Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1846)
- Date
- 1846-04-30
- Page
- Seite 140 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- 140 - und gutem Lhatkräftigen Willen vorwärts schreiten , in tiefster Ehrfurcht zu unterbreiten, — was Se. k. k. Hoheit mit dem Ausdrucke höchsten Wohlgefallens entgegen zu nehmen und gnädigst zu erlauben geruhte, daß Höchst ihm, mittelst Herrn Präses, Dienstag am 1V. d. M. eine Deputation aus der Mitte der israelitischen Repräsentanten vorgeführt werden dürfe. Diese beglückende Mittheilung erfüllte alle Repräsentanten mit der innnigsten Freude und erschallte aus den - dankerfüllten Herzen aller Anwesenden ein anhaltend einstimmiges Eljen für Se.. k. k. Hoheit, worauf sogleich die ' Deputation aus nachfolgenden Mitgliedern gewählt wurde: ' Herr Hermann Löwy und Herr Marcus Pollack von der ' Stadt/Pest, - Heinrich Brüll von Preßburg. - Moritz Helsinger vom Pesther Komitat. - Aron Pick vom Eisenburger Komitat. - Leo Holländer vom Säroser Komitat. - Jakob Steinitz vom Arader Komitat. - Elias Schlesinger vom Neutraer Komitat. - Dr. Mathias Roth von der Stadt Caschau. - Salomon Singer vom Comorer Komitat. - Leon Polatsek vom Zemplmer Komitat. - Philipp Lettner vom Warasdiner Komitat. XI. Am 10. März referirte Herr Präses, daß die im Vereine mit ihm exmitticte Deputation sich des hohen Glückes erfreute, in einer Audienz bei Sr. k. k. Hoheit dem Durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Reichspalatin vorgestellt zu werden, wo er die dankbaren Gefühle der rsrael. Repräsentanten Ungarns und Nebenländer ungefähr in folgenden Worten ausdrückte. Die Israeliten Ungarns und Nebenländer wagen es durch uns, ihre Repräsentanten, Euer k« k. Hoheit die innigsten Gefühle der kindlichen Dankbarkeit, zu Füßen zu legen für die unendliche Huld, womit Euer k. k. Hoheit geruhet haben, uns die Allerhöchste Gnade unseres erhabenen und geliebten Monarchen wieder zuzuführen und wird dies ein Band der ' Dankbarkeit mehr sein, welches uns unauflöslich an das erlauchte Herrscherhaus kettet; wir werden die uns angedeutete Ziffer von 1,200,000 fl. C.M., womit wir der Loleranztax- Schuldenlast von mehr als 24- Millionen überhoben werden, und wodurch wir der sichern Ueberzeugung leben, daß die Gnade Sr. Majestät zu erklären geruhen werde, daß nicht nur diese Steuer für die Folge aushören werde, sondern daß auch den Israeliten Ungarns und Nebenla'nder, nie und nimmer eine exzeptionelle Steuer oder Abgabe auferlegt, werden wird, welche nicht auch gleichzeitig und gleichmäßig alle übrige steuerbare Landeseinwohner treffen sollte pünktlich und treulich abtragen; — und wenn wir uns erlaubt haben, etwas an der vorgezeichneten Wechselform zu ändern; so geruhe Euer k. k. Hoheit zu erwägen das, da die Israeliten leider Verlag von C. L. Fritzsche. noch zur Stunde alle größtentheils auf den Handel hingewiesen sind, wir zu Aufrechthaltung des für uns so nothwendigen merkantilischen Kredits, uns einer individuellen Solidarhaftung nicht hingeben konnten, daß wir aber bedacht waren, andere Mittel dafür zu schaffen, welche dem hohen Aerar die Überzeugung geben werden, daß wir nicht nur Ernst und guten Willen, sondern auch die materielle Kraft dazu besitzen, unsere Verpflichtungen treu erfüllen zu können. — Damit aber der schmachvolle Name der Loleranzsteuer hinführo aus allen Annalen der Jurisdiktionen gänzlich verschwinde, und nie mehr darin erscheine, wünschen wir, daß die Repräsentanten der Israeliten Ungarns und Nebenländer, obwohl selbe mit legalen Vollmachten für diesen jetzigen Akt versehen waren, dennoch bei ihrer Nachhausekunft alle ihre Kommittenten zusammenberufen mögen, um ihnen ihre für selbe eingegangenen Verpflichtungen und.Beschlüsse bekannt zu geben, und ihr volles Einverständniß dazu aussprechen zu lassen, und wagen wir deshalb Euer k. k. Hoheit ehrfurchtsvoll zu bitten auf Präsidialwege denen betreffenden Oberbeamten der Komitate und anderer Jurisdiktionen gnädigst den Auftrag ertheilen zu wollen, den Gemeinde-Vorständen, und den von hi.er rückkehrenden Repräsentanten derselben mit aller Kraft beizustehen — diese Gemeindeversammlungen schleunigst erzwecken zu können, so wie ihren moralischen Einfluß aufzubieten, die etwa zögernden einzelnen Individuen oder Gemeinden über die Wichtigkeit und Unerla'ßlichkeit dieser Maßregel zu belehren. Die störrischen Gemeinden gegen die Gnade unseres erhabenen Monarchen, so wie die aus dem Bande der treuen israel. Unterthanen heraustretenden . Personen zu verzeichnen, und sie den weitern Maßnahmen der Allerhöchsten Landesregierung anheimzustellen. — Es erübrigt uns blos noch, uns sowohl als unsere Kommittenten, der weitern väterlichen Huld Euer k. k. Hoheit unterthanigst zu empfehlen, den Allmächtigen aber inbrünstig zu bitten, daß er des Himmels reichsten Segen auf Euer k.k. Hoheit und Höchst dero Erlauchte Familie herabftrömen lasse, und daß dieser Lag, welchen mit uns Millionen treuer Unterthanen gestern (Geburts-^Feier Sr. k. k. Hoheit) in stillem Gebete feierten, oft — sehr oft — freudig wiederkehren möge. - Eljen. - (Fortsetzung folgt.) Personalchronik und Miseellen. Berlin. So eben war ich auf meiner Durchreise beim Sonntagsgottesdienst der Reform - Genossen. Ich war erstaunt, das schöne Lokal kaum mit 10 Personen besetzt zu finden. Man sagt mir, daß die Ankunft der Posten schuld ist, wodurch die Geschäftsleute abgehalten werden/ Druck von I. H. Nagel.