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Der Orient · 1846-10-15 · Heft 42 (15.10.1846) · p. Seite 332

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 42 (15.10.1846)
Date
1846-10-15
Page
Seite 332 (sequence 15)
Language
German
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— 332 — genoffen in den externen Wissenschaften und erfreuten sich nur ihrer bessernund richtigern Gott eserke nn (niß. Die talmudischen Heroen in der Arzneiwiffenschaft waren Samuel und die Mutter von Abbaji, welche den ganzen Schatz der talmudischen Arzneimittel lieferten.3) Und was ist der größte Theit ihrer Heilmethode anders als Amulete und sonstige sympathetische Mittel, welche mit der Dämonologie und Zauberkunst in engem Konnex stehen? Finden wir Nicht auch im ..Talmud jene sinnlosen Wörter und Sprüche, die man für zauberkräftig hielt und die man Ephesiae litfcerae nannte Athen. 12 p. 171) und gleicht die Zauberformel in Abod. Sara 12 b: nnncy nna N' . . n nicht ganz der von Kato zitirten Formel' varäaries, /Irclari68, vai'is ete. und andern ähnlichen (Plinius 28, Sprengel Geschichte der Arzneikunde II* 85)? Müssen wir auch die Redaktoren des Talmuds tadeln, solche rein heidnische Elemente in den Talmud ausgenommen zu haben, so gereicht es auf 3) Wir setzen für den einstigen Bearbeiter der talmudischen Medicin einen großen Theil dieser Stellen hierher. n‘b , K sö , 2 1V /, rr b , ü tib mana ♦nbp/ibp, dp,, np , nb , ib , sb naty ab « a"p-'/ rbp' , ’Py ab dtidb * ab , nb prvy maina * ns, pv , ib ncv , , ab ]cp nyia □nn: V® > '} /,is pau nb , >x , j > tbb ♦ ab ab-* ns "pa * tob >vnb ny ibp nlb * n .baa i nPuo b rib xa m Die talmudische Diätetik ist in folgenden Stellen zu finden. , nV, X , na»y * ü , nb , b , ib niana , 3b O'nvs ' b , ab , na pn’y .*. tsbp , ä , iy , ba , b mama * aip , dr>p, dp , ix , Eoa ba * ns , nb ,d'n anno ♦ jVp pin jp .n dp rran xnpn s' nnj ♦?’p Es läßt sich mit vieler Wahrscheinlichkeit vermuthen, daß die talmudische Medicin, wo sie natürliche Mittel hat, in dm medicinischen Schriften des Hippokrates zu finden ist; so fanden wir z. B., daß der Kohl, den auch der Talmud empfiehlt, bei den Pythagoräern eine universelle Medicin war. So liegt vielleicht auch der Stelle ]<q müD jnun i?a nbD?3 WN pdr lBerachot), das hippokratische System zu Grunde, wonach die Lage gegen gewisse Himmelsgegenden auf den Abortus und die Fruchtbarkeit des Weibes influirt. und zwar, umgekehrt wie im Talmud, die Nordseite auf den Abortus und die Ostseite auf die Fruchtbarkeit (Apol. des Hk. U. 543). Im Talmud, wo für < Alles eine Schriftstelle aufgesucht wird, wird zwar auch hier eine solche zur scheinbaren Begründung aufgestellt, die aber in der Wirklichkeit nur in Erwähntem zu suchen sein mag. So wird auch einem Lalnmdiften, der Seewasser trinkbar machen konnte, sein wissenschaftliches Verdienst abgesprochen, und dieses seiner Henntniß der mystischen Theosophie beigelegt (Jerusch. Ab. Sar. 10 d). der andern Sekte unserer Religion zur Ehre , daß. das ganze Zauberapparat mit den sympathetischen Wunderkuren und Da> monologien eine exotische.Pflanze war, die nur der Volkswahn in den heimathlichen Boden versetzen konnte. *)\ Daher konnten auch so viele,, von spätern Naturforschen als Fabeln der Vorzeit erkannte Erzählungen im Talmud um so mehr einen Platz finden, weil die Talmudisten den Wissenschaften nicht für sich allein einen Werth beilegten, sondern nur in Beziehung auf die Religion und theologische Spekulation, daher ihre wichtigen Kenntnisse, von der Anatomie der Thiere, die zu den Neligionsgesetzen von Tresot unumgänglich nothwendig waren> ebenso ihre anatomischen Kenntnisse der weiblichen Gebu.rtstheile, die sie aber wahrscheinlich dem Epheser Saranus verdankten / der in Alexandrien erzogen und unter Trajan und Hadrian nach Rom kam, und gerade in diesem Theile der Anatomie sich großen Ruf erwarb, denn die Talmudisten selbst hegten wie das ganze Alterthum dasselbe Vorurtheil gegen die Zergliederung menschlicher Leichnahme und nur an Verbrechern wurden anatomische Studien gemacht. (Bechorot 45 z Nidda 30). (Beschluß folgt.) 4) Vergl. unfern Nachweis in der hebräischen Monatsschrift Zion^-Jahrg. 5602. S. 82^, daß selbst die in der Halacha eine so große Rolle spielende Lehre von (Pes. N0) heidnischer Aberglaube war, ferner daß das in der Mischna (Joma 74) vorkommende Mittel gegen den Biß eines tollen Hundes sich wirklich in Plin. 29, 32 findet. Personalchronik und Miseellen. Wien. Unser Glaubensgenosse, der Dichter Dr. L. A. Frankl, hat für die Ueberreichung seines neuesten Werkes von .luan d’Austria einen kostbaren Brillant-Ring von Sr. Majestät erhalten, welchen ihm der Obersthofmeisier Graf Diterichstein in Begleitung eines sehr schmeichelhaften Briefes zuschickte. Breslau. Dr. Geiger hat den zweiten Festtag auch in der Praxis abgeschafft. Am zweiten Abend des Sukkotfestes wurde in der Synagoge das Kiddufch weggelaffen, und die Geigerianer öffneten ihre Läden am zweiten Tage. Doch sollen die letztern auch am ersten Tage geöffnet gewesen sein! Schwerin a. d. W. Die hiesige Gemeinde hat den Dr. Schwabacher zu ihrem Rabbiner engagirt» Am 1. Tage Sukkot hielt ec seine Antrittsrede. Verlag von & L. Fritzsche- Druck von I. H. Nagel.

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