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Der Orient · 1846-08-20 · Heft 34 (20.8.1846) · p. Seite 261

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 34 (20.8.1846)
Date
1846-08-20
Page
Seite 261 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken ) Siebenter für jüdische Geschichte und Literatur. MrZWK. f‘t Das Abonnement auf 7 ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonmrt bei allen " lobt. Postämtern und >. allen solid. Buchhand-;; langen auf ein Jahr. Herausgegeben Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. von . »r Zulius Fürst. M 34. Leipzig, den 20. August L84G. Inhalt. Deutschland. Frankfurt a. M. Die l e tz t e Rabbinerversammlung. Verwahrung. Absagungsadresse. Frankfurt a. M. Jur Gesetzgebung über jüdische Ehen. Kritik. Fürth. Bekanntmachung in Beziehung auf die Ansassigmachung. — Oefterrei ch. Prag. Die Iudenfteuer. Hoffnungen und Wünsche. Klattau. Widerlegung. — Die Beschlüsse der dritten R.-V. Wahrheit und Dichtung. — Die bürgerliche Stellung- Gesetzgebung und Statistik der Juden Italiens. — Gedichte von Rabbiner Hamburger in Böhmisch-Leippa. Das Gottesgericht. Der tägliche Gaft. — LB. d. Or. Deutschland. Frankfurt a. M., 7. Ang. Die Rabbinervmammlnng ist bald genug von der strafenden Nemesis erreicht worden. Sie hat aus die vielen wohlmeinenden Stimmen nicht geachtet, welche sie auf die dringende Nothwendigkeit aufmerksam machten, durch offene Aussprechnng eines bestimmten Princips, besonders in Bezug auf die ,,mündliche Ueberlieftrung" (den Talmud) ihre Anhänger mit der moralischen Kraft der Uebcrzeugung zu beseelen und ihren Widersachern näurlich die Stirn zu bieten; sie blieb tänb gegen solche Ermahnungen und behandelte sogar in ihr'er Verblendung die an sie ergangenen Warnungen als feindselige Angriffe. Die Rabbinerversammlung hat sich selbst gerichtet und sinkt mrbcweint in das Grab. Dieselben Männer, welche ihr im porigen Jahre Huldigungsadrcssen dargebracht, ja, die noch vor wenigen Wochen zur Bestreitung dcrReift- | kosten nach Breslau ihre Beisteuer spendeten, sie kehren ' jener Versammlung jetzt den Rücken zu tmb unterzeichnen die Verurthcilung derselben. Die nachfolgende , mit | zahlreichen Unterschriften hiesiger israelitischen Gemeindeglieder versehene ,,Verwahrung" gegen die Nabbitterversammlung, benrknildet den Eilldruck, den die letztere aus die aufgeklärten Israeliten hervorgebracht! „Die dritte N^bbirrerversammlung hat das Vertrauen der deutschen Israeliten verscherzt, und es ist an der Zeit , daß die Freunde des Fortschritts im Judenthnm znsammentreten, um sich über diese von Allen gefühlte, von Niemanden wehr ausrichtig geleugnete Thatsache frei und offen auszusprechen. Es ist an der Zeit, daß es ohne Hehl und ohne Rücksicht vor den Augen unsrer deutschen Mitbürger kund gethan werde, wie die israelitischen Gemeinden Deutschlands eine höhere Stufe intellektueller Bildung einnehmen, von freierm Gesichtspunkte auS die Lehre tmb das Leben ansehen, wie ihre Herzen tiefer und inniger von dem Geiste wahrhafter und wirklicher Religiosität durchdrungen sind, als ihre Rabbiner ihnen einzuräumen für gut gefunden. Diese Männer, mit dem Vertrauen der Gemeinden bekleidet und von diesen reichlich mit allen Mitteln versehen, um wenigstens das zur unumwundenen Aussprache zu bringen, was längst die überwiegende Mehrzahlfühlt und erkannt, sie haben dies Vertrauen nicht gerechtfertigt, sie haben diese Mittel nur zu benutzen gesucht, um auf dm Trümmern der uralten individuellen Denk- und Glaubensfreiheit sich, trotz ihrer vorgeschützten bescheidenen Anspruchslosigkeit und heiligen Demuth, in ihrem Streben und Wirken thatsächlich eine dem durchaus fremde, priesterliche- Autorität nnzumaßen. Während sie sich der unsre Zeiigenossenschast durchdringenden Ideen unter dem Vorgeben bemächtigten , dieselben in nöthige Schranken zu bannen und ihnen die Würde und Weihe der Gesetzlichkeit verleihen, strebten sie, ohne etwa durch eine äußere Gewalt an der Verfolgung eines edlem Zieles verhindert 34

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