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Der Orient · 1846-10-01 · Heft 40 (1.10.1846) · p. Seite 309

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 40 (1.10.1846)
Date
1846-10-01
Page
Seite 309 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr^ Manabonm'rt bei allen löb!. Postämtern' und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr« für Wische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 40» Leipzig, den 1. Oktober Inhalt. Deutschland. Berlin. Jüdischer Vorschußverein^ Marburg. Dr. Ei Helberg frei. Frankfurt a. M. Der Katholicismus des'Rabb. Stein. 'Grd ßh erz ö gth u rn Baden. Juden in Konstanz. Polemik in den Journalen. Replik ches Nabb. S ch o^t t.. F.v a nk ur t a. M. Die Verwahrung. Oesterreich. 25us Galizien. Nekrolog des Hrn. M. Auspitz. /Intoleranz^des Lemberger Vorstandes Prag. Rabb. Pik. St. Nikolau. Einweihung. Festlichkeiten. Friede zwischen den 'Konfessionen^ Schulwesen? Loleranztäre^ — LB. d. Or. Deutschland. Berlin, Sptbr. (Jüdischer Vorschußverein in Berlin.).Es hat sich in diesem Jahre hier in Berlin ein Verein «gebildet^.der die Veachtnng unserer Mitbürger im volsen. Maße'verdien^.. .Der. Zweck desselben ist, hilfsbedürftigen Mtgtiedernder hiesiger! israelitischen Gemeinde, denen noch... geholfen werden kann, durch Wiederbelebung ihres Geschäfts und. ihrer, gewohnten Tätigkeit Unterstützung durch zinsfreie Getdvorschüsse zu gewWen) ftttn 'daduE/.d'eM’ gA'irzlirh.en Verarmen ohne Almosengabe, entgegen zu arbeiten'hnd die Zunahme der Armuth möglichst , zu vermindern... Der Fond hierzu bildet sich aus Schenkungen oder, aus Darlehen, die dem Verein zinsenftei in Summen njcht unter fünfzig Thaler und wenigstens auf zwei Jahre gegeben werden. Jedes Mitglied der israelitischen Gemeinde in Berlin, das seit wenigstens drei Jahren hicrselbst ansässig ist und eben so lange selbstständigen Handel oder Gewerbe betreibt, kann Vorschuß erhalten, wenn selbiges nicht durch eigene.verbrecherische Schuld oder entehrende Gewerbe hilfsbedürftig geworden und die Aussicht vorhanden ist, daß es durch denselben wirklich in den Stand gesetzt ist, seinen Erwerbszweig zu beleben oder zu verbessern. . Von jedem . vorgeschobenen . Thaler muß wöchentlich ein. Silbergroschen zurückgezahlt werden, so daß 30 Wochen nach. dem Tage des erhaltenen Vorschusses die gesummte Schuld getilgt ist) als Garantie für die Rückzahlung muß ein Jeder, der Vorschuß erhält, einen sicheren Bürgen stellen. Die Verwaltung besorgt ein unbesoldeter Vorstand, der aus 9 Beamten besteht und aus der Krhl der .Mitglieder gewählt wird. Der Verein zählte bis-.heute 40 Mitglieder , die sämmrlich durch Schenkungen.zugetreten sind, und besitzt bereits ein Kapital von 1100 Thalern; auögeliehen sind an 28 Individuen 1015 Thaler. Den Gründern hat vorzugsweise das seit 1816 in Hamburg bestehende jüdische Vorschuß-Institut als Vorbild gedient, welches nach seinem Berichte im Jahre 1841, bei Gelegenheit der Feier, des 25jährigen Bestehens der Anstalt, durch Legate und Geschenke ein Grundvermögen von 6958 Bko. Mk. 5 ßl. und 5238 Couv. Mk. 14 ßl. 6 pf. besaß. Mit Hilfe der chm zinsenftei gegebenen Darlehen hatte dasselbe in den 25 Jahren seines Bestehens an 11,670 Individuen die beträchtliche Summe von Conv. Mk. 953,399 8 ßl. ausgeliehen und von diesen nur Conv. Mk. 263 9 ßl. auf Conto pro Dubiose bringen müssen. Dies Resultat ist der beste Beweis, wie sehr ein solches Institut, das wohl Unterstützung, aber nicht Almosen giebt, den Bedrängten durch eigene Kraft wieder zu heben geeignet ist, da es den Unterstützten das peinliche Gefühl des Geschenk'tnehmens erspart und ihnen doch die Mittel an die Hand giebt, ihren Erwerb zu beleben und zn verbessern. Bedenkt man endlich noch, wie häufig arme Arbeiter, um inm'hrer, Thätigkeit nicht gehemmt zu werden, Wucherern in die .Hände fallen, 40

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