Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1846)
- Date
- 1846-07-16
- Page
- Seite 221 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postä'tMern und allen solid. Buct>bandlnn.gen auf ein Jahr. für Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von. dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßige S9* Leipzig, den 16. Juli _ 1848» I nh al t. Deutschland. Breslau. Die R -V. Die Theologen - Vers. Aus Oberschlesien. Gegen Fasse!. Breslau. Die N.-V. Breslau. Die Juden in Krakau. Oesterreichische Rabbiner. Berlin. Kultus« Stadtverordnete. Frankfurt a. M. Anticipirte R..-V. — Frankreich. Paris. Künstler Berlin. — Polen und Rußland. Mit au. Wekenntniß der Negierung in der Zudensache. — Großbritannien. 8-onbon. Aufruf der Weft-London-Synagoge. (Fortsetzung.) — Jüdische Lehrcrkonferenzen. (Schluß.) — Der schönste Wunsch.. Bon Dr. H. Jakobson. — Briefkasten. — LB. d. Or. Deutschland. Breslau, 7. Juli. Sie ertauben mir, geehrter Hr. Redakteur, in aller Bescheidenheit meine theilweise Ulizuftiedenheit mit Ihrem sonst so geschätzten Blatt zu äußern, und ich darf dies um so eher wagen, als ich Sie weit entfernt hatte von jener krankhaften, reizbaren Empfindlichkeit gewisser Redaktoren, die sogleich aus der Haut fahren und in ein Zeter-Geschrei ansbrechcn, wenn gegen ihr Blatt ein ernstes Wort der Rüge sich kund g(c6t. —- Von alten Ecken und Enden Deutschlands bringt der Orient Artikel, Erklärungen,. Protestationen humoristischen und ernsten Inhalts gegen die dritte Rabbiner-Versammlung, aber für dieselbe haben wir noch kein Wort gelesen. Gerade weil die historische Tendenz des Orient die Unparteilichkeit nicht zum Aushängeschild hat, erwartet man von ihm eine ausgedehnte Berücksichtigung des audiatur et altera pars. Freilich haben Sie Ihre Entschuldigung theilweise in dem Umstand , daß sich bisher noch nicht viel Gutes von der N.-V. berichten ließ, und daher mögen Ihnen noch keilte Artikel in diesem Sinne eingelanfen sein. Allein eö muß den unparteiischen Leser doch in Erstaunen setzen, daß während die Zeitung des Jndenthumö, deren Redakteur bekanntlich sogar seine volle Unzufriedenheit mit der ersten R.-V. offen genug ausgesprochen, und die Protokolle derselben für verfälscht und unrichtig verschrieen hat, nicht Raum genug für alle panegyrische Artikel zu haben scheint, der Orient nur harte blasphemirende Worte für sie hat. Sie, Hr. Redakteur, die Sie doch zu den Laien gehören, sollte doch besser die talmndische Vorschrift beachten, daß man den Tod eines im Sterben Begriffenen llicht fördern darf, und daß auch daö ephemere Leben einer Eintagsfliege nicht übermüthig an§geblafen werden darf — nyw — Sie werden mir daher gestatten, einige statistische Notizen in Betreff der N.V. zu berichten, woraus Sie ersehen werden, daß es noch gar nicht so arg mit der diesjährigen Versammlung steht, als cs Ihre hiesigen und auswärtigen Korrespondenten, in scheiribarer Verschwörung, darstetlen. Was die Theitnrahmc der Rabbinen betrifft, so habet! bereits 27 ihre - Meldungen zngeschickt, darunter auch der gelehrteste Rabbiner Schlesierts Levy ans Münsterberg (nicht zu verwechseln mit Dr. Levy aus Rosenberg)« Zwar hat Z unz, der extra dazu invitirt wurde, die Ehre in lakonischen.Worten abgelehnt, und Dr. Sachs ließ nicht einmal eine Antwort ans die schriftliche Einladung erfolgen, dafür aber nehmen die böhmischen Rabbinen Anlheil, nämlich Rabbiner Pick aus Teplitz. — Aber auch die Gemeinden interessireu sich dafür« Hicrz.B. und wenn auch nur Wenige dem Konnte mit ihren Beiträgen entgegen kamen, so haben sich auch dafür nur Wenige geradezu geweigert, ein Scherflein beizutragen, wenn sic darum von den kollekiirend.cn Komite- 'Mitgliedern angegangen worden waren. So ist die Summe der Beiträge doch schon auf circa 600 herangewachsen, 29