Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1846
- Issue
- 17 (23.4.1846)
- Date
- 1846-04-23
- Page
- Spalte 267-268 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8555529-9897631-9897649--4474-3532183- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
267 Studien. Der Traum bei den alten Hebräern. 268 das Wort hätte auch nicht fehlen dürfen: es hätte heißen müssen: —>3. ]ypb. Wie klingt aber: |H ’WK j-UHFl ’$£>? — Die Verlvechselüng des N.. pivväH—W"t zeigt zur Genüge, daß >- und >- bei diesen angehängten Jods willkürlich gewählt wurden, daher giebt es eben so viele Namen mit 1wie mit So | ^3] j ^22 | vrp rpT I I usw." So 1Ä2 Heuschrecke — IU u.'.s. w. — — Aehnlich dürfte auch- 'm\%/ und primitiv sein, daher und ui und die ZW. nito- «nb HVu — Der Traum bei den alten Hebräern. Ein archäologische und philosophisch-theologische Abhandlung von E. Weimann, cand, theol. (Fortsetzung.) D er Traum, eine Art der Prophetie. Daß der 'echte Traum prophetisch, oder doch eine Art der Prophetie sei, bezeugt vor Allem die Schriftstelle Num. 1^, 6., wo der Traum neben den prophetischen Visionen angeführt wird in den Worten: „So Jemand zu euerm Propheten gehört, so gebe Ich, Gott, mich ihm in einer Erscheinung kund, in einem Traume rede Ich mit ihm." Ferner 1. B. Sam. 28., 6. 15.: „ Und <§tf)aut fragte Gott, aber Gott antwortete ihm nicht, weder durch Träume, noch durch die Urim, noch durch die Propheten," in welch' letzterer Stelle dem Traume, wenn nicht höhere, doch ganz gewiß gleiche Autorität mit den Orakeln der Urim und den prophetischen Weissagungen zuertheilt wird, wie dies Ralbag in gleichem Sinnne interprettirt: i"y mpftru iruy dnt by fpnn nnwjn D’O’^d , i’nsso ll'pniL.i niDibnn m -ini’i o&rn nynnn nr£ fons? nWn 'UV DniND VUy Und wie herrlich, wie rein und schön malt nicht Elisas (Job 4, 12 —17) jenes Bild aus, Ln welchem er das Entstehen und Erscheinen eines höhern göttlichen Traumes, als eines Orakelspruches darstellt: „Aber zu mir stahl sich ein Spruch, mein Ohr vernahm einen flüchtigen Laut davon. Als nächtliche Gesichte die Gedanken beschäftigten-, als Betäubung die Menschen befiel: Da ergriff mich Furcht und Beben und durchschauerte all mein Gebein. Und ein Geist schwebte an mir vorüber, es sträubte sich jedes Haar an meinem Fleische. Er stand —ich erkannte nicht seine Gestalt: ein Bild vor meinen Augen —- Alles schwieg -— da hörte ich eine Stimme". Eben so Dan. 7, 1: „Daniel schaute einen Traum und Gesichte hatte sein Geist". So sind auch überhaupt Propheten und Träume sehr oft neben einander genannt, z. B. Deuter. 13, 1. ff. u. v. unzählige Stellen. Der Talmud^) sagt (ganz gleichlautend mit Bereschit Raba c. 9.): der Traum sei eine der 60 Arten oder Theile der Prophetie D’WD inx Dl^ri und in Ber. Rab. heißt es, der Traum sei eine unreife abgefallene Frucht der Prophetie — n.NDln rfctt — welches Maimunib/») dahin erklärt, daß, so wie eine unreife Frucht an und für sich doch eine Frucht, wenn gleich eine unreife sei, blos daß sie vor ihrer völligen Reife und Vollendung abgefallen ist, so ist auch die Imagination im Zustande des Schlafes dieselbe, wie im Zustande der Prophetie, blos daß sie noch nicht vollkommen ist, d. h. den höchsten Grad noch nicht erlangt hat. So fährt Maim. an derselben Stelle fort: In den beiden Ausdrücken ritt-iD und sind alle Grade der Prophetie enthalten z es ist ja bekannt, daß in jenen Dingen, welche der Mensch, während er wacht und seine Sinne thätig sind, betreibt, behandelt oder wünschet, eben dieselbe Kraft, auch wenn der Mensch schläft, arbeite, indemder Geist im Verhältniß seiner Anlagen sich über ihn ergießt. — Und in der That! warum sollte die Ursache dieser ungetrübten Träume nicht wirklich göttlicher Natur sein? Warum es nicht sein müsse? Er der Schöpfer kennet den Wandel und das Schicksal der Menschen im Einzelnen, wie im Ganzen, und gibt nach seiner Allweisheit Jedem nach seinem Wandel und nach der Frucht seiner Hände (Jerem. 17, 10.). Es liegt auch in dem Plane seiner unendlichen Vorsehung, Manchem, oft kund zu thun, was er vollbringen, was er ausführen werde, und zwar entweder seinen Dienern, den Propheten, durch die Propheten, oder Solchen, die zu dem Grade der Prophetie sich emporzuschwingen nicht vermögen, durch wahrhafte Träume, in welchen er ihnen viele Begebenheiten, Einzelheiten in Bezug auf Zeit und Raum mittheilet. Dies wird selbst von einem Spinoza--) zugestanden, indem er angibt, daß Gott böse Menschen zu falschen, nicht in Erfüllung gehenden, sondern nur versuchenden, prophetischen Visionen verleite, während er bei Frommen das Gegentheil thuer „Quinimo Ezechiel cap. 14. vers. 8. clare docet, Deunx homines aliquando falsis rcvelationibus decipere: namait otud rw wriD 'n Utt -m im nnis* uv wsirn —- et quando Propheta (falsus seil.) inducifcur et verbum locutus fuerit, ego Deus induxi illum Prophetam, quod etiam Michaeas (vide Reguni L, 1. cap. 22. vers. 21.) de Prophetis Achabi testatur. Et quamvis hoc ostendere videatur Prophetiam et revelationem rem esse plane dubiam, habebat tarnen, 33) Mas. Berachot fot. 57, b. 34) 1. c. c. 36. 35) 1. c. S. 174.