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Der Orient · 1846-09-24 · 39 (24.9.1846) · p. Spalte 621-622

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Journal
Der Orient
Volume
1846
Issue
39 (24.9.1846)
Date
1846-09-24
Page
Spalte 621-622 (sequence 7)
Language
German
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621 Studien. Min. Zlsasel. 622 | verstanden habe. Ich bin unterdessen auf einige Stellen in |J Talmud gestoßen, deren Sinn eben durch meine Behauptung 6 mir klar wurde und wodurch dieselbe an Evidenz gewinnt, hl Eine Stelle in Trakt.' Sanhedrin 96 a lautet: rb y”DD | b IDnnn^ ly ta m p pa pnL' nVn pnsn nb ’j -nnü pV ‘pn ib Nip w N:n idn2) ni^ nobn B MH. Nun ist wohl höchst auffallend, in welcher Beziehung selbst nach hagadischer Deutungsweise der beigebrachte Vers h mit stehen kann! Die Erklärung Raschi's ist gezwungen [[ und ungenügend. Verstehen wir aber unter Christenthum, so ist die Beziehung des beigebrachten Verses klar , in- : H dem nach üblicher hagadischer Manier der Vers also zu lesen , N' war n?»T -“nnü — Sohn, Gottessohn — p^> -pn fo. Die!- Erklärung dieser Stelle nach angegebener Weise ist auch nach s' einer andern Seite hin nicht uninteressant. Bekanntlich haben £ die jüdischen Liefern Denker des Mittelalters dem Christen- 1 thume den welthistorischen Beruf zugeschrieben eine Vermittf lang zwischen Heidenthum und Judenthum anzubahnen. Der angeführte Ausspruch des Rabbi Jizchak ist dem Liefern Sinn J nach nichts anders als jener dem Christenthume zugesprochene | Vermittelungsgedanken, da nach ihm der volle Sieg des Juh denthums — m p pN ~ nicht eher erfolgen wird, - als bis die ganze Heidenwelt zum Christenthume — — f. übergelreten sein wird. Wir fänden also schon im Talmud )r eine sehr gesunde Ansicht über die welthistorische Bedeutung >. des Christenthums ausgestellt. — Eine andere Stelle in Trakt.? Batra25 a, aus welcher ebenfalls die Nichtigkeit unserer Behauptung dargethan werden kann, lautet wie folgt: 'i ) b? nywh nm oipp ba n:w ino nm l ruw »m. ci'b uwo wb , mroo nb ppw ^nnn U'D rp3 mDl WD Ni?N. Dazu Raschi: ’T^T P; miDD bbrib nmn Dm£ Nun wissen wir aber, daß die Kirchenväter den Christen vorgeschrieben haben: §< beim Gebete das Gesicht gegen Morgen zu wen-!> denz so in Origines in seinem Werke de oratio ne (ed. h Reading. Lond. 1758) und in Alexander von Hales. l- ^8ümma tlleoj.?. I V.) ^). Es sind also unter den dahier sicherlich Christen zu verstehen *). ' h M. Dreifuß. |j 2) Die Leseart D’pnä nyb ist sicher falsch und von l späterer Hand. Bergl. Jalkut Schimon: §. 551. 3) Diese Citate sind, da ich die Bücher nicht besitze, aus Ben Chanina S. 21 genommen. Auch eine Sekte der Essäer, $ aus welcher das Urchristenthum gar vieles herübernahm, batte H auch zur Gewohnheit beim Beten das Gesicht gegen Osten ij zu wenden. S. Rapaport in Bikkure Ha-Jttim von in ) bpn 7i nr6n. i 4) In jenem Aufsatze habe ich ferner aufmerksam ge- " macht, daß namentlich niRV 'l Umgang mit den Minim hatte.;! LB. S. 1 v. I. Anm. v. Kirchheim.) Bekanntlich war der Hauptsi'tz dieses Rabbi in nvp d. i. Cäsarea. Nun hat t aber der berühmte Origenes im Jahre 231, also gerade £ um eine Zeit, in welcher Rabbi Abahu