Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1846)
- Date
- 1846-07-23
- Page
- Seite 229 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter 5 fü« jüdische Geschichte und Literatur. Jahrgang. Das Abonnement auf rin Zahr ist 5 Thlr. Manabonnirt bei allen löbl. Postämttrn und allen felid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Don dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgercchnet, zwci Eogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig.? 30 1840 Leipzig, den 23. Juli I iih a l t. Deutschland. Breslau. Die Sitzungen der R.-V. Breslau, Annoncen. Breslau. Fernere Berichte über die Sitzungen der R.-V. Berlin. Trauungen in der Synagoge. Der Reform-Verein. Posen. Die Theologen-Vers. Kolonisation. Montesiore. — Oesterreich Aus Mahren. Reform. Rabbinenwesen. — Bedenken über die Kolonisation der Luden in der Provinz Posen. — Personalchronik und Miscellen. Hannover. Breslau. Galizien. Lemberg. Paris. Ungarn. Ungarn. Die Toleranz-Taxe. Keine Judenfteuer mehr. — LB.?d. Or. Deutschland. WreZlrnr, 15. Juli. Geehrter Herr Redakteur, ich befinde mich in nicht geringer Verlegenheit, ob ich Ihnen überhaupt , rmd dann was ich Ihnen über die Sitzungen der dritten Rabbinerversaminlung berichten soll. Sollten Sie die Meinung des hiesigen Publikums theilcn, daß die R.-V. sich nur aus dem Gruude zum dritten Malversammelthabe,um das ,,Jud enrech t" zu behaupten, im Uebngeu sich aber bald pcnsionireu lassen werde: so müßte ich fürchten, daß sie mein Referat in den Korb der .nutzlosen' Artikel werfen oder sonst einen profanen Gebrauch davon machen würden. Allein das würde mit Unrecht geschehen. Selbst wenrl das der Versammlung-, gestellte Horoskop sich bestätigen sollte, daß sie sich zum Sterben vorbercite, so müßte doch auf ihren letzten Willen und den letzten Seufzer mit Spannung gehorcht werden, die letzten Worte eines Sterbenden, so nichtssagend imb interesselos sie auch sein mögen, haben etwas Heiliges. Und dennoch 15m ich in Verlegenheit, wovon sollte ich Ihnen berichten? Etwa daß so und so viel Rabbiner, so und so viel Prediger, 4—5 Religionölehrer —° Summa 24 hier emgetroffcn sind, und I o st, S a a l sch ü tz, So m m erfeld ihre Anmeldung zurückgenommm haben? Oder etwa, daß diese 24 sich in Geiger ihren Präsidenten mit 18 Stimmen, in Stein ihren Viceprasidcutm mit 14 Stimmen, in Auerbach und einem Adler -— ich glaube A. gehört noch dazu — ihre Sekretäre, in Levy (anS Altona) und Herzield ihre Vieestkkeläre gewählt haben? Oder daß die Eröffnung der Versammlung am 13. Vormittag in %m' .schonen .Saale 'bce. Cafe. Resiaurant ~ der während der Dauer der Sitzungen dazu gemietheL wurde — um 9 Uhr Vormittags begonnen? Ich glaube nicht, daß Sie dies Alles, und wenn ich es noch so sehr 31t würzen und mit dm farbigsten Blumen des ftinstm Styls zu dekoriren vermöchte, intercssirm kann. Oder wird Sie das mehr interessiren, daß Dr. S. ans H. am Freitag Abend mit dem letzten uiederschlesischen Zuge um -i'll Uhr hier angckemmen und auf den: gewöhnlichen Wege in die für ihn bestinlmte Wohnung gefahren ist? Oder daß die Mitglieder der Rabbinerversaminlung am NONI2 swy -nylW — freilich zllr Stärkung für den heiligen Beruf, wie Falstaff ^agt -— an offener Tafel zum Anstoß der hiesigen Gemeinde gespeist haben? DaS wird Sie noch weniger überraschen, denn Sic, erwarten vielleicht noch Schlimmeres oder Besseres, je nachdem man es nimmt. Oder wird Sie dieAengstlichkeit des Special-Komite und des Dr. Geiger über- 'raschen, die einigen achtbaren jungen Leuten auf eine intriguante Manier Eintrittskarten versagt haben, jungen Leuten, die sich jedenfalls in theologischem Wissen, in Talmndkcnntniß, in philosophischer Durchbildung mit jedem Mitglied derRabbinerversammtung messen können, und blos aus dem Grunde versagt haben, weil man ihr öffentliches Urtheil gcwaltigiich fürchtete? Oder hätt? 30