Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1846)
- Date
- 1846-09-03
- Page
- Seite 277 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter - Das Abonnement auf? ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirr bei allen ,i lob!. Postämtern und '' allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von De« Julius Fürst. i» Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 184« Leipzig, den 3. September Inhalt, Pa laftina. Jerusalem. Die Hungersnoth in Sefet. Warnung und richtige Adresse. — Deutschland. I Würtemberg. Der Wohlthater Mos. Benedikt. Die Familie Benedikt. Der isr. Rechtskonsulent Dr. Jordan als Stadtrath. Bucha u. Die Ercesse daselbst. Die R.-V. hat keinen Schutz gewahrt. Dr. Soll mann. R. Löwengar dt. - P o se n. Re-; plick in Betreff der Kolonisationsfrage. Frankfurt a. M. Aktenstücke für die R.-V. Sechszehn Beweise über das Streben der :j R.-V. nach hierarch. Gewalt. Frankfurt a. M. Protest der Reformer und der Gemäßigten gegen die Lügen der R.:V. Frsnkfurt a. M. Stein's Rettungsversuch der R.-V. nebst einer Züchtigung in Noten von D. — LB. d, Or. j Palästina. f Jerusalem, 8. Juni. Eine furchtbare ' \ Hu uger § no t h herrscht. in Folge der anhaltenden < Dürre uird des Verfiegens der meisten Flüsse und Bäche vür unserm Lande. Miau sieht Mutter, welche ihre lctzten verkäuflichen Kleider für ein Stück Brod hergeben, um ihren Kindern das Leben zu fristen. In Sefet find! mehrere Personen Hungers gestorben. Was : diesen allgemeinen Jammer noch vermehrt, ist das Unwesen der Korn wuch erer,-die sich für ihr schändliches J Gewerbe häufig von den türkischen Beamten besondere i Privilegien erkaufen, zu welchem Zwecke nicht selten die 'i aus Europa emtreffenden, gewöhnlich von den reichen > Blutsaugern oder deren Trabanten ,,verwalteten" Un-!! terstützungsgelder verwendet werden. Da, wie wir R vernommen, in Europa außerordentliche Kollekten zur Unterstützung der Nothleidenden im heiligen j Lande veranstaltet werden und bcn menschenfreundlichen | Spenden daran gelegen sein muß, ihre milden Gaben auch wirklich in die Hände der Unglücklichen gelangen zu lassen, so geschieht cs im Interesse der Armen wie ihrer Wohlthäter, daß wir hier die richtigen Adressen;r| angeben, durch welche die Unterstützungen in die rechten Hände gelangen. Man sendet nämlich für Christen die -|| Unterstütznngsgelder am besten an das sich thätig mit die- -E sem Liebeswerk befassende p re u ß isch e Ko n snla t in Beirut, und für Israeliten an Sir Moses Montefiore in London. Wir warnen besonders in dieser Hinsicht vor dem Sammlungskomlte des durch seine Bedrückungen und Gewalkthätigkeiren vielfach berüchtigten Chajim Abraham Gag in und seines Komite's in Amsterdam nebst dessen Filialen, indem auf diesem Wege die Gelder zu ganz andern als philanthropischen Zwecken verwendet werden und den Bedrückern der Hilflosen neue Waffen gegen ihrn Opfer in die Hände liefern. Deutschland. Würtemberg, im Aug. In der Sommerhitze ist mir die Korrespondenten-Dinte vertrocknet und mit wässrigem Stoffe wollte ich sie nicht auffrischen; nun kann ich doch einige Momente aus dem Schwabenlande nicht vorenthalten. Das Proletariat, dem auch bei uns vor Hunger der Magen schwappest, hat in der Residenz fast eine drohende Stellung angenommen. Die Zeitungen stets mit Nothrnfe, mit Ganterkenntnissen und Mundtodterklärungen gefüllt, konnten dem nach Brod schreienden Haufen keine Hilfe bringen. Da war es wieder ,,einer aus unsrem Volke", der dem Stadtrathe in Stuttgart 30,000 fl. als unverzinnsliches Anlehen zur Verfügung stellte, um Mehleinkäufe zu machen und den Unbemittelten auf Borg zu geben. Dieser edle Mann ist der Bankier Moses Benedikt, Bruder des sel. S.L.Benedikt, 36