Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1846)
- Date
- 1846-05-14
- Page
- Seite 156 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- 156 Grund begegnen zu können ,' wenn eine jede Iurisdiktions- ' Gemeinde es sich angelegen sein ließe, die Liste der isr. Verbrecher in ihrer Iünsdiktion, die Ursache ihrer Einziehung und deten etwa wegen Schuldloserklärung wieder erfolgte Freisprechung — genau zu erheben, um dadurch eine vollkommene diessällige Übersicht von-ganz Ungarn zu erlangen. ' Diese Propositionen wurden ebenfalls vollkommen als zweckmäßig und notwendig anerkannt, -und ein diesfälliges Zusammenwirken von allen Jurisdiktions-Gemeinden feierlichst zugesichert. —.Pest am 12. März 1816. >; ' -(Hier folgen die Unterschriften) Schluß- Protokoll. , Am 14. März 1846. 1. Herr Präses ließ die ausgearbeitete Instruktion für das Verwaltüngs-Komite verlesen, und macht die Mitteilung, daß das Versawmlungs-Komite -zum Kassier Herrn Jakob Kern, pnd zum Kontrollor Herr M. A. Cähen erwählt habe. Die mitgetheilte Instruktion, und die getroffene Wahl wurde mit allgemeiner Genehmigung vernommen. 2. Herr Präses brachte hierauf die Motion vor, daß nachdem die Grundlage und die Seitenteile und Stützen zur Befreiung der. Israliten Ungarns und Nebenländer von der Koler.-Taxe, durch die ausgestellte Hauptschuldverschreibung . und durch die Unterfertigung des Generalvertrages und der 'Partialwechsel bereits erlegt und errichtet sind/ somit die frohe Hoffnung zur Erreichung des allgemein sehnlich st erwünschten Zieles, baldigst in Aussicht steht, um so mehr, da es gewiß zu erwarten steht, daß die wenigen noch nicht beigetretenen Jurisdiktions-Gemeinden sich schleunigst dem großen Befreiungswerke anschließen, und aus dem, Bunde treuer israetit. Unterthanen und gutgesinnter Glaubensgenossen sich nicht' loszählen.werden — so ermangle nur noch dem Gebäude den Schlußstein anzusetzen, ihm eine Bedachung zu geben, nämlich einen, von der hohen Regierung angedeuteten Hauptbürgeil aufzustellen, und da in dieser Beziehung die fester Israeliten- Gemeinde als solcher bezeichnet wurde, so tragt Herr Präses darauf an, die Pester Jsraetiten-Gemeinde, ' von Seite der Generalversammlung zu ersuchen, nötigenfalls diese Hauptbürgschast übernehmen zu wollest. In vollkommener Genehmigung dieses Antrags wird hiermit bestimmt, die Pester israelitische-Gemeinde zu ersuchen für den Fall, daß die hohe Regierung die ausg'efertkgte Hauptschuld - Verschreibung sammt dem mitunterftrtitzien Generalvertrag und Partkalwechsel als eine ihr - noch nicht ganz genügende Bürgschaft bezeichnen, und eine Hauptbürgschaft verlangen sollte — als Hauptbürge für die Israeliten Ungarns eintreten zu wollen. — Dies, um so mehr , da bei dem entschiedenen Willen aller Jurisdiktions-Gemeinden, die auf sich v genommenen Obligos pünktlich und treulich zu erfüllen-— diese Hauphbürgschaft, durchaus mit keiner Gefahr verbunden, vielmehr eine Ehrensache ist : übrigens steht es-von der Loyalität der Pester Gemeinde zu hoffen, daß wenn einzelne Individuen oder ganze Korporationen,, sich ihr in dieser Beziehung anschließen, und mit ihr in dem Beweise treuer Unterthanenpflicht gegen den erhabenen Monarchen, wetteifern wollten, sie dieselben gerne in ihrem Verbände aufzunehmen bereit sein wird. : . 3. Herr Leo Holländer reserirte hierauf, daß Herr M. H. Singer,. Vorsteher -der Preßburger israelitischen Gemeinde, sich eifeigst bemühete, das volle Einverständniß der Preßburger israelitischen'Gemeinden zu allen hier getroffenen Beschlüssen zu erwirken , .und wie ihm aus sichern Daten bekannt ist — dieses ihm auch vollkommen gelungen sei. Wurde mit Freude vernommen, und Herr M. H. Singer in Rücksicht seiner vielfachen frühern' und jetzigen Bemühungen in dieser Ängelegenheit, zum außerordentlichen Mitgliede des Verwaltungs-Komite allgemein ernannt. 4. Herr Präses drückte-hierauf seinen Dank an die Generalyerfammrung aus, .für-die friedliche und ehrenhafte Gesinnung — für den guten Geist und lobenswerten Eifer, mit welchem die Repräsentanten der Israeliten Ungarns und Nebenla'nder, dieser Generalversammlung beiwohnten, und für die Beweise von Wohlwollen, die sie während der ganzen Beratung, ihm persönlich zu Lheil werden ließen, und empfahl ihnen, diesen guten Geist auch zu Haufe in ihren Kreisen, fortzuverbreiten, und das Bedürfnis eines gemeinnützigen und freundschaftlichen Zusammenwirkens in getreuer Anhänglichkeit gegen den erhabenen Landesfürsten, und zum Wöhle, und Heile unseres theuern Vaterlandes und unserer Glaubensbrüder, immer mehr und. segensreicher zu entfalten. * Und nachdem noch hierauf die Herrn Leo Holländer und Ignaz Grünwald dem Herrn Präses im Namen der ganzen Generalversammlung die Gefühle des innigsten und herzlichsten Dankes für dessen energische und schöne Leitung, für den unermüdeten Eifer und edle Begeisterung, mit welcher er diese Angelegenheit bisher so zweckmäßig leitete, und hoffentlich zu Ende führen wird — ausgesprochen; — wurde diese Generalversammlung unter allgemeiner Befriedigung, mit den Gefühlen gegenseitiger inniger Verbrüderung, und mit dem Bewußtsein " eines vereinten thalkräftigen Aufstrebens; für die Erreichung einer. frohen und freudigen Zukunft — geschloffen. (Unterschriften.) < Verlag von C. L. Fritzsche. \ , Dryck von I. H. Nagel.