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Der Orient · 1846-04-23 · Heft 17 (23.4.1846) · p. Seite 125

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Journal
Der Orient
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 17 (23.4.1846)
Date
1846-04-23
Page
Seite 125 (sequence 1)
Language
German
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Berichte, Studien und Kritiken Siebenter Das Abonnement auf ein Jahr ist- 5 Lhlr. Man abonnirr bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. . für Jüdische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von vr. J«li«s Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Leipzig, den 23. April Inhalt. D e ut sch l and. Würtemberg. Brosamen des Fortschrittes im Staate und in der Gesellschaft. Mergentheim. Störung am Purim. ' Frankfurt a. M. Stein und der Freund der Wabrheit. — Oesterreicb. Pra g. Leben und Wirken des Vr. mell. P o r g e s. Aus U n g a r n. Rabbinatswirren in Szegedin» Groß-Kamscha. Papa. Regsamkeit des Vorstandes. Einweihung. — Die Sckule und Synagoge. Eine Entgegnung von K —m. Zwei Proben aus dem „Wächter".— Aktenstücke in Angelegenheit der Toleranz-Tape der Israeliten in Ungarn und Nebenlander. — LB. d. Or. Deutschlands Würtemberg, im April. Je mehr der Jude am bürgerlichen Leben Antheit nimmt imb das Recht, sich am Staatsleb cn zu betheitigen, ihm nicht vorenthalten wird, desto mehr wird er auch dem Staate sich einverteiben und mit ihm eins werden; nur in Beziehung auf sein kirchliches Leben wird er separat bleiben und ein Amalgama unmöglich sein; darum auch werden einst die jüdischen TageSblätter, wenn die Emancipation aller Orten erfolgt ist, sich nur mit dem jüdischen Kultus beschäftigen, während die jüdisch-bürgerliche Geschichte in den vaterländischen Annalen zu lesen sein wird; jetzt aber, da wir noch als Gnade zu betrachten haben , was anderwärts „gutes Recht" ist, machen wir auch von dem Rechte Gebrauch, die Brosame, die die Gesetzgebung uns zuwirst, aufzuklauben und öffentlich bekannt zu machen. — Im verflossenen Monat hat wieder ein jüdischer Rechtskonsulent, Dr. Kallmann aus Heilbronn, hei dem öffentlichen Schlußvcrfahren Bor ^m Gerichtshöfe des Neckarkreiseö als Vertheidiger silnktionirt. — Die staatswirthschastliche Fakultät in Tübingen hat schon im .vorigen Semester die Preisfrage gestellt r Welche Wirkungen das Judengesetz vom Jahre 1828 auf die Juden in Würtemberg hervorgebracht hat? sie ist aber unbeantwortet geblieben und wird es auch das nächstemal bleiben» Es ist zu bedauern, daß kein jüdischer Rechtskandidat dieses Thema unter die Feder genommen hat. Im Sommerscmester waren „rscun" jüd. /Studie ende in Tübingen, davon zwei Ausländer. Die mosaische Theologie Würtembergs kommt zu Ehren, Rabbiner Dr. W a ssermann aus Muhringen soll nach Kassel, uitb der Rabbinatökandidat Dr. Schwa b a ch er aus Oberdorf nach Schwerin a. d. W. auf die erledigten Rabbinate berufen werden. — Dr. Karl Weil kämpft im schwäb. Beobachter mit gewohntem Glücke gegen einen schwarzen Ritter, der steh hinter die Larve der Anonymität versteckt, und wo seine Dialektik nicht mehr ansreicht, mit der verrosteten Waffe des Judenhasses sich vertheidigt, es ist aber ihm übel bekommen, denn ein Mann, wie Dr. Carl Weit, der mit Welker, Mathy, Psitzer, Steinacker, Struve u. A. in enger literarischer Verbindung steht, hat den Judenhaß eines bürgerlichen Kanzleimannes nicht zu scheuen noch zu fürchten. Jur schwäb» Beobachter vom 31. März d. I. findet sich auch folgender Korrcspondenzartikel aus Mergentheim: „Mergentheim-, im März. Seit einiger Zeit hatten wir mehrmals Gelegenheit im Beob» auch Berichte vym hiesigen Platze zu lesen, was uns stets freute, da dies doch ein Beweis ist, daß auch die Mergentheimer aus ihrem lethargischen Schlafe, der sie in Bezug auf ihr politisches Leben befallen hatte, erwacht sind. Die jüngste Stadtschultheißenwahl gab uns wirklich Beweis, daß auch hier ein regerer Geist eingezogen ist, denn es ging sogar lebhafter zu als bei der Abgeordnetenwahl» Ueberhaupt fängt es hier an ganz großstädtisch zu'werden»^ 17

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