Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1846)
- Date
- 1846-05-14
- Page
- Seite 149 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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rwm Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. -Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. ^','.7 für 7 Mische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von vr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechmt, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. SÖ» Leipzig, den-14. Mai^ 184H» Inhalt. Aumcf zu emer Versammlung.jüdischer Theologen.^ Von Dr. I. Frankel, Oberrabbiner. — Großbritan- -ni en. L o n d on. Die .Westend-Reform- Synagoge und Dr. Adl er.' Beriä)tigung. Kulturun'd Kultus-Verhältnisse. Reich und >arm, L o n d o n. Hamburger Vvrurtheile. — Frankreich.. P a r i s: Eine Predigt des Grand-Rabbin. Parallele zwischen dem 'Grand-Rabbin und Stein. — D e ut sch l a n d.'R a n d eg g. D)e badische R.-R. und der ,,Israelit". -— Aktenstücke in Angelegenheit der Toleranz-Taxe der Israeliten .in ^Ungarn und Nedenländer. —- LB. d. Or. •* ,; «3t u s r ü s ZU einer > Versammlung jüdischer Theologen. Der Glaube mahnt in.unfern Tagen mit ddppeltemRuse: er will Erhaltung und Fortbildung. Dir Gegenwart, die mit zerstörenden, zersetzenden Elementen überschwängert ist, m der innere und äußere Verhältnisse den Glauben zu nnterwühlen .nnd-^aufznlösen..drohen,.^eigt das. dringende Bedürfniß. der Erhaltung, legt die hohe Verpflichtung aus, das Heiligihuln,zstwahren und zu schirmen, daß es uns nicht abhanden kam der Glaube .nicht verseichtigt und verwässert, dasnl.ns göttlich Uebergebene nicht als ein jedemZeitwechsel un terwarfen cs Institut dargestellt und durch den Umschwung des Verkehrs und der gesellschaftlichen Beziehuttgcn zmückgedrängt. werde. Doch wenn AllcS zur Erhaltung anffordert und der Denkende' in sich die Ueberzengung trägt, daß man auf Abhilfe bedacht sein müsse, so sagt auch diese Ueberzeugung, daß in der'Fortbildung selbst ein' Erhalten 'liege.;Nicht .nur weil das Leben drängt — sein Verlangen wird nie, ganz befriedigt werden können und ist doch gerade -diesesdas Ziel des .Glaubens, das Leben zu sich zu erheben und dem Göttlichen den Siegüber äußere Hindernisse zu verschaffen — sondern weil auch die erweiterten Begriffe und die vorgerückte Bildung Manches das an sich unwesentlich ist. zurückweiset, weil der Glaube auch unfern Kindern -und' spätem Nachkommen erhalten werden soll, weit endlich in der Veredlung selbst eine Erhöhung des' Glaubens liegt. — Die Vermittelung der Erhaltung und Fortbildung, dieser scheinbar sich widersprechende und doch nur ein Einziges, Unzertrennbares bildende Begriff ist die Aufgabe, die unsre Zeit. zu lösen hat. Daß auf und durch das Gegebene sortgebant werden müsse und die Permittelung nur aus diesen). Wege erstrebt werden kann, begreift jeder vom' väterlichen Glauben .wahrhaft Durchdrungene s das Positive muß die Grundlage bilden, überdie hinaus nicht gegangen werden kann : das Positive in, seiner, eigentlichen wahrhaften Bedeutung , das nicht als cm Scheinbild -hingestellt wird, mit dem man nach/Belieben spie'lt und hinter ihm die eigentliche Absicht, es 'aufzuhebin und zu. vernichten, verbirgt. Der religiöse Ernst, der Geheiligtes Unansaßbares anerkennt,, -der nicht mit der Gegenwart beginnen und sie zur Schöpferin . eines Religionsbekenntnisses machen will, sondern'ffür. dm es eine VergängenhÄi. gibt, deren Geheiligtes er, in sich aufnimmt, ist die alleinige fesie^ Unterlage für Erhaltung und Fortbildung. Das Jndmthum hat seine