Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 27 (2.7.1846)
- Date
- 1846-07-02
- Page
- Spalte 423-424 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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423 Kritiken. Sendschreiben von-Dr. Mschuhl. 311130 Dieser 3Mll ist dem 311.32 277 gleich, die Jahre II. 12. 15. 16 mrsgciiommc». 1. Wfi 2. 14. 994 nuo 2. DWn 6. 23. 790 'otw III. jibti 4. 8. 586 Nnn 4. “Ut^n 3. 6. 95 “2.1 5. n» 7. 14. 971 Ml VI. 1MN 4. 23. 767 M.3 7. IMN 3. 21. 276 d,3 VIII. iwn. 1. 6. 72 3N2 9. DW7. 3. 661 Ml 10. Dtyn 4. 12. 457 123 XI. ndkoi 1. 21. 253 M2 12. 2D&n 7. 18. 842 iro 13. wn 5. 3. 638 Dn XIV. liMN 2. 12. 434 M2 15. NONN 1. 9. 1023 >3120 16. wn 5. 18. 819 Nni XVII. lOün 3. 3. 615 121 18. notyn 2. 1. 124 ncc'o XIX. tODtyn 6. 9. 1000 im Kurze Anzeigen. 32) be«3V' '12 N3y blb ^31p bp. Kritisches Sendschreiben über das bisherige Verfahren mit dem Sterbenden bei den Israeliten, nebst Vorschlägen zur zeitgemäßen Verbesserung derselben, um die wahren und untrüglichen Kennzeichen des Todes zu ermitteln, und den Scheintod bestmöglichst zu verhüten, sä'mmtlichen Sanitätsbeamten, Rabbinern, Religionslehrern, Vorstehern und sonstigen Gebildeten der Nation zur unbefangenen Prüfung und dringenden Beherzigung vorgetegt, von Dr. med. 'E. Altschuhl. Prag, 1846. Buchdruckerei des M. I. Landau. Mit Freuden führe ich dieses Werk des bereits durch frühere gediegene Schriften in der medicinischen Welt rühmlichste bekannten Verfassers , in die theologische und wissenschaftliche jüdische Literatur ein. Es gehört zu denjenigen Erscheinungen der Neuzeit, das sehr viel-Gutes, nichts Schlechtes, und nur sehr wenig Mittelmäßiges enthält. Gleich durch das Motto deutet der Vers, an, er habe nicht geschöpft aus eigenen Gedanken,- sondern aus der Natur, das Werk ist daher das Resultat mehrjähriger Forschung, welches auch die angeführten Beispiele, Ergebnisse und Tatsachen zeigen, und verdient um so größere Beachtung. Es zerfällt in drei Haupttheile, bei deren Besprechung, wir nicht der Eintheitung des ,Buches folgen, sondern die größere Wichtigkeit für uns, bestimmt die Reihenfolge. 1. Beweise, daß es einen Mittelzustand giebt zwischen Leben und Tod, in welchem das äußere Leben zwar fehlt, * 424 aber das Princip, des Lebens noch immer .bestehen kann; daß es gar kein sicheres Zeichen für den wirklichen Sob. giebt, als die Fäulnist, und daß schon die ältesten'Völker . und auch die Lehrer des Talmuds, den Scheintod geahnt haben.Wir folgen da dem geehrten Vers, von §. 3 bis §.15 der 1. Abth. Daß die Pulslosigkeit und /der fehlende Athem, die Gefühls¬ und Empfindungslosigkeit, die völlige Erstarrung des Körpers, das gebrochene Auge, die Resultate der Elektricität und des Galvanismus , der Leichengeruch, die Temparatur des Magens, der fehlende Gehörsinn, die sog. Blumenbach'schen und Richter'schen Kennzeichen, keine sichere Gewährleistung für den wirklichen Tod seien, beweist der Vers. zwar medicinisch, aber doch einleuchtend genug auch für den Laien. Schwächer widerlegt sind (S. 39) die Kennzeichen, entnommen aus der gelben. Farbe der innern Fläche der Hände und der Fußsohlen, und dem Nichtdurchschauen der aneinander gelegten Finger, gegen ein brennendes Licht gehalten; denn die gelbe Farbe, sagt der Vers, wird bei Gelbsüchtigen und an Blutflüffen in Scheintod geratenen, bemerkt; so wären sie aber doch bei denen, an andern Krankheiten Gestorbenen, ein untrügliches Kennzeichen des wirklichen Todes. Ebenso das Nichtdurchscheinen, weil nach den.Worten des Verfassers, es nur bei Abgezehrten und Wassersüchtigen trüglich ist, und zwar, weil bei den Erstern das Dur.chscheinen auch im Leben fehlt, und bei dem Letztern, es' auch im Tode bemerkt wird. Ich will jedoch damit nicht gesagt haben, daß man sich auf diese Zeichen verlassen möge; denn da derart Lehrsätze nur auf Empirie beruhen können, und man . einmal zwei Krankheiten findet, wo diese Zeichen trügen, .so bleibt^ es immer gewagt, sie bei allen den Millionen Todesarten als Norm auszustellen. Die angeführten Beweisstellen aus dem Talmud zeigen von der Belesenheit des Vers, auch in diesem Fache; sie sind jedoch an manchen Orten nicht stichhaltig. So z. B. will der Vers. S. 42 beweisen, daß man in den Zeiten des Talmuds die Leiche so lange im Hause behielt nnd bewachte, bis Zeichen der Fäulniß eintraten', aus Schabbat 151. b, während aus andern Stellen "sich Nachweisen läßt, daß man damals die Leichen sogleich hinweg schaffte, aber nicht begrub, sondern in Höhlen beisetzte, und darauf gründet sich der talmudische Spruch: e'£> 2i "iy b’nan by ppsi nropn nob jwsp *, wäre nun die Leiche im Hause geblieben bis zum Eintritt der Fäulniß, so hätte man nicht mehr nöthig gehabt, sie nach der Beisetzung zu untersuchen-,/ ob noch Leben in ihr sei. Aber die voran angeführte Talmudstelle spricht blos von den Leichen, . die wegen des- Sabbats liegenbleiben müssen. Besonders hätte ich gern aus diesem gehaltvollen Werke hinausgewünscht, den Beweis S.. 49 von \\^Dp Schabbat 152 b. Außerdem daß derjenige, den der Vers, scheintodt begraben läßt, trotz dem Zureden des R. Nachman, nicht mehr wollte aus dem Grabe zurückkehren, so hat er auch hier einen chronologischen Fehler begangen. R. Achai Sohn Josias lebte mehrere Jahrhunderte vor R. Nachman, und daß er so lange