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Der Orient · 1846-06-25 · Heft 26 (25.6.1846) · p. Seite 204

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 26 (25.6.1846)
Date
1846-06-25
Page
Seite 204 (sequence 15)
Language
German
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204 Sie, —* bezüglich der 451 jüdischen Metzger, die nur darum trotz ihrer Abneigung gegen alles Blutvergießen (welche Abneigung hoffentlich den Juden keine Schande macht) dieses Handwerk ergriffen haben sollten, um verbotenen Viehhandel zu. betreiben, am hiesigen Orte die beste Gelegenheit gehabt hätten, zu erfahren, wie von 2 jüdischen Metzgermeistern, 2 Gesellen und 2 Lehrlingen auch nicht Einer mit verbotenem Viehhandel sich befaßt; daß ferner, da in den 4 Orten der Oberpfalz, in welchen Juden wohnen, so wie in noch gar vielen anderen dieses Kreises , keine Schritte gegen uns geschehen, da aus allen neueren 7 Kreisen, keine einzige Stimme sich gegen uns erhoben, wohl aber gar manche für unsvielleicht £ baiersche Nation uns weit eher viele Erleichterungen unseres gedrückten Zustandes als eine glückliche Reise nach Amerika wünschen und gönnen. Doch ich beabsichtige ja nicht, Ihr Votum überhaupt zu widerlegen. Dieses ist bereits, wir erkennen es mit herzlichem Danke an,--auf eine würdige, kräftige und humane Weise von vielen Ihrer sehr ehremverthen Herren Kollegen in der hohen Kammer selbst geschehen; mit diesen Zeilen bezwecke ich bloß, Sie zu bewegen, daß Sie Gott, dem Vatcrtande und der Wahrheit die Ehre geben, und Ihre oben erwähnten Angaben, die sich lediglich auf die jüdische Gemeinde Sulzbachs, deren einzelne Mitglieder Ihnen nichts weniger als judenfeindllche Gesinnungen zugetraut, beziehen könne, öffentlich in diesen Blättern widerrufet; möchten. Zn dieser Erwartung verharret mit toller Achtung Ew Wohlgeboren-erMbener Dr. W. S ch l e ß i n g ech^Äg-bbiner. Sulzbach im Juni 1846. ' (Mrnb. Corresp.) Jüdische Lehrer-Konfsrenzen. Ekefeld, 12. Juni. Sie wünschten genaue Kunde über unsere Lehrerversammlung, theils um einen Maßstab zu haben, auf welchem Standpunkte der Lehrerstand gegenwärtig steht und wie sein Verhältniß zur religiösen Bewegung im Judenthume sich herausstelle, theilS an und für. sich, um die Idee solcher Versammlungen in', der Judercheit zu verbreiten. Ich lheile Ihnen daher vollständig die Verhandlungen mit, Ihren Lesern es überlassend, daraus ein Resultat zu ziehen. Protokolle der Lehrerversammlung zu Crefeld am 4. und 5. Mai 1846. Erste Sitzung. Anwestnd waren: Der Herr Oberrabbiaer Bodenheimer und die.Lehrer PH. Anschel aus Viersen^ S. Liffgens aus Corschenbroich, H. Fried lander aus Oberaußem, ,S. Nathan und S. Adam aus Crefeld, M. H. Cohen aus Grevenbrick, N. Frank aus Düsseldorf, S. Lebach aus Verlag von C. L. Fritz sche. Wevelinghoven, M. Bosenberg aus Bergheim, A. de Groote aus Frechen, B. Nordewald-aus Blotzheim, E. G u m p r ich ( aus Kerpen, R. W o l f s d o r f aus Neuß und A. Herr man ns aus Bees. Die Sitzung wurde eröffnet Vormittags 10 Uhr durch eine Rede des Herrn OberrabbinerS, worin derselbe die Anwesenden mit Ps. 118,. 26. feierlich begrüßte und dann auf eine klare und feierliche Weise über Nutzen und Zweck der Zusammenkunft sprach, als welchen er besonders hervorhob: Beseitigung der auch im Crcfclder Eons. Sprengel noch vielfach vorhandenen Mängel des Schulwesens, Hebung des Religionsunterrichts, besonders bei den gegenwärtig auf dem religiösern Gebiete des Judenthums obschwebenden Wirren, Einführung der geeignetsten Schulbücher und Erzielung einer festern und bessern Stellung.der jüd. Lehrer. Hierauf wurde zur Wahl eines Präses u. Secretärs geschritten. Erstere Wahl fiel einstimmig auf Herrn Bodenheimer, letztere auf Herrmanns. Es wurden sodann die Statuten berathen und entworfen. Als Cassirer der Conferenz-Kasse und Bibliothekar des zu bildenden Lesevereins wurde Nathan gewählt. Mit dem Unterschreiben der Statuten endigte die Bormittagssitzung. — . Zweite Sitzung. Anwesend: Sämmtliche, Eingangs genannte Herren. Die Frage wurde gestellt : Welche Lchrgegenstände gehören in eine jüd. Volksschule? Dieser Gegenstand wurde in einer mehrstündigen Diskussion allseitig erörtert. Nachdem die Antwort festgestellt, wurde ein „Stundenplan für jüd. Volksschulen" angeft-rugr. Die Sitzung wurde demnach vom Präses mit dem Bemerken geschlossen, daß alle Mitglieder sich am folgenden Morgen 9 Uhr zur Fortsetzung der Verhandlungen wieder einsinden möchten. Crefeld den 4. Mai 1846. unterz. Oberrabbiner Bodenheimer. HerrmannS. (Beschluß folgt.) .\ Personalchronik und Miseellen. Leipzig. Hr. Prof. Eduard Pick hat seine Vorlesungen über Mnemonik an hiesiger Universität bereits eröffnet. Von Seiten der Studirenden ward ihm ein sehr zahlreicher Besuch und Beifallsbezeigung zu Theil. Leipzig. Das Interesse an der Theologen-Versammlung steigert sich und die angesehensten Gelehrten sollen bereits zugesagt haben. Man glaubt, daß sie sehr zahlreich besucht sein werde.. Druck von I. H. Nagel.

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