Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1846)
- Date
- 1846-08-13
- Page
- Seite 260 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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bec religiöse Glaube zur wissenschaftlichen Kritik? Auf diese . Fragen erwarten wir, wie,auf.viele Andere, vergebens eine I einhellige, gründliche und objektive Lösung. Es könnte abc durch Vereinigung vieler Gelehrten, die sich germ' ' - der Bearbeitung einer jüd. allgemeinen Religionswissenschaft unbefangen aus den Quellen schöpfend, unterzögen, wenn auch nur langsam, und nach Jahren erst ein Relrgsonswerk zu Stande kommen, das ohne der Denkfreiheit Fesseln anzulegen, als Mittel- und Anhaltepunkt dienen könnte. — Zugleich aber könnte eine solche Versammlung in schwierigen Fällen einzelnen Gemeinden und Rabbinen Auskunft geben und Mißgriffe wnb Zwist verhüten. -■ Sind wir nun von der Nothwendigkekt und dem Nutzen der projektirten Theologen-Versammlung überzeugt, so können wir nur erfreut sein, daß sich gerade Männer vereinigt haben, welche allgemein im Rufe der Gelehrsamkeit stehen, und das volle Vertrauen der Gemeinden — das erste Requisit einer solchen Versammlung genießen. Wenn daher von irgend einem Unternehmen, so kann man von diesem sagen rmo HD inj/3■■’irn. Man irrt wohl sehr, wenn man diese Versammlung als ein Institut für oder gegen eine Partei ansieht; sie steht selbstständig da, und hat nichts mit den Parteien und ihren Sonderbestrebungen. zu thun. Sie verdient Unterstützung vonAllen, die es ehrlich mit dem Iudenthume meinen , und wir geben uns daher der Hoffnung hm, daß recht viele Gemeinden sich für dieselbe interessiren und für Sicherung ihrer Existenz Sorge tragen werden. Unsere Hoffnung gewinnt um so größern Raum , da sich vor einem Jahre so viele Gemeinden mit den Bestrebungendes Hr.Dr. Frankel einverstanden erklärt und denselben zu fernerem Streben durch ihren Beifall aufgemuntert haben. Es war ein schönes Wort für eine gute Sache. Es gilt nun dieses Wort durch ernste nnd nachdrückliche Unterstützung seines Unternehmens zur That werden zu lassen. Mögen daher Komiteen zur Kostenvergütung gebildet werden, damit denjenigen Mitgliedern der Versammlung, welche Geldopfer nicht zu bringen vermögen, die Gelegenheit nicht benommen werde, an der guten Sache Theil zu nehmen. Mögen aber auch die Gelehrten Israels zu der Einsicht kommen , daß auch eine gute Sache verloren gehe, wenn nicht Begeisterung und Thatkrast ihren Verteidigern zur Seite steht; und daß kluge, bedenkliche Trägheit, wo Thaten erheischt werden, sich nicht minder an der guten Sache versündigt, als zerstörende Thätigkeit. Oder genügt derjenige, der zur Erhaltung eines Gebäudes bestellt ist, seiner Pflicht, wenn er ruhig der Zerstörung, ob zwar mit verdrießlicher Mienezusieht, und sich freut, wenn ohne sein Zuthun zerstörende Versuche heute, obschon nicht ohne Spuren zurückzujassen mißlingen,. die morgen wieder in anderer Gestalt auftauchen können? Mögen sie eingedenk der Worte sein: q<£> 'w dh^i wii rrn^n ^->2" bw nrpmorn »Tmi -.TTD on?N ])p!?r ninoi). Wir Hoffen, daß dieser Verlag von E. L. Fritzsche. ' Versammlung, die den Zurückbleibendenin keiner Beziehung einen Vorwand bietet, die Theologen recht zahlreich beitreten ./ n. - ' W. Dev Tod der Zugertd und des Alters« Was ist wohl der Unterschied, . Ob man in der Iugendblüth', Oder erst im Alter spät Stirbt, und von der Erde geht? So die Frucht am Baume hangt, Bis sie volle Reif' erlangt, O! dann ist die-Frucht gar fein, Auch der Baum kann stolz d'rauf sein! — Doch verläßt die Frucht den Baum, Eh'sie reich, entfaltet kaum; — Ach! dann ist die Frucht dahin, . Auch des Baumes Lust ist hin! — (Beresch. rab. Par. 62. Kohel. rab. z. K. 5. V. LI.) Rabbinische Spruchwörter. Zeig' selbst dem Ehrlichen kein Loch — Vielweniger dem Diebe noch. (Mid. Tanch. Par. Wajischl.) Ist das Sieb verstopft, — nur d'rauf losgeklopft! — (Mid. Tanch. Par. Wajischl.) Den Arzt verehre fein, — Eh' du bedürfest sein. — (Mid. Tanch. Par. Mikez.) Die Leiden all auf eine Seit', — Und Armuth — überwiegt sie weit. — (Mid. Tanch. Par. Mischpat.) Wo der Räuber geraubt — dort verliert er sein Haupt! — (Mid. Tanch. Par. Tezaw.) Zur Wespe sprich: „Nicht, deinen Stich, „Nicht deinen Honig wünsche ich!" — (Mid. Tanch« Par. Batak.) H. Hamburger, Rabbiner. Perfonalchronik und Mrseellen. Crefeld, 28. Juli. Heute wurde Herr Ludwig E ngersch/ Mitglied des israelitischen Konsistoriums,: mit glänzender, absoluter Stimmenmehrheit zum Stadt r a t h e erwählt. . Druck von I. H. Nagel. '