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Der Orient · 1846-08-27 · Heft 35 (27.8.1846) · p. Seite 269

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 35 (27.8.1846)
Date
1846-08-27
Page
Seite 269 (sequence 1)
Language
German
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rwm Berichte, Studien und Kritiken Siebenter für jüdische Geschichte und Literatur. Jahrgang. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. r. Man abonnirt bei allen lö'bl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich . das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. von Dr. Julius Fürst. b jÜ35. Leipzig, den 27. August 184«. Anhalt. Deutschland. Hamburg. Warteschulen, Verein, Ludenthum und Muckerlhum. Breslau. Berichtigung über Geiger. Berlin. Die Theologenversammlung. S a ch s. Gleiwitz. Nabbinerwesen. Empfehlungsschreiben. Rabb. Lewy. Berlin. Vertheidigung und Zurückweisung. Posen. Die Kolonisation der Juden. Die Thätigkeit des Central-Vereins. — Oesterreich. Prag. Rapaport und die Theologenversammlung. — Synagogen und Prediger. Gaste. Prag. Rabbinerwesen. Oberitalien. Hoffnungxn auf Rom. Papa. Löw und Schiller. — Der Theologen-Verein. Von R. Dr. Frankel. — Das Streben nach religiösen Reformen. Von Dr. Helfft. — Personalchronik und Miscellen. Wien. — LB. d. Or. Deutschland. u Hamburg, 10. Ang. Wie sehr der orthodoxe Theil unserer Judeuheit den Separatismus zu erhalten sucht, auch da, wo er ohne schimpfliches Nachgeben und ohne Nachtheil schwinden kann, ersieht man zur Genüge aus folgendem Vorfall/ den ich Ihnen in aller Kürze als einen Beitrag zur Charakteristik unserer Gemeinde mittheilen kann. Der jetzt noch im Bilden begriffene Verein zur Beförderung socialer Verschmelzungen zwischen Juden und Christen hat dahin gewirkt, daß 12 arme Kinder in eine der hiesigen christlichen Warteschnlen ausgenommen wurden. Ich schlage das nun gar nicht hoch an, und begreife nicht, wie man ans solcher unbedeutenden Sache so viel Aufhebens machen kann, aber es ist doch immer recht lobenswert!). Das ärgert nun die orthodoxen Zionswächter und flugs erscheint ein Cirkular mit der Bitte um Beiträge zur Gründung einer jüdischen Warteschule, in gehöriger Form, jüdisch und deutsch, für Alle verständlich imb nicht wenig nach Frommheit duftend._ Nicht damit zufrieden, strebt jene Partei auch nach einem Legate des verstorbenen Isaak Hartwig, und dieses kann ihnen freilich nicht verweigert werden, denn das Geld ist ja dazu da! Wenn nicht schon der Verein für Unterbringung der Kinder in Warteschulen gesorgt hätte, könnte inan gegen die Begründung der eigenen Schulen gar nichts einwenden, aber solche Anstalt zu begründen, da es nicht nothwendig ist, weil hier christliche und jüdische Kinder zusammen sitzen, das ist zu weit getrieben. Der Verein übrigens benimmt sich ganz sonderbar; kaum sind 12 jüdische Kinder von einer Warteschnle ausgenommen, was allerdings als ein Ercigniß gehörig proklamier wird, hält sich der Verein für diese außerordentliche Wohlthat auch so enorm verpflichtet, daß er seine Dankbarkeit auf die kräftigste Weise darthun will, und nun beginnt eine großartige Bettelei von Seiten des Vereins um Beiträge für die christliche Warteschule! Sollte man nicht meinen, Wunder welche Heldenthaten die christliche Warteschule getchau, daß sic aus unfern Dank solche Ansprüche machen t Natürlich, dazu gehört auch ein Cirkular, ein Gegenstück zu dem frommen, von dem ich früher sprach. Wer es abgefaßt hat, weiß ich nicht, aber daß es ganz eigenthümlich abgefaßt ist, kann ich nicht läugnen. So heißt cs z. B. darin: Namentlich dürste durch das Beisammenleben der Kinder verschiedener Konfessionen in dem frühesten Alter am sichersten ein innigeres gegenseitigeres Anschließen irr reiferen Jahren angesehnt werden k. Wenn das nicht Selbsttäuschung ist, begreife ich es nicht; denn wenn die Kinder die Warteschule verlassen, kennen sie sich kaum noch, und nun liegen noch so viele 'Schuljahre dazwischen, ehe das Leben sie ganz und gar trennt. Was der Verein that, ist ganz gut, aber man glaube deshalb doch nicht, daß dadurch ein gegenseitiges Anschließen ungebahnt wird» Mit mehr Grund kann der Verein sagen, daß auf diese 35

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