Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1846)
- Date
- 1846-10-15
- Page
- Seite 325 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter fÄt Jahrgang, — jüdische Geschichte und Literatur. — Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buckhandlungen aus ein Jahr. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturbtatt mitgerechnet, zweiBoaen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. J%0 43k Leipzig, den 15. Oktober 184H» 111 h a l t. Aegypten. Kairo. Merkwürdige Antwort Ibrahim Pascha's. — Deutschland. Aus dem Poserr'scheN' E Derascha und Predigt. Hr. Pol law. Aus Baiern. Historische Vereine und historische Mittheilungen. — S chw ei z. Bern- A Mittelalterliche Gesetze. Fortschritt. — Frankreich. Leipzig. Die Leistungen des Uiviv. Isr.— O efterrerch. Papa. Antritt! des Rabb. Low. Aus Ungarn. Einweihung der Synagoge in Papa. Toleranztaxe. Fortschritte im Kultus. — P ölen und Ru ßland. W a rsch au. Hr ltaras. — Einige Worte über die Meziza und ihre'neuesten Vertheidiger. Von K — m. — Personalchronik und Miscellen. Wien. Breslau.- Schwerin a. d. W. — LB. d. Or.!.i ___-—.- | ’" | Aegypten Kairo, im Aug. Französische Blätter berichten D fotzendes Faktum: „Der Großrabbiner der Israeliten g war gestorben; eS war unerläßlich, dem Oberhaupte | emex Religion tic Ehren 51t erzeigen, welche die Gesellfj schaff ihm schuldig ist; allem die Furcht, daß einige?! Fanatiker eine so fromme Ceremonie stören würden, hatte n die Körperschaft der Israeliten bestimmt, Schutz von > '1 dem Gouverneur von Kairo zu verlangen, welcher nur ■ *; eine ausweichende Antwort gab. Die Israeliten beschlossen nun, sich an Ibrahim Pascha zu wenden; die- •i ser befand sich im großen Divan. Er ließ die Dehul'i tation, die von ihm Schutz verlangte, um die letzten I; Pflichten gegen das Oberhaupt der Religion zu erfüllen,!? zu, und wendete sich, nachdem er dieselbe 'gehört hatte, ' zu den Anwesenden und sagte: „Seit ich meine Reise : nach Europa gemacht, bin ich unzufrieden mit mir selbst. Verhehlen wir es uns nicht, wir haben noch viel zu thnn, nicht um uns mit Europa auf gleiche Höhe zu? stellen, sondern wenigstens, um die Bahn des Fortschrittes zu beginnen. Ich habe den Schutz, den man allen j Kulten ohne Ausnahme bewilligt, die Achtung, die man für sie hat, gesehen, und ich werde nicht dulden, daß j es in Egypten anders sei; alle Religionen müssen wie s unsere eigene geachtet werden; wir schulden allen den j nämlichen Schutz, und ich würde betrübt sein, wenn es 1 anders wäre. Demzufolge werden wir statt einiger Sol- - / daten, um den Zug zu eskortiren, ihm 3000 Mann geben, und ferner wird inein eigener Wagen dazu dienen, um den Sarg in denselben zu stellen." Sich hierauf an die Deputation wendend , sagte er: „Fürchten. Sie nicht, gestört zu werden, indem Sie Ihrem Rellgions-Oberhanpt die letzte Pflicht erweisen. Gehen Sie, und erinnern Sie sich, daß Egypten ein Land sein wird, wo alle Kutte mit einer gänzlichen Freiheit werden ansgeübt werden können". Wie viel Wahres in dieser Mittheilung sein möge, läßt sich freilich nicht ganz bestimmen, aber so viel ist gewiß, daß das schwere Joch, welches auf unfern Glaubensbrüdern gelastet, sich im Morgenland allmälig gelockert oder ganz verschwunden» In der Türkei, in Palästina, in Marokko re. hören wir von keinen staatlichen Bedrückungen mehr, und mir die Noth, welche im Gefolge der Knechtschaft ist, läßt noch ihre Stimme vornehmen. Deutschland. Ans dem Posenschen, 5. Oktbr.' Was man auch an denPredigten alten Styts, gewiß mit vollem Rechte, zu tadeln weiß, ctu gewisser Scharfsinn, der oft in der E.regese zu überraschenden .Resultaten führte , und die Zuhörer in ununterbrochener Spannung fesselte, kann vielen dieser Homilien nicht abgesprochen werden , und so sehr die innere und äußere Beschaffenheit derselben mit dem modernen Standpunkte der Bildung, wie mit 42