blühte, in Cäsarea i sich niedergelassen, allwo er an der Recension seiner Polyglotte II. Eine neue Erklärung über die Bedeutung des Opferritus des sogenannten nbii^o ^yw (hu-cus emissarius) und des Wortes Es ist wohl einleuchtend, daß das tiefere Versta'ndniß dieses am höchsten Feiertage der Israeliten stattgehabten Opftrritus von der Erklärung des Wortes abhänge. Der Erklärungen über Sinn und Bedeutung dieses Wortes sind viele, ohne daß irgend eine zur überwiegenden Anerkennung sich empfohlen hätte. Ich versuche daher eine neue Erklärung über den vorgeschriebenen Opserritus und das Wort bviy in diese Blätter niederzulegen. Es ist/eine allgemein bekannte Sache, daß Osiris und Isis als die zwei vornehmsten Gottheiten in Egypten gegolten haben. In Osiris wurde bekanntlich die Sonne, in Isis die fruchttragende Erde — die Ceres oder Demeter der Griechen — personisicirt. Ich will hier mehrere Stellen aus Baers „Symbolik des mosaischen Kultus" über den Jsi'sdienst und dessen Bedeutung in Egypten zusammenstellen. Im ersten Buche S. 318 heißt es: „So bemerkt Plutarch, Isis, die W e l tm u t t er, die personisicirte Erscheinungswelt, habe bunte *) Kleider gehabt." Ferner II. B. S. 228. „Das arbeitete ..Eichhorns Einleitung ins alte Testament, zweite vermehrte und verbesserte Auflage S. 331). Der Umgang des genannten Rabbi mit den Minim d. h. Christen ist also historisch erklärbar und einleuchtend. (Vergl. Pesachim 56 a. \3DO' D“Y bip2 .iniN D^piN IW UpHfl 1H3.N '-i "Ddr Orrcn nDiyin,) Auch läßt sich mit der Annahme, daß unter pD die christliche Sekte verstanden wurde, eine auffallende Erscheinung erklären, worauf Rapaport im V. Band des Kerem Chemed S. 172 aufmerksam macht, warum nämlich Rabbi Gamliel von der väterlichen Sitte abweichend die Lern fr ei heit beschränkte (Berach. 28 a). Allein wir haben in jenem 2lufsatze bemerklich gemacht, daß Rabbi Gamliel, (und wenn unsere Hypothese von Min richtig ist, so muß es Rab. Gamliel II, und nicht wie Seder ha-Dorot glaubt der erste Ha-Saken zubenamt, gewesen sein, da in Zeiten des Rab. Gamliel II, die christliche Sekte an Ausdehnung und Konsistenz gewann) der erste war, vielleicht aus traditioneller Ueberlieferung, da sein Ahn bei dem berühmten weltgeschichtlichen Prozesse zu Gerichte saß — der auf die neue Sekte aufmerksam machte, und ein Gebet gegen dieselbe — nvpDH — unfertigen ließ (Berach. 29 a). Nun mochten Viele unter den Hörern der Akademien im Herzen dem neuen Glauben nicht abhold gewesen sein, es mochte manchen stillen Paulus unter ihnen gegeben haben, darum sah sich R. Gamliel aus den damaligen Zeitumstänven veranlaßt, die Lernfreiheit zu beschränken, aus Furcht es könnte manchen Schüler geben DOID NnpM. Der dort vorkommende Ausdruck: nm OTi UW -nobn io ist nach meiner Erklärung sehr pajjend. — *) Vergleicht man hiermit Baer I. B. S. 323 wo es heißt: „Das Bild der Venus war roth, ihr Tempel von weißen Marmor, und weiß gekleidete durften ihren Tempel betreten." (S. ibid 338, wo diese Sitte auch bei den Persern als Religionsgebot geltend berichtet wird) so wird der Sinn der Mischna in Trakt. Megilla 24 b klar, welche tauf f i I I 1

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