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Der Orient · 1846-11-12 · Heft 46 (12.11.1846) · p. Seite 357

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 46 (12.11.1846)
Date
1846-11-12
Page
Seite 357 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbt. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von Dr» Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 46» Leipzig, den 12. November 1846» Inhalt. Deutschland. Hamburg. Revolution in Altona. Schulwesen. Cohn. Bernays. Posen. In Sachen der Kolonisation. Posen. Entgegnung. Würteimberg. Feierlichkeiten. Benedikt. Dr. Weil. Kirchliche Erlasse. Krotoschin. In Sachen des Nabbinats. Aus dem Posein'schen. Zopf und Schwert. Posen'sches. Kolonisation. Crefeld. Aktenstück in Schulsachen. Hamburg. Hvldheim. Hamburg. Cohn. Bernays. Michael. Berlin. Die R.G. Die neue Synagoge und die neuen Prediger. — Oesterreich. Prag. Antritt des Dr. Wessely. — Gedichte vou I. H. Jakobson. — Personalchronik und Miscellen. Gnesen. Leipzig. Altona. — LB. d. Or. Deutschland. Hamburg, 27. Oktbr. In der Altonaer Gemeinde, dem Sitz des treuen Zionswächters, ist eine kleine Revolution / wie ste jetzt an der Mode sind, losgebrochen. Mail verlangte vom Vorstände, daß die Gemeinde nach gewissen Statuten verwaltet, daß ein Budget veröffentlicht werden sollte, und weil der Vorstand das nicht wollte, reisten zwei Männer nach Kopenhagen, machten dem Könige Vorstellungen, und erhielten den Bescheid, daß sich der Vorstand nach ihren Wünschen richten sollte und müsse. Jetzt also wird es anders werden. In Hamburg wären dieselben Schäden zu heilen, doch fehlen die Aerzte'dazu; und die Altonaer Aerzte können hier nicht praktieiren. — Unser Senat geht schon lange mit der Idee um, eine Schulreform ins Leben zu rufen, ungefähr eben so lange, als der Bundestag mit der Judenemaneipation schwanger geht; letzlich hat er auch die Gemeinde-Vorsteher aufgefordert, sich dem proj.ektirten Scholarchate — ich wollte sagen, der Schulreform —anzn sch ließen; der Gemeinde-Vorstand hat es aber abgelehnt, weil die Juden nicht einmal Mitglieder der Prüfungskommission werden dürfen, und man sich nicht, selbst erniedrigen will. Zuletzt wurden 14 Schulmänner ringelnden, die größtentheils die Ansichten des Vorstandes theilten. Und doch kann man sich über diese Sache noch nicht beruhigen. Ich denke, die Sache ist gar nicht so schwierig. Wenn-ich der Vorstand wäre, würde ich sagen: 1) wir halten unsere Entscheidung zurück, bis das Scholarchat gebildet ist, denn in Hamburg anr wenigsten kaust man die Katzen im Sack; 2) wir treten bei,'wenn wir mit Uebernahme der neuen Pflichten gleiche Rechte erlangen, d. h. an der Schulverwaltung Theit nehmen dürfen, nicht darunter, sondern daneben stehen. Und wenn, der Senat dies nicht will, nun so schadet es auch nichts; denn unsere Schulen sind gar nicht so arg und sehr leicht könnte der Verstand ans der Gemeinde selbst eine Art S eh ul ko mmission bilden; wir haben unsere eigene Polizei, warum dürfen wir nicht unsere eigene Schulkommission haben? Bei dieser Gelegenheit will ich auch erwähnen, daß die Lehranstalt, welche Hr. Louis Simon vor noch nicht einem Jahre ins' Leben gerufen hat,, so außergewöhnlich günstige Ausnahme findet, daß sie jetzt schon 40 Zöglinge zählt; es läßt sich annehmen, daß in kurzer Zeit diese Anstalt zu den vorzüglichsten Realschulen gezählt werden wird; Hamburg ist für ein HandlungSlnstitut übrigens ein sehr günstiger Ort, selbst aus den fernsten Gegenden werden die Zöglinge hierher geschickt. — Der Verein zur Beförderung socialer Verschmelzungen ftnfcet, nachdem er sich konstituirt hat, auch auswärts viele Theilnahme; es läßt sich nicht längnen, daß er sehr günstig einwirkt; ich möchte mir, daß in sein e m V ersa m m l u ng slokale ein Schild mit den Worten darauf angebracht wäre: ,,auch ohne unseren Verein beanspruchen wir die vollständigste Emancipation"; denn es giebt Leute genug, 46

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