Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 30 (23.7.1846)
- Date
- 1846-07-23
- Page
- Spalte 477-478 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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477 478 Studien. Sprüche eines Weisen — Weset. sich selbst in den schneidendsten Widerspruch gerathen, welln erder den Menschen, verbietet, die Schuld der Väter an den? Kindern (und umgekehrt) zu ahnden, er, der Heilige, dies! sogar bis ins vierte Geschlecht thun wollte. Von dem oben! bezeichneten Gesichtspunkte aber ist alles in schönster Har-! monke. Gott leitet die Geschichte der Menschheit und führt f sie zü ihrem Ziele, wie er die Natur schafft und erhält; nichts \ ist Zufall, alles nach Weisheit und Gerechtigkeit eingerichtet, I darum rächt sich nothwendig das Böse an den Sündern und j ihren Nachkommen, die nicht zurückkehren von ihrem bösen j ÄZandel, um Recht und Lugend auf Geben zu üben. Und so! können wir in der Strafe bis ins vierte Geschlecht nicht t minder als in der Vergeltung des Guten bis ins tausendste \ Geschlecht einen Akt der göttlichen Gnade (in deren Verkün- | digung das Judenthum dem Christenthum wahrlich nicht nachjj steht) und seines Namens Ruhm dadurch nur verherrlicht - sehen. Liebe und Treue, sie sind dem Gotte Israels so wef senlliche Eigenschaften, daß er ohne sie gar nicht zu denken j ist, öder wie er daher dem Noah zugeschworen, nicht mehr | die ganze Menschheit, um ihrer Sünden willen zu vernichten,? und treu seinen Bund bewährt, so müßte er auch seiner Ver- 5 heißung treu bleiben, die er denen gegeben, welche ihn zuerst \ in Wahrheit erkannt und den Menschen verkündet, und ihre j Nachkommen zu einem Volke erziehen, von dem aus (wo ist | wohl Gottes Gnade gegen alle Menschen mehr offenbar I als hier, und darin sollte eine Schwäche liegen? s. oben.) I durch seine wunderbare Führung.der ganzen Menschheit einst f das /Heil seiner Erkenntniß und Verehrung zuströmen sollte, j wenn es schon bei Abraham und Jakob heißt „in dir und deij nein Sa amen sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werl den, Gen.. 12, 3. 23, 14* Und in der Weise als Gott von l Mose und den übrigen Propheten gelehrt, so hat er sich auch I stets vornämlich in Israels Geschichte'), die doch nichts an- I ders als eine thatsächliche Theodice 'vorstellen soll, bewährt; das Licht, das von Sinai strahlt, es ist mehr und mehr Eif genthum der übrigen Nationen geworden und Israels ganzer i Entwickelungsgang lehrt es klarer als jede Theorie und wird j dies von den Männern des Geistes stets mit Bestimmtheit j hervorgehoben, daß Jehova ein Gott der Langmuth sei, der! nur nach Jahrhunderten des hartnäckigsten Abfalls straft, und l auch in ihrer Verbannung und Noth sie nicht verstößt und \ verwirft, so hat er uns in allen Drangsalen erhallen, bis auf | unsre Zeit, da die Sonne der Erlösung von Leiden uns immer I Heller und freundlicher aufgeht, uns aber darum nur umso- I mehr mahnt, nicht leichtfertig sein Gesetz abzuschütteln, als i sei es nur ein Loch, das uns schwer noch drückt, nicht aber I eine Leuchte, die uns von Anbeginn ihren herrlichen Glanz l gespendet,^ und unsre Einheit und Kraft unter allen Trübsalen | ungeschwächt erhalten hat. I ') Daß Gott auch unter den Heiden als nach denselben \ ewigen Gesetzen waltend gedacht wird, zeigen besonders Abraj hams Fürbitte für Sodom und Gomorrha, Gen. 18 und das! Buch Jona. Literarische MnaLekten. ' I. Sprüche eines Werfen. : , D’njrp npnw , mbb inVdj nsn m’bty 1. iVo pin NH'l — nilNVpN! nsj Nsatni — wn n!?3 Nni3^B N32in pn pio mn ’3 — mty ’noa mm .! |’33n J3 133'N 13 3'M1 itt-pi •, ns'ty Pin N’i pin nnm , pn nui wbw nnn 2. , o’3i p'Dnnn iw '3 — bo ,nnn , 0’313n HN 1133’ '3 — byw nnm , ninj/S didiiuidiS' N'N' '3 — ibd ^13V nnn —! D’.pN 3V13 13t!/’ ’3 — i?3J '33 nnm m*’!? N3 , D'331,1 nS’DN'b 1D333 N1N3 npiN 3. — .p,1 jwb '13313 N31. , 3'33N N3 , 3'31pL» N3 ,1331 ^3L/Q .1133, D’J3in n3’DN3 mp ,1p1N 4. unJN ie/n D’oyn nipin b rx jsidnw .1133 , 331N3 D'itl’l' D’jpin33i nnct^n nw o^ipi |”n ms* nssid Mnt? mstPD , ityjj □n3E' i1? ibiNi , pi '33 by pn’pn nN -pits» nto' 1-3VO , nN3,15? HD ^-13 nN tobipi n^iBn n.vi napn n\* n'üib nw nD3i — 13113.1 ONl piD.1 — mntra ’ttnn n3.n pN '33p non npiN 5. , b '33D 3'2/< NSl , 3’^3nb 1313 31 , ,133t!/ 3313 Nl.11 , DJ/ '113 D—,1 , D31M1 12 ts/'N Nini i'j/tr/33 bbino ^1133 D—n —! iS’33n3 — Nim , 'J/T N1? 1p tP’N (—3 Frankfurt a. M., im Juli 1846. . * ' II. Das Wort riD;. Im LB. d. Or.'s S. 56, vor. Jahrg/s behauptet Herr Grätz in seiner ausgezeichneten Recension, daß das Wort von £6&?1q, laU vestis, herzuleiten sei, und ursprünglich wahrscheinlich das in den menses gebrauchte Kleid ny-tf nn, später für Menstruation und endlich für Periodicität überhaupt gebraucht wurde. Allein eine Stelle imJalkut §. 792 (Debarim, Ans.) setzt eine andere etymologische Deutung voraus. Die Stelle lautet also: b'DD rni Dm’ioSni ^pD non Smn Nn '“jD ono?^ nrnan rn wb iroN.jntswo 'Dl toll DN bw m Dl. Welchen Sinn hätte -diese Stelle nach, der Auffassung des Hrn. Grätz? Ist hiervon Kleid, Menstruation, Periodicität die Rede? Da in der allegirten Stelle Rabbi Simeon, einer der bekanntesten