Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1846)
- Date
- 1846-04-30
- Page
- Seite 133 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Berichte, Studie« und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 Lhlr. Manabonnirr bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Jahrgang. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Üiteraturblatt mitgerechnet, zwei Bogen und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 30. April Inh alt. Großbritannien. London. Aufruf der Weft-London-Synagoge. (Fortsetzung.) — Deutschland. Breslau. Gemeindewirren. Lehrer und Schülerinnen. Zerrüttete Administration. Groß h erz o gt h um Baden. Das Landrabbinat. Die Journalistik. Kandidaten. Breslau. Gemeindeleben. Die Armen am Pesach. Stadtrath. —< Aktenstücke in Angelegenheit der Tsleranz-Tare der Israeliten in Ungarn und Nebenländer. — Personalchronik und Miscellen Berlin. — LB. d. Or. Großbritannien. London, 6. März. (Fortsetzung.) Nicht minder schwierig ist es einzusehen , wie die§ §8erfahren mit dem. Umstande zusammenstimnlt, daß in den letz (verflossenen Monaten von den geistigen Häuptern der portugiesischen Synagoge ein Ehebündniß vollzogen wurde zwischer: einem Mitgliede jener Synagoge und' einer Dame von der West-London - Gemeinde. Behauptet Dr. Adler, daß dadurch die Gläubigen ungläubig geworden sind? Erklärt er das Verfahren seiner Amtsbrüder für nicht rechtgläubig? Erklärt er, daß ste Unrecht hatten, die eben in Rede stehende Vermählung zu gestatten? Thnt er das, was wird aus dem Werthe geistlicher Autorität, ans die so viel Gewicht von b;»mi gelegt wird, die unsre Schritte verdammen, wenn wir finden, daß die leitenden Hällpter unter ihnen in einem so wichtigem Punkte so entgegeilgesetzte Ansichten verfolgen? Gewiß ist offenbar eine dringende Nothwendigkeit vorhandene Urkunden zu widerrufen, in deren Auslegung die einen ihren Verkünder nicht übereinstimmen können dem Nachfolger eines andern) die wie auch immer ausgelegt , durch die Unrichtigkeit ihrer Behauptungen und Bitterkeit ihres Geistes jene Synagogen beschimpfen, von denen ste als Bestandtheil ihrer Gesetze behandelt worden, Urkunden endlich die jede Spur der Eintracht unter den Be folgern derselben Religion ansbannen. Weder ihr Bruder, noch der Oberrabbiner wird vergessen haben wie die Regulirungen behufs seiner Wahl die vorkehrende Bemerkung enthielten, daß ihm nicht die Macht zustehen sollte, irgend eine neue Exkommunikation ergehen zu taffen eine .Vorkehrurrg, welche deutlich genug angab, daß die'ihn wählenden Gemeinden die Anwendung wohl nicht billigten, die von derRabbinergewalt gemacht worden war. Allein da man jedoch fand, daß die veröffentlichten Urkunden, die wir so eben erörtern, nicht so viel Unheil angestiftct, wie man erwartet haben mochte, bestand man nicht besonders aus ihre Widerrufung. Jetzt aber ist die Verhinderung neuer Exkommunikationen nicht langer genügend, wenn ihr sehet, daß den bereits vorhandenen euer Oberrabbiner eine bindende und wirksame Kraft gießt, und sie in einer Weise vollstreckt, die nicht anders zu rechtfertigen ist, als durch den Einwand, daß wir keine Inden sind. Brüder, wir fragen euch, ob ihr diese Ansicht theilt? Seid ihr zu erklären bereit, daß wir, die wir den mosaischen Gesetzen treu ergeben sind, die wir mit gewissenhafter Strenge beobachten das Bündniß Abrahams, die Verordnung des Sabbats und die der Festtage, wie sie die heilige Schrift gebietet, die wir uns eifrig den Vorschriften unseres heiligen Glaubens ergeben und darnach unser Leber: einznrichtcn streben — seid ihr also bereit, wegen geringerer Unterschiede uns außer dem Kreise des Judenthnms zu erklären? Seit ihr bereit, die „Warnung" und ^Erklärung" zu behaupten? Die. Folgerungen anzuerkennen, die Dr. Adler von ihnen herleitet? und somit cs zu 18