Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1846)
- Date
- 1846-08-13
- Page
- Seite 253 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien utifc Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnier bei allen köbl. Postämtern - und allem solid. Bucbbandlungen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von I)r, Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 33. Leipzig, den 13. August 18411. Inha l t. D eu t schl and. Crefeld. Schulwesen. Konfirmation. Berlin. Intoleranz m Breslau. Crefeld Zwei Aktenstücke in Schulangelegenheilen. Bamberg. Vier Adressen. — Raphael Lewi. Ein jüdisches Lebensbild. — Ansichten über die projektirte Theologen--Versammlung. — Gedichte von Rabbiner Hamburger in Böhmisch-Leippa. Der Tod der Jugend und des Alters. Rabbinische Sprüchwörter. — Personalchronik und Miscellen. Crefeld. Hr. Eng er sch. — LB. d. Or. Deutschland. Crefeld, im' Juni. In letzter Zeit ist der Konsistorialbezirß Crefeld der Gegenstand verschiedener Besprechungen in öffentlichen Blättern gewesen. Wenn Schreiber dieses dasselbe Thema wählt, so geschieht solches einzig und allein in der Absicht, dem entferntWohnendm einige ganz unpartheiische Aufklärungen über hiesige Zustände zu geben, deren specielle Kcnntniß er durch vielfache Berührungen und stille Beobachtungen erlangt haü Daß der größte Theit des Sprengels, früheren Berichten gemäß, der Orthodoxen - Partei angehört, ist nur zu wahr ünt> ebenso ist es nicht zu leugnen, daß gerade Crefeld der Hauptsitz der Orthodoxie ist, die in ihrem starren Festhalten an gehaltlosen Formen und leeren nichtssagenden Gebräuchen dem wie überallso auch hier sich geltend machenden Zeitgeiste. und dem thätigen Streben mancher wackerer Männer nur ganz langsam, Schritt vor Schritt, das Feld räumt. Um. so mehr ist cs zu bewundern, daß die erst vor vier Jahren durch den seligen Ober.rabbincr Utlmann unter Mitwirkung des Vorstandes mit nicht geringen Anstrengungen ms Leben gerufene und jetzt circa, 80 Kinder zählende Elementarschule, trotz den vielfachen Anfeindungen , die sie Anfangs zu erdulden hatte, sich immer.mehr und mehr, ihrer Vervollkommnung nähert und bei der Ende März d. I. in Gegenwart der städtischen Schulkommission und der Eltern abgehaltenen Prüfung ein Resultat lieferte, welches alle Anwesende ohne Ausnahme völlig zufrieden stellte. Nächst dem rastlosen Eifers unsers Lehrers, Herrn Nathan, haben wir dieses schöne Ergehn iß auch der kräftigen Unterstützung unsers Oberrabbiuers, Herrn Boden he im er, zu verdanken. Indem derselbe die hohe Bedeutung der Volksschule erkennt und wohl einsieht, daß in deren Hebung seine größte Wirksamkeit besteht, da in ihr eine nicht nur für das Leben wohl vorbereitete, sondern auch für unsere herrliche Religion begeisterte neue Generation herangebildet werden muß — die, besser als die jetzige, das eigentliche Wesen der Religion von dem Unwesentlichen , den Kern von der Schale zu unterscheiden weiß — sucht er in unermüdlichem Wirken diese seine Aufgabe durch Organisation der Lehranstalten überhaupt, durch Einführung der zweckmäßigsten Lehrbücher, und durch Belehrung und Aufmunterung der Lehrer aufs Beste zu lösen, so daß es nicht zu bezweifeln steht, daß das Schulwesen mit Riesenschritten einer schönen Zufunft entgegeneilt. Eben so unverkennbar zeigt sich der große Einfluß unsers Oberrabbiuers aus die Gemeinden selbst, bei denen er ein Zutrauen genießt, dessen sich vielleicht nur wenige seiner Amtsbrüder zu erfreuen haben dürsten, und dem es bei der hiesigen starren Orthodoxie allein zuzuschreibeu ist, daß am zweiten Tage des Wochenfestes d. I. die erste Koustrmation in der Synagoge von 12 Kindern, 7 33