Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 25 (18.6.1846)
- Date
- 1846-06-18
- Page
- Spalte 399-400 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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399 Tautologien. Doch läßt diese Predigt, oder besser Rede den belehrenden Torr vorwalten, was höchst lobenswert!), und hoffen wir, daß Hr. Schmiedl noch viel Gutes in den mährischen Steppen wirken werde. Die Hoffnungen dieses Landes beruhen auf der Energie und Ausdauer des jüngern Geschlechtes, das sich von dem Aechzen zartnervigter Chafidim und dem Fluchen blinder Zeloten nicht beirren läßt. Wenn die Gemeinde zu Austerlitz den Worten -des Hrn. Schmiedl Gehör giebt, so kann sie ruhig in die Zukunft blicken. Die beiden Angelpunkte des jüdischen Lebens : Schule und Gotteshaus hat der Redner kräftig hervorgehoben. — Herr Dr. Schiller liefert r'n den beiden uns vorliegenden Predigten den Beweis, daß er ein sorgfältiges Studium auf sein Fach verwendet. Es zeigt sich nämlich in denselben ein bedeutender Fortschritt sowohl in der Anlage als in der Sprache. Wir' begegnen hier nicht mehr jenen grotesken Bildern, die mehr überraschen als angenehm einwirken. Besonders in der ersten 400 dieser beiden Predigten ist Hr. Dr. Schiller ein wahrhaft begeisterter Redner, der auch den Leser mit sich fortreißt. Die zweite Rede, die während der Pesther Verhandlungen über die Toleranzsteuer gehalten worden , ist von Bedeutung für! die Praxis, , da Herr Dr. Schiller darin zur Unterstützung und? Förderung der Pesther Bemühungen auffordert. Auf einen | korrekteren Satzbau sollte Hr. Dr. Schiller mehr Fleiß vers wenden. In der zweiten Rede S. 11 lesen wir z. B. „denn, j obzwar wir, wenn auch noch nicht als seine Kinder jj anerkannt, sch o n die heilige Verpflichtung haben, sein Wohl \ zu befördern so ists doch ein ungleich Anderes rc. Bei der gegenwärtigen Uebergangsperiode der ungarischen Juden ist Hrn. Dr. Schiller viel Terrain zur Wirksamkeit geboten j und kann er durch seine kräftigen Worte gepaart mit mehr | Gedankenfülle und in ein harmonischeres Verhaltniß gebracht, viel Schönes und Edles m's Leben rufen. Ankündigungen. Ankündigungen. In diesen, Amkündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1^ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. „ ——;'- ---- ---i-- - ..- ..—- t [101] Bei C. Cv Frihsch e in Leipzig tß e n c z u r & V<'Lt6i' in Eperies) ist zu haben: „Befördert das Wol des Vaterlandes"! Predigt ii ber Jeremias 29, 7 zur G c b u r t s f e i e r Sr. Majestät unserS attgetiebten Königs Aerdr? narrd Y. , Kaisers von Oesterreich u\, am DDN% noD .in 5606 (19. April 1846) von vr. xüil S. M. Schiller, Rabbincn; Privatdocenten der hebräischen Sprach- und Alterthnmskunde ans dein Evaugel. Distriktskollegio zir Eperies und ordentlichem Mitgliede der Dentschelk-Morgenländischen Gesellschaft zu Hatte — Leipzig. Von den für den Glauben Israels und das Vaterland Ungarn begeisterten'Zuhörern dem Drucke übergeben. Preis 2 Ngr. Teplitz, den 2.'Juni 1846. Erfreuliche Nachricht für Jsra els R elig i o ns fr ciui d e. Unter der Aegide unserer hohen gnädigsten 9iegiernng gelang es unserer Gemeinde, durch ihr-eifriges Streben, an ihre Religion unverbrüchlich treu zu halten, den zweiten Feiertag des diesjährigen Wochensestes mit demselben Gottesdienste und dem Ruhen aller Geschäfte unter, den Segnungen der göttlichen Vorsehung wie bisher zu feiern, den Dank sei dein Ewigen, es fehlten von der ganzen Gemeinde bei diesem feierlichen Gottesdienste nur der neuerungssüchtige Rabbiner und stille vier Anhänger. [l03] In meinem Verlage ist erschienen, und durch alle Buchhandlungen zu erhalten: Hebräisches und chaldäisches Schul- Wörterbnch über das Alte Testament von Br. Julius Fürst, Lehrer an der Universität zu Leipzig. 16. broschirt. 1 Thlr. 10 'Ngr. Der durch seine große hebräische Coneordanz und andere sprachwisstuschastliche Werke rühmlichst bekannte Verfasser des obigen, für höhere Gymnasialklassen und angehende Theologen bcstinnnten Wörterbuchs sagt von demstlbeil am Schlüsse seiner Vorrede: ,,Die Anordnung des Ganzen ist alphabetisch, 'nicht etymologisch; die Haltung wisstnschastlich, nach dem jetziger: Standpmlkt dieser Stlidieil. Indem ich selbst neberr dem Handworterbuche und dem Thesaurus von Gesenius eine gewisse Selbstständigkeit erstrebte, befleißigte ich mich zugleich einer Kürze, welche ich für Förderung der Selbstthätigkeit und des PrivatsleißeS der Studirenden geeignet hatten durfte." 'Auch die typographische Ausführung, der die größte Sorgfalt gewidmet wurde, so wie der niedrige Preis gereichen diesem* Buche zur Empfehlung. Leipzig, im Februar 1846. Karl Tauch rritz. Verlag von C. L. Fritz sche. Redakteur: De. Jul« Fürst. Druck von I. H. Nagel.