Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 24 (11.6.1846)
- Date
- 1846-06-11
- Page
- Spalte 383-384 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Z82 was' einem ganzen Volke mit so vielen eigenthümlichen Gefühlen und Weisen, wie das jüdische in religiöser Beziehung iroth Lyue. Billig überträgt man die Leitung in dieser Sache den befähigten Rabbinen, welche ihrem Berufe gemäß mit dem religiösen Wohl des'Volkes ausschließlich sich beschäftigen sollen. Hiebei kann es uns aber nicht genügen, daß die betreffenden Rabbiner Talent und Gelehrsamkeit besitzen, sondern wir müssen auch die Gewißheit haben, d a ß s i e ihrer U e b e rz e u g u n g u n g e s ch e u t und rücksichtslos folgen, baß si e si ch nicht von persönlich en Rücksichten l eiten lass en, um, je nach den Um ständen, jetz t so und ein andermal wieder anders zu erscheinen.; Kommen wir nun wieder auf unsere Gemeinde.und ihren Rabbiner Dr. Geiger, so müssen wir uns Alle das. Geständnis machen, daß er während seiner ganzen Wirksamkeit in derselben nicht diejenige Charakterfestigkeit und aufopfernde Hingebung bewiesen, welche wir als zum reformatorischen Berufe nöthig erachten. Er hat z. B , um uns an Allbekanntes und Durchgreifendes zu halten, den Talmud und den Rabbi- Mmus verworfen, dabei aber dennoch die Rechte und Funktionen des Rabbiners, welche einzig und ' allein der Talmud 383 und der Rabbinismus geschaffen , und welche mit diesen aufs Innigste verwachsen sind, mit großer Eifersucht ausgeübt. Er hat zwar in seiner eigenen Person. ein Unterschied zwischen dem fungirenden Rabbiner und dem schreibenden Theologen geltend machen wollen: als schreibender Theotog könne er gut das verwerfen, was er als führender Rabbiner gern übt; allein dieser Unterschied, diese Theilung einer und derselben Persönlichkeit ist sophistisch und der höhern Würde des Mannes dcr Oeffentlichkeit zuwider. Was würde Man zu einem römisch-katholischen Priester sagen, welcher in seinen Schriften das Pabstthum und die Kirchenväter verwürfe, dabei aber dennoch die Rechte und Funktionen, welche nur mit dem Pabstthum und den Kirchenväter bestehen können, als fungirender Pr iester ausüben wollte? Solche Scheidung der eigentlichen Persönlichkeit von ihren ^Amtshandlungen kann nur im Staatsdienste geduldet werden; der Staat'sieht nur auf die Handlungen seiner Diener, und darf sich um ihre Gesinnung nicht kümmern. In religiösen Sachen hat aber die Handlung ohne innere. Gesinnung , keinen Werth, sie gleicht dem Körper ohne Seele, welcher aus dem Kreise der Lebendigen geschafft werden muß. (Beschluß folgt.) Ankündigungen Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen -1J Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. ..[!)8] Durch E. L. Fritzsche in L e ipzig sind''gegen baav zu beziehen: v Palästina, von Robinson und Smith. '. Prachtbände und fast neu. Preis 6 Lhlr. Jightsoot, 8orae bebraieae er tahnudicae in IV Evang. et in Acta Apostel. 2 Bände. Preis 1 Lhlr. Les juifs d’Europe et de Palestine, Paris, 1844. S. 471. Nebst zwei Karten. Preis lg Lhlr. Das alte Indien, von Bohlen. Geb. Preis U Lhlr.^ Die P salm en, symfH, herausgeg. von Erpenius. Preis 20 Ngr^h Riebuhv, BeschrMung von Arabien. Lederb. Preis 1 Lhlr. , bmwx tin2No^,WndMriftlich in 4. geb. -Preis- 2/Lhlr. h Falbnlae aliquot Aramaeae interpretando correctae adnolationibusque instructae a Julio Landsberger, Pbilos. Doct. et art. liberi. Magistro, Brosch. Preis 10 Ngr. Bei Stern L> Comp« in Berlin erschien so eben u. ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Israels Er h a n n n g s st und eis-, ein Blich der -häuslichen ^lndacht für die Bekenner des Jndenthums, hcrausgegeben von den DD. und Rabbinern Auerbach in Berlin, A u e r b a ch in Frankfurt a. M., F ran kfnrter, Geiger, Hirsch, Holdheim, Jost, .Kley, P h i l i p p s o n, R e b e n.st e i,n, Saal s ch n tz, Salomon, Stern u. A. 1. Lieferung, gr. 8. Preis 7i Sgr. Vollständig in 25 lnonatlichen Liest, oder 3 Bänden. Dies Werk, weit entfernt einer einseitigen religiösen Richtung sich ..hinzugeben, ist vielmehr bestimmt allen gebildeten Israeliten in den Stunden ernster Lebensbetrachtung nabe zu treten, und bei dem bisherigen Mangel eines ähnlichen Buches, inr wahren Sinne des Wortes, ein tiefempfundenes Bedürfnis' zu befriedigen. Durch einen Hinweis' auf die rühmlichst bekannten Namen der Miturbeiter, hält sich die Verlags- Handlung steder weitern Anempfehlung für überhoben. Verlag von C» L. Fritzsche. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.