Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1846)
- Date
- 1846-10-08
- Page
- Seite 317 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter für -- Mische Geschichte und Literatur. Das Abonnement auf ein Jahr iss 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Burbhand- Herausgegeben von tungen auf ein Jahr. Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Üiteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 41»Leipzig, den 8 Oktober 184 H« I nh a l t. Deutschland, Hamburg. Die isr. Gemeindeverwaltung. Berlin. Die Reformgenossenschaft. Hold heim. Frankfurt a. M. Verwahrung von Löwenftein. Krotoschin Predigerwesen. Posen. Der Sabbat. eAuch eine Rabbiner- Versammlung. Schneidemühle Antireform. Eger. Pleßner. — Oesterreich. Wien. Leichenbegangniß des jüd. Bürgerhauptmanns E Manuel Epping er. Jüdische Ofsiciere. St. Nikolau. Toleranztare. Intoleranz. Bergstadte. Die Stadthalterer und die Stande. — Das Streben nach religiösen Reformen. Von Dr. Helffr. lForls.) — LB. d. Or. Deutschland. Hamburg, 1 Oktbr. Die israelitische G em e in de - V er )v al t u u g. Obwohl anzuilehmcn ist, daß eine Erörterung' dieses Gegenstandes nur ein partielles, kein allgemeines Interesse anregen wird, hatte ich es nichts destowenigcr für Pflicht, nach den von zuverlässiger Seite mir gewordenen Mittheilnngen, eine Besprechung der israelitischen Gcmemde-Verwaltnngö- Angelegenheiten hier zu geben. — ES wird nicht ohne Berechtigung zu dieser Forderung, ein öffentliches Budget verlangt, theilweise ist derselben genügt, indem der engere Ausschuß des aus 21 Mitgliedern bestehenden Gemeinde-Kollegiums die Revision dcS jährlich dem Senate vorzulegendcn Budgets über Einnahme und Ausgabe > vornehmen kann. Es scheint jedoch, daß von diesem Rechte kein Gebrauch gemacht wird. Warum unterläßt man das? Wir wollen hoffen, nur im unbedingten, bis jetzt auch begründet gewesenen Vertrauen in die Rechtschaffenheit und Tüchtigkeit der 9 Gemeinde-Vorsteher, nicht aus leidiger BeqnemtichkeiL, welche unverzeihlich sein würde. — Geschähe aber auch diese Revision, wie es sein soll, so würde deshalb die Klage über oft unverhältnißmäßige Besteuerung der Gemeindemitgliedcrnoch nicht wegfallen. Der betreffende Modus müßte einer Aendernng unterworfen werden, die Ansätze sind jetzt oft ganz willkürlich und schließen, wenn gegen dieselbe Protestation erhoben wird , zugleich eine Unbilligkeit und einen Unsinn ein. Dem sich Beschwerenden kann nämlich dann ein Eid auferlegt werden, mit dem er zu erhärten hat, daß der ihm gewordene Steuersatz 3A seines Gesammtvermögcns und ,g seines jährlichen ErweM übersteige. Nach dieftr Norm,. die auch gerade die vorzugsweise mit Glücksgütern Gesegneten sich n i ch t gefallen lassen würden, wird nun keineswegs die Gemeinde durchschnittlich besteuert; welcher Nonsens und welche Ungerechtigkeit also, gerade die Widerstrebenden jener Eidesleistung unterwerfen zu wollen. Man glaube nicht, daß sie eine blose Wortformel sei; e§ wird dem Korr, noch referirt, daß sic gerade in den nächsten Tagen wieder einmal zur praktischen Anwendung kommen dürste. Um diesen Uebelständen abzuhelfen, tautet unsere Mittheilung weiter, sollte der Vorstand der Gemeinde einmal die angesehensten Mitglieder derselben zusammenberufen und mit ihnen über die zweckmäßigste Abänderung berathschlagen. — Das Ausgabe-Budget der hiesigen israelitischen Gemeinde durste sich aus mehr als 100,000 M. Crt. jährlich belaufen; davon kommen allein 50 — 60,000 M. auf das Armenhaus, tu weitester Beziehung, was für den humanen Sinn, mit welchem die hamburgischen Israeliten ihre bedürftigen Brüder, einheimische wie durchreisende, unterstützen, rühmliches Zeuguiß ablegt. — Im Kultuswesen werden größtenthellö die Ausgaben durch die Eimvohner gedeckt *), *) Wir erwähnen hier auch der Einnahmen für das 41