Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 21 (21.5.1846)
- Date
- 1846-05-21
- Page
- Spalte 321-322 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken für Jüdische Geschichte und Literatur. «M M. Leipzig, den 21. Mai- A84Ä. Inhalt. Kritiken. Kurze Anzeigen.' Dükes über die Mischnasprache.' Veurtheilt von Raph? K i r ch h e i m. (Fortsetzung.) Ein Prager Anonymus gegen--die Juden. (Schluß.) — Studien. Literarische 2lnalekten. Prosbul. — Der Bund Salomo's, eine ayokryphische Schrift, Griechisch und Deutsch. (Fortsetzung.) — Ankündigungen. , Kurze Anzeigen. 19) Die Sprache der Misch y.aLexikogrcrphisch und grammatisch betrachtet, von E. Dukes. Eßlingen, in der E. Harburgerschen Wuchdruckerei. 8. V1Z. 127 S. (Fortsetzung.)' In der Einleitung , welche aus 7 §§. besteht, behandelt der Verf. zuerst die Sprachverhältniffe der Juden überhaupt, von der Zeit der Abfassung der Mischna bis zum Schlüsse des Talmuds, die aus den zerstreueten Stellen des Talmuds zu entnehmen sind, und nach denen das Aramäische, Griechische, Hebräische und P e r s i s ch e die verb-'eüesten Sprachen waren. Der Vers. spricht die wahrscheinliche Vermurhung aus, daß sämmtliche Apokryphen hebräisch ^verfaßt waren, was wir aber, nach dem Zeugniß von Hieronymus, nur von dem ersten Buche der Makkabäer mit einiger Gewißheit sagen können , hinsichtlich der übrigen Bücher der Apokryphen spricht so manches dagegen; denn die meisten Bruchstücke, die sich in den jüdischen Quellen vorsindm, wie z. B. die Fragmente aus dem Buche der Weisheit (bei Mos. Nachmani in der Vorrede seines Pentateuch-Kommentars und aus Judit (ibicl.. zu Deut. 2t, 14)', sind .syrische Ueber- « setzungen, die Sprache von Sirach werden in dem Talmud und den Midraschim theils hebräisch rheils syrisch citirt (Zunz Gott. Vort. S. 104; Dukes Blumenlese S. 67 ff.); die Erzählung von dem Drachen und Bel sinder sich zwar in Beresch. Rabba 61 c auf hebräisch, die aber nur eine abgekürzte Uebertragung aus einem größern Fragment ist, das Raymund Martin (S. 957) aus dem Bereich. Raba auf syrisch hat. Die Zusätze zu Esther im ^pecimen o. 1. von de Rossi S. 122) sind chaldäisch und nur ein kurzer Auszug daraus findet sich in Midc. Esther (94 (!) auf hebräisch. Nur von Tobias findet sich die. Erzählung im Tanchuma (Äbschn. MM).auf hebräisch, die der hebräischen Bearbeitung dieses Buches, wel- S. Münster herausgegeben hat,, entnommen zu sein scheint *). -Auch spricht das in der hebräischen Sprache schwer auszudrückende Wortspiel in Susan. 56, 57 und 60, 61, welche Schwierigkeit selbst Pleßner in seiner vortreflichen Ueber- .sctzung nicht überwinden konnte,' gegen die hebräische Abfassung. , In einer Note beweist der Vers. (S. 2) nach Jost G. d. 2. V. 328, 'aus Challa 4, 11 ÜDD 'top) N^DDND, daß bie Juden aus Spanien ihre Erstlinge nach Jerusalem brachten, was in dieser Stelle ein Jrrthum ist; denn aus dem Nachsatz der Mischna nEN'&y '.)) NniDn ruipn geht deutlich hervor, däß.rEOX hier H.PNniNt ^yriae ist; für Spanien spricht n ur die Stelle in B. Batra 38. In den Zusätzen (S. 122) streicht der Vers, wirklich diese Stelle und setzt dafür Jalkut §. 688. — In Z. 2 werden die im Talmud 'vorkommenden Bezeichnungen der verschiedenen aramäischen Dialekte erwähnt, wie w-nro / , 1diid /■(* Myw , 'übten' , von 1) Hieronymus übersetzte dieses Buch aus einem chaldäisch en Texte, ebenso das Buch Judith (vergl. die Einl. in die apokr. Bücher von de Wette). 2) Mehr Wahrscheinlichkeit hat jedoch die Meinung derer, welche unter {yjs P h Lnizien verstehen, welchen Namen man auch aus phönizischen Münzen liest (Gesenius'Gesch. der hebräischen Sprache S. 16. Anm. 14), weil nur die Phönizie>' das größte Handelsvolk'der alten Welt waren, so wird in der heiligen Schrift für Handelsmann gewöhnlich der Name gebraucht; die Stelle (Sifri 'Absch. u^vvn), wo man ein biblisches Wort durch zu erklären sucht, ist merkwürdiger Weise auch nur ein merkantilischer Ausdruck: yVo Ob auch andere merkantilische Ausdrücke, die sich im Talmud finden, deren Ursprung uns . unbekannt ist, wie 21 ' *