Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1846)
- Date
- 1846-07-09
- Page
- Seite 213 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ' ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirl bei allen löbl. Postämtern und-, allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegcben von Di% Julius Fürst. Jahrgang. Don dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet,, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. .M 38. Leipzig, den 9. Juli 1846. Inhalt. Deutschland. Berlin. Das Kasseler Seminar. Das westf. Konsistorium. Hamburg. Nekrolog Heimann Michael's. Berlin/ Friedliche Reformen. Frankfurt a. M. Wirken des Rabb. Stein. Korrespondenz über jüd. Hierarchie. Br e sä au. Armenwesen. — Oesterreich. Aus Ungarn. Die Pesther Zeitung und Ab. Neustadt. Papa. Rabbinerwahl. Leop. L ö w. — Gedichte von Hrn. Hamburger, Rabbiner in böhm. Leippa. — Personalchronik und MisceUen. Papa. Schulnachrichten. Wolfenbüttel. — LB. d. Or. Deutschland. Berlin, 28/Juni. An den Berichterstatter (im Orient d. I. Nr. 25. Seite 190) über das in Hannover zu errichtende Lehrer - Seminar. Erfreue ich ruich zwar, nicht Ihrer persönlichen Bekanntschaft, so dürste Ihnen gleichwohl, wenn, wie ich zu glauben Grund habe, Ihnen die Zustände des vormaligen westfälischen Konsistoriums nicht fremd geblieben sind, mein Name nicht unbekannt sein, da ich ein thätiges Mitglied jenes Kollegiums gewesen zu sein die Ehre hatte; welcher Umstand allein mich daher berechtigt, ja verpflichtet, meine eigene Ehre rmd die Ehre des ganzen Kollegiums, vor Allem aber die Wahrheit in Schutz zu nehmen. Sie sagen im Eingänge zu Ihrem Berichte folgende Worte: „Es ist wohl ein müßiger Streit, der in einigen jüdischen Annalen durchgekämpst wird: ob die Errichtung von jüdischen Schullehrer - Seminaricn nützlich oder schädlich sei". Daß über Seminarien ein Streit obwalte oder obwalten könne, ist mir weder bekannt noch begreiflich. „Denn" fahren Sie fort — „wie bedauerlich auch die Resultate dergleichen Seminarien in Westphaten, Kassel u. s. w.' ausgefallen sein mögen, so können sie doch, nach meiner Meinung keinen Maßstab für das bei uns zu errichtende abgeben. Jene Seminarien sind von vorn herein vorzüglich in hetercdoxem Sinne errichtet worden, wenigstens war das jüdische Element nicht die Basis und der Grundstein, , m und dabei ist es natürlich, daß mall am Ende zu dem Resultate kommen mußte: die christlichen Lehrer-Sem inarien können e/mfalls das leisten". Diese Säizd, welche die größte Unkunde der Zeitgeschichte voraussetzcu, enthalten Unwahrheiten, und ich rufe Ihnen im Namen der seit dein in die Wohnungen des Friedens - hinubergegangenen Mitglieder des Konsistoriums, an deren Spitze der weltberühmte Ober-Landrabbiner Lob Meyer Berlin stand, mahnend zu : Mttnn riob (1 Sam. 35, 15)! Die Allflösullg des aus vier verschiedenen Staaten zusammengesetzten Königreichs Westfalen hatte sehr natürlich die Anflösullg des für die ganze Monarchie vom Staate bestellten Konsistoriums der Israeliten und aller voll diesem für. die jüdische Gesammthcit gegründeten Institute zur Folge; die aus dell Ansküllstcn von sämrntlichen Gemeinden gebildeten in Kassel vereinigten Fonds wurden dahin wieder zurückgegeben, woher sie gekommen waren, und die Verwaltung war zu Ende. Die Mitglieder des Konsistoriullls, mit Ausnahme deS vormals kurhcssischen Ober-Landrabbiners Lob Meyer Bcrliil, verließen die nunmehr wieder kurhessisch gelvordene Stadt Kassel, da von den Gesinnungen des lvieder cingekehrten Kurfürsten nicht zu erwarten stand, daß irgend eine von der westphälischm Regierung genehmigte Anstalt bestätigt werdett würde. Es war vom je Grundsatz bei unserem Kollegium, die Motive zu feinen Anordnungen, außer den 28