Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1846)
- Date
- 1846-11-05
- Page
- Seite 351 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- 351 — und Synagogenwesen in Proßniß schreitet fort. Man steht im Begriffe, die unter der Leitung des Hrn. Portes stehende Schute in eine Harlptschule zu umwandeln, und au den Festen waren die Gebete in der großen Synagoge von Choralgcsang begleitet. Der Vorsänger Stark macht sich durch seinen gründlichen Unterricht um den Synagogalgesang sehr verdient. — Das Landrabbinat wird allem Anscheine nach. Hirsch einnehmen, der das. Nickolsburger Rabbinat nur in denr Falle zu übernehmen erklärt hat, wenn er dann zum Landerrabbiner gewählt wird. Da aber die Wahl von mährischen Rabbinen abhängt, so ist die gestellte Bedingung nicht so leicht zu erfüllen. Ein großes Feld — besonders was das Schulwesen betrifft — erwartet den neuen Landrabbiner. — Mähren beginnt in der jüngsten Zeit seine Mannen gegen die Berliner Genossenschaft zu stellen, was höchst possirlich ist. Die sich „vergälloywenden" Rabbiner und die „fortsetzenden" Lehrer kämpfen gegen Windmühlen, da die Reform der R.-V. und der B.G. in Mähren kaum verstanden wird. Bessere Schulbücher für die Jugend sind ein größeres Bedürsniß, und wenn das . Geld, die Zeit und Mühe für die Schulen verwendet würde, so konnten die Ritter gegen eine in Mähren kaum geahnte Reform sich größere Verdienste erwerben imfc die deutsche Sprache brauchte nicht so laut über die ihr zugefügten Beleidigungen zu klagen. — Nächst der Schule bedürften die mährischen Gemeindcvorstände einer Reform. Nicht die Befähigten, sondern die Reichen werden in der Regel Gemeindevorsteher und die Engherzigkeit und Unwissenheit suchen oft die schönsten Institute im Keime zu ersticken. Nicht jeder Vater kann seine Kinder erziehen, nicht jeder Vorsteher seine Gemeinde leiten, nicht jeder Rabbiner ein Schriftsteller und nicht jeder Berichterstatter ein Lobhudler sein. — Der Lehrer R. in .. giebt eine Broschüre gegen deutsche Reformen heraus. Sie. soll viel Licht ans mährische Grabsteine werfen. — Viele mährische Familien wollen nach Amerika answandern. Auswanderungen nach Ungarn sind nicht selten. ZWien, Ende Oktbr. Ein neues literarisches Unternehmen, das hier vorbereitet wird, verdient die Aufmerksamkeit des jüdischen Publikums. Der bekannte Literat Fra uz G r ä ff e r m Verein mit Hm. S. D e u t sch geben ein Werk heraus unter dem Titel: Jüdischer Plntarch, Biographien der beruhintcftcit Juden und Jüdinnen aller Zeiten, Länder und Stände. Dieses populäre Nationalwcrk wird die Juden ans die Heroen ihrer Geschichte aufmerksam machen itufc wird dazu beitragen , manches Vorurthcil zu entfernen. Auch die Neuzeit, die eine Epoche voll. Leben in der jüdischen Geschichte ist, wird gewürdigt werden, und das Volk wird erfahren, welche Männer literarisch und politisch für dasselbe arbeiten. Oesterreich wird allerdings in den Vordergrund gestellt werden. Mähren, auf das man mit scheelen Augen sieht, wird ein großes Kontigent liefern, da es viele Gelehrte zählt. Uebrigens ist Herr Deutsch selbst ein Sohn Mährens. Wir zweifeln nicht, daß die jüdischen Gelehrten das Werk nach Kräften fördern werden. Hr. Gräffer (Schottenbastei. 116) nimmt portofreie Zuschriften an und honerirt die Beiträge nach Verdienst. ' Wir richten zugleich an den geehrten Redakteur dieser Blätter die Bitte, das Unternehmen durch seine Vollendung in der Form und durch seine Behandlung historischer Stoffe zu fördern. Vis unita iorlior! Prag, im Oktbr. Der Synagogalgesang ist in dem Kultus der Neuzeit ein wesentlicher Bestandtheil und es wäre zu wünschen, daß viele tüchtige Kräfte zur Vollendung desselben Mitwirken möchten. Einen tüchtigen Bearbeiter alter Melodien besitzen wir in dem ersten Kanter am hiesigen Tempel. Ein Mann, dem sowohl reiche musikalische als Gesangmittel zu Gebote stehen, hat er die lieblichen Melodietl der Alten in Noten gesetzt, und was er hier davon vorgetragen, hat sich eines allgemeinen Beifalls erfreut. Wir heben seine Todtenfeier (Haskarat Neschamct) und die Melodie des „Unetane Tokef" beispielsweise hervor, die ausgezeichnet schön und ergreifend sind.. Da Hr. Portes im Begriff ist, eine Knnstreise anzutreten, so werden manche Städte Gelegenheit haben, die schöne Tcnorstimme sowie den guten Vortrag desselben zu hören. Durch die Veröffentlichung einer die alten Melodien enthaltenden Sammlung werden auch kleinere Gemeinden in den Stand gesetzt werden, die Schmerzenstone der Alten in moderner Manier zu vernehmen. Großbritannien. London, im Sptbr. Gewiß wird es'in Deutschland nicht minder wie bei uns hier bekannt sein, wie die Mission des Sir Moses Montefiore von den Juden Polens ausgenommen wurde; mit welchen Ehrenbezeugungen und Dankadressen er überall bewillkommt wurde; weniger bekannt dürfte es aber sein, wie Herr Dr. Löwe begrüßt und welcher Empfang ihm bereitet wurde. Ich übersende Ihnen die Nummer aus dem Voice of Jacob mit, in welcher der Enthusiasmus der Wilnaer Juden in einem Schreiben an Dr. Löwe mitgetheilt wird. iirin p’D i'to jo'mi iwm 'n1? ab®!?oaw', nina^i oipn^ dihn , baran m’jno , ni'DiD’j , ni’mn , ‘pan npau bin 'n nana, am , nsix 'n dnti , nnicim nncn nwbw. bi. ’ibn aan nmioaia dkg i>nj) , bbnn vby y'om , 'n w y nyb napN“ mia1 : iDnoo rcna aat? , waab bv nsmb nnv innrw nn ipmnn ’jaD n1?! waa dp dp nponnrr pnnai pn^i-a 45 *