Synagoge sollen wir auch einen zweiten und dritten Prediger bekommen, da auch in der alten Synagoge gepredigt werden wird und die neue Synagoge für jeden Sabbat einen Vortrag nLthig hat. Oeftervei ch. Prag, (Hr. Dr. Wessely und die neu krerrte außerordentliche Docentenstelle an der k. I. Kart-Ferdinand ciif chen Universität zu Prag). Nil novi sul) sole ist wohl ein eben so wahrer, als allgemein bekannter Spruch. Wenn aber die Morgendämmerung der Aufklärung die durch Jahrhunderte herrschende Nacht einmal durchbricht: wenn die erwärmenden Lichtstrahlen der Freisinnigkeit und des Rechts die starren Formen verjährter Vorurtheile einmal zu zerschmelzen beginnen, dann bildet ein solcher Moment in der Geschichte des Volkes und dessen Regenten, nicht nur eine N o v i t ä t sondern ein E r e i g n i ß; nicht eine geringfügige Anordnung, sondern ein historisches Faktum, das seinen Gesetzgeber ehrt und seiner Unterthanen Wohl erhebt. Ein solch historisches Faktum ist dies: daß Se. Majestät der Kaiser von Oestreich allergnädigst gemhetm, an der k. k. Prager Universität eine eigene Lehrkanzel für die hebräische und rabbinische Sprache und.Literatur anzuordnen, und diesen Lehrstuhl dem Hrn. Dr. Wessely huldreichst verlieh. Er ist aber der erste Jude, dem an dieser katholischen Universität die Würde eines akademischen Lehrers verliehen wurde. Am 19. Oktober wurde Hr. Dr. Wessely in Anwesenheit eines eben so großer: zahlreichen als gebildeten Auditoriums durch den hochwürdigen Hrn. Stndiendirektor der philosophischen Fakultät, Hrn. H y r o n imu ö Zeidler, infulirtcn Abt desPromonstratensenkloster am Strahhof installirt. DerJnstallatiorrsakt war ein wahrhaft feierlicher. Herr Studiendirektor Zeidler sprach über die Nothwendigkeit Dieserneuerrichteten Lehrkanzel und über die Verdienste des dazu von Sr. Majestät ernannten Lehrers auf eine eben so überzeugende als würdige Weise. Hr. Dr. W. erösfnete seine Vorlesungen mit einem einleitenden Vortrage, der alle Gemstther Der Anwesenden in eine wohtthuende Bewegung setzte, und mit Uebergehung aller Lobeserhebungen, die wir wohlverdienter/Weise dieser Antrittsrede zuk'ommen lassen müssen, wollen wir den Lesern des Orients einige Momente dieses gediegenen Vortrags mittheilen. ^Beschluß folgt.) Das Schlimmste. (Midrasch Tanchuma Wajescheb.) Rabbi J'huda, Sohn des Schalom spricht: Schlimmeres als das Weib giebt's wahrlich nicht; Und daß die Behauptung wirklich wahr, Zeigt die Schrift uns Allen sonnenklar: Israel hatt' das goldne Kalb gemacht, Nur dreitausend wurden umgcbracht; Durch ein Weid zu Schictim — hört nur an! Fielen vier und zwanzig tausend Mann! — Dr. I. H. Jacobson. Die Bürgschaft. (Midrasch Lanchuma Wajigasch.) „Ich will mein Wort euch offenbaren, Drum sage Israel mir frei: Wollt ihr's stets halten und bewahren? Und es befolgen redlich, treu?" Also hat Gott das Volk befragt, Und „Ja" hat jeder Mund gesagt. „Daß eur Gelübd' ihr wollet halten, Sagt, welche Bürgschaft gebt ihr mir?" Als Bürgen stellen uns're Alten *) Wir drei der frommen Väter Dir! „Nicht deren Bürgschaft wird gewährt, Die ihrer doch noch selbst entbehrt." So nimm als Bürgschaft für die Lehre Die eignen Kinder von uns an! Alsbald sprach Gott: „nun ich gewähre", Gab ihnen seine Lehre dann. Seit jener Zeit straft Gott die Sund' Der Eltern oft an ihrem Kind. — Dr. I. H. Jakobson. *) Abraham, Jizchak und Jakob. Perfonalchronik und Miseellen. Gnesen. Am 6. Oktbr. wurde hier eine Synagoge eingeweiht. Die Baukosten betrugen 20,000 Lhaler. Leipzig. Hr. Ad. Jellinek ist im Besitze der spanischen Werke von Daniel Le vi de Barrios, die er zum Nutzen der jüdischen Geschichte und Literatur (Heils übersetzen und theils im Originale mit Einleitung und Noten herausgeben wird. Altona. Der „treue Zionswächter" soll zum neuen Jahre einen neuen Redakteur bekommen, da der jetzige den 116 zu aufgeklärt sein soll. Verlag von C. L. Fritzsche, Druck von I. H. Nagel.