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Der Orient · 1846-07-09 · Heft 28 (9.7.1846) · p. Seite 220

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 28 (9.7.1846)
Date
1846-07-09
Page
Seite 220 (sequence 15)
Language
German
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220 - zu führen, und der gewiß auch keine Mühe scheuen wird, das Wohl unserer Gemeinde aufs AllermLglichste zu befördern, das Schulwesen — diese Basis alles Heils und Segens — zu beachten wissen, und durch mehrere nützliche Institutionen die hiesige Gemeinde in einerecht blühende Verfassung bringen wird — und wir hoffen, daß mit des Herrn Hilfe Hr. Low in seinen edlen Bestrebungen fortfahrcn werde mit Energie, mit der alten Entschiedenheit. Möge es ihm ater auch gelingen, alles Feindliche zu versöhnen, daß die Andern auch bald zur bessern Einsicht gelangen, nichts mehr halsstarrig dem fortrcißcnden Strome der Verbesserung sich sträuben werden, dann: ,,allen gehöre der Sieg, keiner sei überwunden." Die hiesige Synagoge geht schon ganz ihrer Vollendung nahe, sie ist an Pracht im ganzen Lande unvergleichlich. Den edlen Vorstehern dieser Gemeinde rufen wir nur noch zu: Gott stärke und.stütze Sie in Ihren heiligen Bestrebungen. Seid muthig und standhaft. Furchtet Euch nicht, und lasset Euch nicht bange werden/ denn Gott ist mit Euch Ihr wackeni Männer! V A. R. Das Alter. - ES machte Rabbi Simon*),/wohl nach frommer Weise, Au seinem großen Lehrer öfter eine Reise, Um selbst ihm darzubringen Friedensgruß und Segen, Und seine innige Liebe an den Tag zu legen. — Einst war ein tanger, langer Zeitraum schon vergangen, Und Rabbi Simon — trotz dem sehnlichsten Verlangen — Ließ dennoch Mond nach Mond verstreichen und vergehen, Und war bei seinem großen Lehrer nicht zu sehenz Und als er endlich einmal wieder war gekommen, Der Lehrer sagt: „Was hat in Anspruch Dich, genommen, „Daß Du die alte fromme Sitte aufgegeben Da spricht er: '„Anders worden ist mein ganzes Leben; — „Die früher fern, sind jetzt so nah' — „Die sonst mir nah' sind kaum noch da — „Anstatt der Zweien sind nun drei — „Mit Hauses Frieden ist's vorbei!" — „Und willst du auch des dunkeln Räthsels Lösung hören? Ich will es schlicht und einfach treulich dir erklären: „Die früher fern, sind jetzt so nah'" — Die Augen sind'ch die sonst das Licht so weit getragen, Und jetzt selbst in der Nähe mir das Licht vertagen; — „Die sonst mir nah', sind kaum noch da" — Die Ohrensind's, die immer schnell das Wort empfangen, Und jetzt nur dann erst, so es hundertmal ergangen, — „Anstatt der Zweien sind nun drei" — ' Die Füße sind's, die sonst mich trugen aus der Hütte, Jetzt ist der feste Stab in ihrem Bund der Dritte, — „Mit Hauses Frieden ist's vorbei" — Entschwunden ist die Lust an Freuden und Genüssen, Das Alter hielt mich ab, zu folgen frommer Weise, Es ist nun Zeit zu denken an die — letzte Reise!" — (Wajik. rab. Parasch. 18/Kohel. rab. z. C. 12. V. 5.) Die Thora» Der Thor erblickt gar süße Speise Gewaltig hoch in Lüsten schweben, Und denkt: „das ist im weilen Reiche, „Wer kann so hoch empor sich heben!? „Ja, das erreicht kein Mensch fortan!" — Und gibt es auf, verzweifelt d'ran. — Doch sieht es auch der wahrhaft Weise, Und denkt: „Das ist wohl zu erstreben; Denn nicht von selbst ist dort die Speise, Es hat ein Mensch sie hingegeben" — Und bringt die Leiter, klimmt hinan Von Sproß' zu Sproß' — erreicht es dann! — Die Tora ist gar hoch erhaben! D'rum denken Thoren, die sie sehen: „Wie kann daran das Herz sich laben". „Wer steigt empor zu solchen Höhen?" — Der Mrtth, der kräft'ge Will' gebricht, Die Tora — sie -erreichen nicht. — . , Die Weisen bess're Ansicht haben, Und freudig zu dem Lehrer gehen, Der läßt sie dann in kleinen Gaben Den ganzen Schatz der Tora sehen — Was sie gewünscht, es fehlet nicht — Sie wandeln in der Tora Licht! — (Debar. rabb. Parasch. 8. Sch. ha--Sch. rab. z. C. 5. V. 11.) Perfonalchrvnik und Miscellen. ' ' Papa. Der Rabbiner Löw aus G.-Kanischa ist hierher zur Uebernahme des Rabbinats berufen worden, und er hat diese Stelle bereits angenommen. S chul n achrich ten» Seit dem 25. Juni dieses Jahres fungirt Hr. Philipp Ehrenberg als Direktor der Samson'schen Freischule zu Wolfenbüttel, von der löbl. Administration zu dieser Stelle lnrufen. Sein Vater, der nun gerade 40 Jahre dieser trefflichen Anstalt vorgestanden, wurde auf eigenes Verlangen in Ruhestand versetzt, ogleich er mit seiner noch frischen Kraft der Anstalt noch ferner durch seine Wirksamkeit nützlich sein wird. Dem Vernehmen, nach soll der Anstalt, welche seit der Gründung des Bet ha-Midrasch nunmehr 60 Jahre besteht, durch die Bemühungen der 3 thätigen Administratoren (des Hrn. H. Cohen in Hannover, und DD. H. Jakobson und H. Samson in Berlin) unter Mitwirkung des neuen Direktors, eine wesentliche Reorganisation im Aeußern bevorstehen , damit sie theils der bewährten innern Einrichtung entsprechen, theils eine größere Ausdehnung erreichen könne. Die Fried.' im Hause stiften, und die Eh' versüßen: *} Sohn Chalafta's. Verlag von C. L. Fritz sch u Druck von I. H. Nagel.

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