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Der Orient · 1846-06-04 · Heft 23 (4.6.1846) · p. Seite 176

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 23 (4.6.1846)
Date
1846-06-04
Page
Seite 176 (sequence 3)
Language
German
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176 Apparate, gewiß das wirksamste Mittel, diese. verschiedenen Zwecke zu erreichen. ' : Eine Tempelbibliothek — eine unserm Institut zu schaffende Sammlung der bestell Bücher über jüdische Theologie und Geschichte älterer und neuerer Zeit— wie wir sie ins Leben zu rufen beabsichtigen, würde aber nicht nur unserer Anstalt selbst zur Zierde gereichen/ sondern zugleich einem Bedürfnisse abhelfen, das von allen wissenschaftlichen jüdischen Theologen lebhaft empfunden, dem aber in neuerer Zeit noch nirgends abgeholsen ist. Denn die Schätze der jüdischen Wis- ' senschaft sind entweder in größeren öffentlichen.Bibliotheken zerstreut, oder wo sie von einzelnen aus Liebe zu dieser Wissenschaft gesammelt sind, Privateigenthum und darum nicht jedem Forschenden zugänglich. Unser Tempel, der um den jüdischen Kultus sich unbestreitbare und von Unbefangenen unbestrittene Verdienste bereits erworben, lebt der Hoffnung und strebt danach, die Wissenschaft des Iudenthums mit anbauen zu helfen.^ Diebisch theologische Bibliothek, die erbegründet, soll die erste sein, die, Eigenthum unsrer Vereins, dem allgemeinen Gebrauch sich weihen will. Die beschränkten Mittels die uns .zur Anschaffung von Büchern für den Anfang zu Gebote stehen, sollen uns nicht abschrecken, unser Werk zu beginnen. Haben wir ja einen reichen Zufluß zu erwarten, sowohl von dem guten Sinn unserer näheren Freunde und der Freunde der Wissenschaft überhaupt, wie vorzüglich 'von den Männern , die die Wissenschaft des Iudenthums mit besonderer Liebe pflegen. An alle diese ergeht hiermit auch, nächst der Anzeige von der Begründung unserer Bibliothek, die'Bitte um Unterstützung dieser neuen Anstalt durch Gaben "an Geld und an Büchern, die dem Zwecke unserer Bibliothek Entsprechen» So manches Werk — Erdtheil von den Vätern— liegt gewiß bei Vielen unbeachtet und unbenutzt in den Schränken, ein abgerissenes Blatt für den! Einzelnen: uns anvertraut würde es sich zu einem schattenreichen Baume frisch belebt fügen, dessen Früchte'viele erquicken könnten. Was Ew. Wohlgeb^demnäch an jüdischen Schriften in hebräischer oder jeder andern Sprache aus früherer oder neue- ' ffcer Zeit besitzen und entbehren können, würden wir dankbar annehmen und unserer Bibliothek einverleiben. Vorzüglich möchten wir Ihre Aufmerksamkeit lenken aus: 1. Bücher in hebräischer Sprache/im weitesten Umfange. 2. Neuere Exegese desA.T., Grammatik der hebräischen und rabbinischen Sprache und der verwandten Dialekte, Lexika dieser Sprachen", allgemeine Grammatik und. Sprachenkunde, biblische Alterthümer, Reisen in den Orient, Einleitungen in das A. T. . 3. Jüdische Dogmatik, mit Inbegriff der verschiedenen, in neuerer Zeit'erschienenen Katechismen. 4. Jüdische Homiletik, Predigtsammlungen, einzelne Predigten. 5. Geschichte der Juden und ihrer Litteratur. 6. - Jüdische Liturgik mit Einschluß der Ecbauungsbücher. 7. Jüdische Polemik, mit Ausschluß des rein Politischen. 8. Schriften und Dokumente zur Geschichte der Hamburger israelitischen Gemeinden und des Tempels insbesondere. 9. Schriften und Dokumente zur Geschichte der neuen Reformbestrebungen unter den Israeliten. Selbst Doubletren .wären uns willkommen, wenn wir ermächtigt würden, sie gegen andere Schriften für unsere Bi-. bliothek vertauschen zu dürfen. Was Ihre Güte in dieser Hinsicht uns zukommen lassen^ wollen Sie an den Unterzeichneten mit dem Bibliothekariat Betrauten gefälligst einsenden, der Im Namen unseres Instituts darüber dankbar quittiren wird, so wie dies in jährlichen Rechenschaftsberichten zu veröffentlichen beabsichtigt. Die Kultus-Commission des neu e n israeliti schen Tempel-Vereins. In deren Namen: Dr. N. Frankfurter. Hamburg, 16. Mai. Die zu errichtende Religionsschule des neuen israelitischen Tempels erregt hier große Erwartungen und wir dürfen wohl die Ueberzeugnng aussprechen, daß das Programm, das ich hier mittheile, auch außerhalb unserer Tempelgemeinde die Aufmerksamkeit Vieler erregen wird. Der Religionsunterricht ist diesem Programme nach von solcher Art, daß selbst eine orthodoxe Gemeinde nichts dagegen haben kann, und wie auch der Tempel in seinem Gebetbuche verketzert wurde, so'wird doch Jeder den Religionsunterricht vollkommen genügend finden. Hier also das „Programm über die am 3. Mai 1846 ins Leben tretende Rellgionsschule des neuen israelitischen Tempelvereins. „Die Kultus - und Schul-Kommission des neuen israelitischen Tempel-Vereins hat ihren Statuten gemäß die Begründung einer Religionsschule, die einen untrennbar verbundenen Theil dieses Instituts ausmachen soll, unter die ersten Gegenstände der. Berathung gezogen. Sie hat erkannt, daß nunmehr, wo allmählig die erste Generation derer, die sich zu einem geläuterten Gottesdienste verbunden haben, zurücktrittdie religiöse Bildung der Jugend eine wesentliche Aufgabe des Gotteshauses und seiner Lehrer wird, damit ein tief begründetes Bewußtsein von dem Werth und der Bedeutung der israelitischen Lehre Wurzel fasse im jugendlichen Gemüth, und aus den Söhnen und Töchtern unserer Gemeinde ein Kern sich bilde, um welchen die neu hinzutretenden Mitglieder von nah und fern sich vereinigen und den ursprünglichen Sinn der Anstalt in seiner Reinheit erhalten mögen. Die Quellen, die früher im häuslichen Leben und in größeren Anstalten gegeben waren, beginnen zu versiegen: so müssen wir denn, so lange noch Zeit ist, eingreifen, unv der Jugend die Weihe der Religion zu verschaffen suchen , nicht mehr einzeln wie, bisher, sondern im allgemeinsten Umfange, Jedermann zugänglich, nach einem festen Plan geordnet. Demnach ist folgendes Reglement entworfen und von der verehelichen Direktion genehmigt worden.

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