Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 32 (6.8.1846)
- Date
- 1846-08-06
- Page
- Spalte 497-498 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. M 3%9 Leipzig, den 6. August 184<6. Inhalt. L it era t ur -B er i ch te. Randegg. (Ein seltenes Machasor.) Riga. (Sefer Ha-Musar.) Riga (Vermischte Schriften. — Studien. Schir Ha-Lichud und die Kommentare über dasselbe. Von L. Dukes. (Schluß.) — Kritiken. Kurze Anzeigen. Millot Ha-Higgajon. Von Raph. Kirchheim. (Schluß.) — Notizen und Miscellen. Noch ein Trachtukas. Der Trauring von Ad. Jellinek. — Ankündigungen. Literatur - Berichte. 1 RairDegg, im Juli. (Anerbieten.) Ich besitze ein altes Machasor,-Augsburger Ausgabe in Folio, das Titelblatt fehlt, aber am Ende findet sich die Jahreszahl des Druckes mit nrn. rra angegeben, was nachZunz, Jsr. Annalen 1840, Nr. 14 auf das Jahr )/-) (1536) deutet. In demselben stehen noch manche harte Ausdrücke gegen die Unterdrücker, welche gewöhnlich durch DfiN namhaft gemacht sind, wovon in den späteren Ausgaben nichts mehr vorkommt. Jn- 1 dessen fehlen doch schon die Ausführungen der beiden und I" des oniD^D ^31 in s'rpi? mn^ und alle anstößigen Wör- V ter, Sätze und selbst ganze Stücke z. B. iß-]!?n 1 in crniD1? NNNL7, die zwar gedruckt sind, scheinbar seit sehr I lange durchgestrichen, was rheils die damalige Gefährlichkeit jj solcher Stellen, theils den Fortschritt Israels in der Huma- E nität beweisen mag, sobald auch ihm humaner begegnet wurde. Jedenfalls ergiebt sich hieraus, daß Gebetformeln, die'nicht I mehr mit dem Bewußtsein der Gemeinde übereinstimmten, I aufgehoben oder geändert werden sollen. Zur Geschichte der | Synagogalliceratur finden wir noch bemerkenswerth, daß nach f der Manier in unseren noch gebräuchlichen Pijjutim von nS | 3IT}/ in unserer alten Ausgabe auch bei den andern Fesr- I tagen die Wcrte des Pastans durch Schriftverse mit derEin- | leitung D)n33 und bekräftiget werden, z. B. in Qy» j HDD hp ^32? nach “IS ‘DDW .“pID üpm folgt j 'Ul 7]JTB ‘H'1 3)703, bann im -q) o j DiTDN flNl ianp*. Nach rj)D D1 T"H niDlQ übtä heißt [ es 'ur 3Dn 3irD? nnd dann r^n bru nb'byru So rnyofc6 mn^ nach dpd roan HS^tfiKT Seift es 'ui Wim 31033 und dann hn rnm mm o. Schließlich erkläre ich mich bereit, Gclehrten, die sich für diesen Zweig der jüdischen Literatur in wohlwollender Absicht interessiren, auf specielle Anfragen noch wetteren Aufschluß über dieses alte Machasor zn geben, oder ihnen dasselbe zur Einsicht mitzutheilen. Rabbiner L. Schott in Randegg. Riga, im Juli. (Ueber den Namen des Verfassers des Buches ->D)Dn ODD). Dr. Zunz in seinem Werke „Zur Geschichte und Literatur" Berlin 1846, Bd. I. S. 253 citirt nach Bartoloeci, Wolf und Oppenheimer's Katalog das Buch -)D)Dn 33D von Jehuda Welez (im Register steht gar Josef Velez), Mantua, 1560 in 4. 140 Bl. bei Jacob. — Nun heißt der Name bei Wolf (T. 1. p. 437, 111, 321) Clatz, Caletz oder Calatz, hebr. yb% geschrieben, ebenso bei de Nossi in seinem WB. (in der Uebers. s. v. Claz) und in Sifte Jeschenim (s. v.),-rvo der Verfasser gar p mirp im heißt, und es ist mir unbegreiflich, warum Hr. Z. von der recipirten Annahme abgewichen. Und doch weiß man, daß ein Zunz nicht ohne Grund von einer gewöhnlichen Meinung abweicht, und mit mir werden gewiß auch Viele glauben, daß durch eine kurze Angabe der Ursache, wenn auch nur durch einige Worte, schon eine Belehrung wäre. Warum aber die Abweichung mir noch besonders auffällt, ist folgender Umstand. Die Mantuaner Ausgabe liegt vor mir, und geht aus derselben hervor, daß der Verfasser nicht Welezsondern yb^ Kalaz geheißen haderndem in diesem Buche sich 59 Stellen (größtentheils in den Din.in) befinden, wo rheils mit rabbinischen, theils mir Quadratbuchstaben der Name ausdrücklich y\o geschrieben ist, und - nur ein einziges Mal (nämlich auf dem Titel) steht mit rabbinischer Schrift ^3, was wohl die Meinung, daß der Verfasser Welez heiße, veranlaßt haben mag. So lange aber nicht mit Gewißheit auegemittelt ist, daß der Verfasser wirklich so hieß, ist es höchst rathsam, hier eher einen, als 32