Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 38 (17.9.1846)
- Date
- 1846-09-17
- Page
- Spalte 593-594 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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e Berichte, Studien und Kritiken für Msche Geschichte und Literatur. M 38. Leipzig, dcn 17. September 184«. Inhalt. Studieir. Nothwendige Hinzufügungen zu Leop. Löw's: „Schicksale und Bestrebungen der Ungar. Juden^, Von Rabb. M. Zipser. (Fortsetzung.) — Erklärungen und Erklärer persischer uud arabischer Wörter im Talmud. Von Ad. Jellinek. — Literarische Analekten. Sabbatfluß. Von Dr. M. Horschetzky. — Eine Sammlung talmudischer Sentenzen. Von I. Von di. — Notizen und Miskellen. Distichon auf die 3. RV. — Ankündigungen. Nothwendige Hinzufügungen zu dem im Kalender und Jahrbuche für Israeliten auf das Jahr 1847 befindlichen Aufsatze „Die Schicksale und Bestrebungen der Juden in Ungarn, seit dem elften Jahrhundert bis auf unsere Zeit. Von L e o p o ld L ö w, Oberrabbiner zu ,, Großkanischa" von M« Zipfer, Rabbiner in Stuhlweißenburg. (Fortsetzung.) d) R a b b i n a t s - Verwesung. Die Aufnahme der ß Rabbiner geschah auf immer (; -nnon pD nmprn nV I wrtt .-ppp ny "iy : 7d /'□ * psb nW nq* p ny); | jedoch schien eine zweijährige Abrechnung oder Anticipation | Statt gefunden zu haben (-mo D'D' D'iW lkl^l : üw | 'Qi nnyanno ivy p”pn rainn nnw w pr | NUQl.l lOL/ nn'DIJin) j zur Aufnahme des Rabbiner, wie überhaupt zu allen Gemeindeangelegenheiten waren blos die Leiter derselben berechtigt, ohne daß die Gemeinde irgend einen Einspruch machen konnte (♦ I"y .10 -*p j"d ''D nV mntra by tnoiyn p"pn mpyi duidöi D’twn : 'ay '’di am' by rwyj p'pn. ma ‘pai p"pn mps). Es gab zweierlei Volkslehrer: erstens hatten die riPDn, d. h. eine jede ihren eigenen Talmudgelehrten, der eine Art Unrer-Rabbiner vorstellte, auch öffentliche Reden zweimal des Jahres in den Synagogen halten mußte; dann hatte die ganze Gemeinde einen Oberrabbiuer (fi^dr 1DD : ly nw3 ^l nV H2r\2W 22 ,l1 npo p ioD p"p:w 21 npD). Ferner gab es ein Rabbinats-Kollegium .aus drei Juristen bijv-j bestehend (^p nV). Ofen hatte stets ausgezeichnete Rabbiner gehabt, so daß sich an diese die größten jüdischen Gemeinden, als Frankfurt, Venedig, Nikolsburg, Jerusalem, ritueller Entscheidungen halber wendeten, ja sie erhielten oft von der heil. Stadt den Ruf als Rabbiner irr ihrer Mitte zu sungiren, Noch ist folgender Umstand zu bemerken. Während Ofen vor Eintretung der türkischen Herrschaft vorzüglich mit dem Norden und Westen, nämlich mit den polnischen und deutschen Nabbinen in Verbindung stand, trat es späterhin ausschließlich mit dem Süden, nämlich mit den türkischen Rabbinern in Korrespondenz.. Als Zeitgenosse des berühmten Rabbi Israel Isserlein (^ll NvllN), vor mehr als 300 Jahren also , wird in seinem Gutachten ein gewisser Ql.lv pttO fl angeführt (rpp D"D 'nhö DWQ1 D'pDD). Daß dieser bei ihm in großem Ansehen gestanden, beweiset der Umstand, daß er auf Entscheidung des Letztern hinweiset i^lQ iPin in D'fnD by bw1? Mnyl dni : nw “Un N-flp N^i W )h 2)ttDb). Ueberhaupt scheint Ungarn damals mit benanntem Rabbi JsraeL Isserlein im häufigen Briefwechsel, vorzüglich in Betreff der Scheidungsbriefe, gestanden zu sein, und die Benennung l.1N yitf - wirb in seinem Gutachten sehr häufig erwähnt. Wir wollen jedoch einige bemerkenswerte Stellen aus diesem Werke heräusziehen, die uns über das Schicksal der ungarischen Israeliten nähern Aufschluß zu geben vermögen. Der U ebergang zur christlichen Religion war kein seltener Fall in den damaligen Zeiten; ja sogar Rückfälle zur jüdischen und dann abermalige 'Taufe wieder, (n^y tdd itw vby nyntf.DWD : monnn D'oyDi nwisr o'mion o’pnn tnin D^oyo Dnoin vh vlD D^oyDi omra umy cp'inpi.) Getaufte nach einer wirklichen Wiederkehr, oder Söhne der Getauften, wechselten häufig ihre, oder ihrer Väter Namen; erstere aus Furcht, Letztere aus Schände, damit sie nicht nach damaliger Sitte, wo man jeden mit Hmzufügung des 38