Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 45 (5.11.1846)
- Date
- 1846-11-05
- Page
- Seite 349 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Stildier» und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Zahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen lobl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für Wische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr, Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. $ 45, Leipzig, den 5. November 4846, Inhalt. Deutschland. Berlin. Schul- und Predcgtwesen der RG. Cr e selb. Clrkular in Schulsachen. — Oesterreich. Aus Mahren. Die Judensteuer. Ein Thurm und eine riesenhafte Intoleranz. Schul- und Kultuswesen. Landrabbinat. Schriftthum. Gemeindevorstande. Auswanderungen. Wien. Ein jüdischer Plutarch. Prag. Der Svnagogengesang. Hr. Perl es. Großbritannien. L ond on. Dankadresse an Dr. Löwe aus Wilna. Geschenk. — P ölen und Rußland. Die griechische Kirche. Regierungsmaaßregeln. Curland. Büchersteuer. — Einige Worte über die Meziza. Bon Dr. M. Salomon. — LB. d. Or. Deutschland. Berlin, 27. Oktbr. Es sind wohl noch keine sechs Wochen her, daß die hiesige jüdische Reformgenossen sch a st sich in Person des . Kandidaten F. einen Hilfsprcdiger gewählt. Es fand sich aber bald nach seiner Wahl, daß Hr. F. nicht reine Originalpredigten , sondern solche. vertrug, die schon andere Rabbiner vor ihm gehalten und die auch seitdem durch den Druck veröffentlicht sind. Vom Vorstände darüber befragt, gestand Hr. F. die Sache und reichte auf Verlangen einiger Vorsteher sein Entlassnngsgesuch ein, was er jedoch ans Anrathen vorgeblicher Freunde bald wieder mit dem Wunsche zurücknahm, seine Sache von der Generalversammlung entschieden zu sehen, nachdem eine dazu ernannte Kommission die Echtheit oder Unechtheit seiner Predigten geprüft haben würde. Irl beides willigte der Vorstand. Die Kommission, zu welcher mehre seiner Freunde gewählt worden zu sein schienen, war gctheilter Meinung, jedoch wollte die Majorität derselben in den Predigten nicht ein vollständiges Plagiat finden. Wie auch das Urtheil ansfattm mochte, Hr. F. konnte bei dieser Sachlage nicht länger Prediger der Genossenschaft bleiben, was selbst seine Freunde einräumten. Dies endlich einsehcnd, gab er wenige Stunden vor dem Zusammenkommen der Generalversammlung feine Dimission abermals , oder besser, lehnte er die auf ihn gefallene Wahl ab,, sodaß der Vorsitzende der Genossenschaft weiter nichts als den Hergang der Sache zu reftriren brauchte. Außerdem sollte in derselben Versammlung die Errichtung eines Instituts für gemeinsamen Religionsunterricht berathen werden, Allein kaum waren die Debatte«, über diesen, höchst wichtigen Gegenstand begonnen, als dieselben auch wegen der vorgerückten Zeit' wieder abgebrochen wurden. Der Vorstand behielt es sich vor, die m dem Institute der Jugend beizubringende Religionslehre mit Hilfe des Predigers selbst festzusetzen; jedoch werden zu jeder Plenarsitzung 25 Mitglieder der Genossenschaft hinzugezogen werden, aber ohne daß dieselben eine Stimme hätten. Die Unterrichtsgegenstände.in dem Institute, welches drei Klassen für Knaben und drei Klassen für Mädchen haben wird, sind: 1) Bibelkenntniß; 2) Uebersetzen aus dem Hebräischen für Diejenigen, die daran Theil nehmen wollen;. 3) Geschichte der Juden und des Judenthums, und 4) Religionslehre. Der Unterricht kostet monatlich 15—20 .Sgr. Die Einsegnung ist öffentlich. Eröffnet wird dasselbe wo möglich am 1. Jan. 1847. (D.A.Z.) Crefeld, 18. Okt. Die rege Theilnahme, welche gerade der Orient, ohne sich mit prahlerischer Etiquette zu brüsten, unseren Verhältnissen stets geschenkt, veranlaßt mich, Ihnen auch folgendes Cirkular einzuftnden: Es lautet: An die Herrn Vor steh er der israelitischen Gemeinden des Konsistorialb ezirkes Crefeld. Der Ober-Rabbiner so wie sämmtliche im hiesigen Konsistorialbezirke angeftellte Lehrer haben es für höchst nothwen- 45